20.07.2010, 16:34 Uhr | cs mit dpa
Bankkunden in Deutschland werden immer schlechter beraten - allen Beteuerungen der Branche zum Trotz. Wie die Verbraucherzeitschrift "Finanztest" berichtet, schnitt in einem aktuellen Test keine der 21 Banken mit gut ab. Sechs Institute bekamen in Sachen Beratung sogar die Note mangelhaft. Das Beunruhigende: Die Institute missachten bestehende Gesetze, die Verbraucher eigentlich vor fatalen Fehlentscheidungen schützen sollen. Das Resümee der Tester: "Sie können sich nicht auf Ihren Bankberater verlassen." Banken und Sparkassen räumen Defizite bei ihrer Kundenberatung ein.
"Finanztest" prangert in seiner aktuellen Ausgabe ("Finanztest", 8/2010) die Art der Beratung vieler Banken in Deutschland an. Denn eigentlich verpflichtet der Gesetzgeber die Banken, bevor sie ein Produkt empfehlen, die Kunden nach ihren finanziellen und persönlichen Verhältnissen zu fragen. Zudem müssen die Berater ermitteln, welches Ziel der Kunde mit der Geldanlage verfolgt und das Gespräch in einem Beratungsprotokoll festhalten.
Hier gab es riesige Versäumnisse: Mehr als die Hälfte der Banken händigte kein solches Dokument aus - manche verweigerten sogar die Herausgabe. Die für die Anlageentscheidung wichtigen Fragen wurden oft nicht gestellt. Das vernichtende Urteil der Tester: "Das hat nicht geklappt, obwohl die Banken hoch und heilig Besserung gelobt hatten." Der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) als Dachorganisation des deutschen Kreditgewerbes räumte die Defizite ein: So gebe es "bei der Handhabung von Protokollen nach einer Wertpapieranlageberatung von Neukunden offenbar noch deutlichen Nachholbedarf".
Auch Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), kritisiert die Branche scharf: "Nach wie vor scheinen die Banken nichts aus ihren Fehlern gelernt zu haben." Und das, obwohl "Finanztest" die Banken bereits vor einem Jahr unter die Probe gestellt hatte - mit damals blamablen Ergebnissen. Doch diesmal fiel das Ergebnis noch schlechter aus. Keine Bank schnitt gut ab. Bestes Institut ist die Sparkasse Hannover mit der Note 3,1. Verheerend für den Verbraucher: Sechs Banken erhielten das vernichtende Urteil mangelhaft, darunter Branchengrößen wie Postbank und Hypovereinsbank.
Allerdings gibt es auch einen Lichtblick. So verbesserte sich laut "Finanztest" die Qualität der Beratung, die eigentlich im Mittelpunkt des Tests stehen sollte. Die Verstöße gegen bestehende Gesetze drängten diese Verbesserungen allerdings in den Hintergrund. Die Tester erklären die Verbesserung allerdings auch mit dem veränderten Szenario, mit dem sie die Berater konfrontierten. So wollten die Testkunden 35.000 Euro für zehn Jahre anlegen. Dabei waren sie für Risiken offen, forderten aber einen Kapitalschutz für ihr eingesetztes Geld. Zudem war ihnen wichtig, im Zweifelsfall über ihre Anlage schon vor Ablauf der zehn Jahre verfügen zu können.
Obwohl die Tester auf einen gesunden Mix aus sicheren und riskanten Anlageprodukten pochten, wählten die meisten Berater einen zu riskanten Anlagemix. Manche empfahlen sogar lediglich einen einzige und zudem riskante Anlage und damit war die Forderung gefährdet, am Ende der Laufzeit mindestens das eingesetzte Geld wiederzubekommen. Deshalb sollten Sie als Anleger mehrere Angebote einholen und vergleichen. Bestehen Sie zudem auf das Anlageprotokoll. Die Banken sind seit diesem Jahr im Fall einer Beratung zu Wertpapieren gesetzlich dazu verpflichtet. "Finanztest" forderte mehr Kontrollen durch die Aufsichtsbehörde BaFin, die auch Sanktionen bei Verstößen aussprechen kann.
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Quelle: t-online.de
Goggo schrieb:
am 20. Juli 2010 um 20:00:34
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Ich verstehe...
...die Gesetzgebung nicht. Ich brauche kein Protokoll, wo ich dem Berater Details über meine Vorlieben verrate. Ich weiss,
was ich will und was ich nicht will und lasse mir nichts aufschwatzen, binfür meine Anlageentscheidung 100% selbst verantwortlich, also auch für Verluste. Mein Berater soll´s nur einwandfrei abwickeln.
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Renate schrieb:
am 20. Juli 2010 um 19:42:17
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Bankenberatung
Bin gerade beraten worden. Alles wunderschön, aber die Bank gewinnt immer d.h. wählt man Risiko, verliert man meistens, es
sei denn man kennt sich in der Branche aus. Wählt man mix ist der Gewinn für den Bankkunden gleich null. Da ich nicht lange anlegen möchte, ziehe ich einfaches Sparen, so für zwei Jahre vor und nehme den geringen Zinssatz in Kauf. Ich zahle somit keine Gebühren und habe kein Risiko.
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Max schrieb:
am 20. Juli 2010 um 19:41:46
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Fachkräfte
Tja, in den meisten Bereichen gibt es schon kaum mehr Fachkräfte, sondern nur noch billige Aushilfen. Das scheint sich jetzt
wohl auch auf die Geldinstitute ausgeweitet zu haben. Armes Deutschland,...der Abstieg ist ja schon lange unaufhaltbar!
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