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"Bad Bank": Banker wollen Müllhalde für faule Kredite

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"Bad Bank": Bankiers wollen Müllhalde für faule Kredite

22.12.2008, 16:38 Uhr | fre

Das Konzept "Bad Bank" erinnert an Sondermüll-Entsorgung. (Bild: Imago) Das Konzept "Bad Bank" erinnert an Sondermüll-Entsorgung. (Bild: Imago)Angesichts des schleppenden Kreditgeschäfts und des Misstrauens der Banken untereinander fordern immer mehr Banker die Auslagerung von faulen Krediten in eine sogenannte "Bad Bank". Die Problem-Papiere könnte so zwischengelagert werden und gefährdeten Banken ein unbelasteter Neustart ermöglicht werden. Die Bundesregierung äußerte sich zurückhaltend zu dem Vorschlag.

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Nordbank prescht vor

WestLB-Vorstandschef Heinz Hilgert erklärte im "Handelsblatt": "Es ist zwingend erforderlich, Risikoaktiva deutscher Banken in eine "Bad Bank" auszugliedern." Auch Joachim von Schorlemer, Deutschland-Chef von BNP Paribas, argumentierte, mit einer Bank für faule Wertpapiere und Kredite könne die dringend nötige Transparenz geschaffen werden, die der Markt heute so stark vermisse. Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, Heinrich Haasis, betonte mit Blick auf die Landesbanken, die Institute müssten sich in erheblichem Umfang von Risikoaktiva trennen, um künftig stärker vom realwirtschaftlich geerdeten Geschäft leben zu können. Der Chef der HSH Nordbank, Jens Nonnenmacher, hat bereits eine "Bad Bank" für sein Institut angekündigt. Die Debatte hatte der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, angestoßen.



"Kein Entscheidungsbedarf"

In Berlin sagte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg, es gebe keinen Grund, um zu diesem Zeitpunkt darüber zu entscheiden. Steg verwies darauf, dass mit dem staatlichen Banken-Rettungspaket bereits entsprechend Vorkehrungen getroffen worden seien. Das Instrument, wonach der Staat auch hoch risikobehaftete "faule" Positionen der Banken aufkaufen kann, werde bisher aber nicht angenommen.

Noch viele offene Fragen

"Ich denke, wir sind alle gut beraten, das zunächst abzuwarten", sagte Steg. Sollten weitere Erfahrungen gesammelt werden, könnte möglicherweise auch die Frage einer "Bad Bank" diskutiert werden. Wenn aus dem weltweiten Problem mit "faulen" Papieren neue Risiken entstehen, ergebe sich international Handlungsbedarf. Vor dem Einrichten einer "Bad Bank" müssten zahlreiche Punkte geklärt werden. Auch die Banken selbst seien zunächst in der Verantwortung.



"Hoch toxische Papiere"

Hintergrund der Debatte ist das nach wie vor schleppende Kreditgeschäft unter Banken. Zwar ist ausreichend flüssiges Geld vorhanden, und es besteht eigentlich auch relativ wenig Risiko, weil der Staat mit dem Rettungsschirm bei Ausfällen einspringt. Doch das Misstrauen im Bankensektor ist geblieben. Es wird befürchtet, dass viele Banken noch "hoch toxische Papiere" in ihren Büchern halten - also bisher längst nicht alle Risiken offengelegt haben. Deutsche- Bank-Chef Ackermann hatte beim Krisengipfel im Kanzleramt vor mehr als einer Woche vor einer neuen Welle fauler Positionen gewarnt.

Drei Jahre Zeit

Der staatliche Banken-Fonds von rund 500 Milliarden Euro bietet neben Staatsgarantien und Finanzhilfen auch die Möglichkeit für den Aufkauf "fauler" Wertpapiere. Diese wurde bisher aber von keiner Bank genutzt. Als Hindernis gilt, dass die "faulen" Positionen nach drei Jahren zurückgenommen werden müssen. Eine "Bad Bank" müsste die Positionen unter anderem aber mit hohen Einlagen hinterlegen. Diskutiert wird daher auch über eine eine Art Zweckgesellschaft ("Bad Vehicle"), um Papiere zwischenzuparken. Diese könnte mit Garantien versehen werden. Bei Ausfällen müsste aus Sicht von Befürwortern aber das jeweilige Institut geradestehen.

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Quelle: dpa-AFX , t-online.de

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