Die Frankfurter Skyline (Foto: dpa)Spätestens seit den Problemen mit wertlosen Lehman-Zertifikaten oder eingefrorenem Tagesgeld auf Island ist es auch dem letzten Verbraucher klar: Banken sind nicht mehr die vertrauenswürdigen Institutionen, die sie einmal waren. Wer sich auf den Rat eines einzigen Bankberaters verlässt und dabei die Interessenlage der Bank ausblendet, wird selten das für sich selbst beste Angebot für eine Anlage oder ein Konto finden. Die Finanz-Tochter der Stiftung Warentest, Finanztest, hat deshalb ein Ratgeber-Buch herausgebracht, das die Tricks der Banken aufdeckt und die Anleger wieder auf Augenhöhe mit den Finanzinstituten bringt.
Die Autoren des Buchs kritisieren unter anderem die Lockzinsangebote, mit denen fast alle Banken neue Kunden ködern wollen. Die höheren Zinsen gelten meist nur kurze Zeit, denn die Institute rechnen damit, dass die Kunden das Ende der Laufzeit des besseren Zinses vergessen und trotzdem bei der Bank bleiben. Hartgesottenen empfehlen die Autoren, Zins-Hopping zu betreiben und immer bei der derjenigen Bank ein neues Konto zu eröffnen, die gerade die besten Zinsen für Neukunden bietet.
Tückische Grenzen
Dabei ist das Verfallsdatum für viele Angebote nur die eine Seite des Problems. Oft werden die Angebote auch auf einen bestimmten Anlagebetrag begrenzt. Wer ihn überschreitet, bekommt meist nur einen niedrigeren Zins - und zwar nicht nur für den Teil, der die Grenze überschreitet, sondern für den gesamten Anlagebetrag. Besonders gemein war hier die Bank eines Versandhauses: Da die Zinsen monatlich gut geschrieben wurden, überschritt der Anleger des Höchstbetrags diesen schon nach nur einem Monat.
Aufpassen bei Schatzbriefen der Banken
Kritik üben die Autoren des Buchs auch an der Praxis der Banken, Etikettenschwindel mit dem guten Namen des Schatzbriefs zu betreiben. Während die Bundesschatzbriefe eine Rückzahlung nach sechs oder sieben Jahren garantieren, hängen die Bank-Schatzbriefe von der Bonität des Instituts ab. Da eine Bank niemals ein so guter Schuldner sein kann wie es der Staat ist, sollte zumindest der Zins dieser unechten "Schätzchen" deutlich höher liegen.
Tipps für den Umgang mit Banken
Auch Fonds-Angeboten und Immobilienfinanzierungen rückt das Autoren-Team auf die Pelle und gibt konkrete Tipps für die Fehlervermeidung oder wenn etwas schief gelaufen ist. Das Buch "Bankentricks ... und was Sie dagegen tun können" (ISBN: 978-3-86851-309-7) ist im Verlag der Stiftung Warentest erschienen, hat rund 160 Seiten und kostet 12,90 Euro.