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"Finanztest": Wie Banken mit schlechten Zinsen werben

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Wie Banken schlecht verzinste Anlagen anpreisen

09.03.2011, 13:40 Uhr | bv

Köder für Sparer: Zinsen oft niedriger als gedacht (Foto: imago)

Köder für Sparer: Zinsen oft niedriger als gedacht (Foto: imago) (Quelle: imago)

Banken und Sparkassen werben derzeit mit angeblich attraktiven Zinsen bei risikolosen Sparanlagen. Doch dahinter verstecken sich echte Renditekiller, wie die Zeitschrift "Finanztest" der Stiftung Warentest berichtet. Die Finanzinstitute jonglieren dabei mit Begriffen wie Zinsbonus, Flexibilität oder Wertzuwachs. Was sie jedoch meist nicht angeben, ist "die schlichte Angabe der jährlichen Rendite, mit der Sparer Angebote vergleichen können", schreibt die Zeitschrift.

So wirbt die Postbank beispielsweise mit einer "attraktiven Grundverzinsung" und "bis zu 100 Prozent Zinsbonus". Dahinter verberge sich allerdings ein Grundzins von 0,25 Prozent und auch der Zinsbonus erreiche erst nach 25 Sparjahren die angegebene Höhe von 100 Prozent, so die Finanztester. Für den Sparer ergibt das im ersten Jahr eine Rendite von 0,25 Prozent. Selbst im zehnten Jahr werden nur magere 1,95 Prozent erzielt.

Manche Banken zahlen keinen Zinseszins

Einen anderen Trick wendet die Norisbank an. Sie bewirbt ein vierjähriges Festgeld mit 2 Prozent Zinsen. 10.000 Euro erzielen laut dem Rechner der Bank am Ende 800 Euro. Dahinter verbirgt sich jedoch nur eine Rendite von 1,94 Prozent, wie "Finanztest" berichtet. Denn die Bank zahle "keinen Zinseszins, was Sparer nicht mal im Kleingedruckten erfahren". Würden die aufgelaufenen Zinsen wie üblich jährlich gutgeschrieben und anschließend mitverzinst, erhielten die Sparer am Ende 24 Euro mehr.

Ähnliches hat "Finanztest" bei der Wüstenrot Bank entdeckt. Auch sie verzinst die aufgelaufenen Zinsen nicht mit, wodurch die angegebene Rendite beim "Top Termingeld Flex" nicht bis zu 1,88 Prozent, sondern nur 1,83 Prozent betrage. Weiterer Haken: Hebt der Sparer während der vierjährigen Laufzeit Geld ab, gilt für diesen Betrag nachträglich ein sogenannter "Rückfallzins" von nur 0,6 Prozent pro Jahr. Selbst Tagesgeld bringe oft mehr, heißt es dazu in der Zeitschrift.

Durchschnittswerte statt genaue Rendite

Kreativ sind auch die PSD- und Sparda-Banken. Die PSD wirbt mit einem Wertzuwachs, bei dem die "Zinserträge für mehrere Jahre einfach durch die Anzahl der Jahre geteilt und als Prozentsatz angegeben" werden, schreibt die Zeitschrift. Dadurch liege der angegebene Wert von 3,11 Prozent höher als die korrekte Rendite von 2,9 Prozent. Bei der Sparda-Bank beträgt der "Wertzuwachs" 2,15, die Rendite aber nur 2,07 Prozent.

"Finanztest" rät, sich nicht von Bonuswerten oder von "bis zu"-Angaben täuschen zu lassen. Sparer sollten nach der Rendite fragen und sich die Höhe ihres Guthabens am Ende der Laufzeit ausrechnen lassen. Auch die Kündigungsfristen von Festgeldanlagen sollten im Auge behalten werden, sondern würden sie nach der Laufzeit oft automatisch zu Standardkonditionen wieder angelegt.

Wo es sonst noch hakt

Weitere Haken bei der Geldanlage: Hohe Zinsen gelten oft nur für Neukunden oder für einen begrenzten Zeitraum oder bis zu einem gewissen Anlagebetrag. Auch sollten attraktive Zinsen mit eventuellen Kosten der Kontoführung gegengerechnet werden, da dies auf die Rendite drückt, empfiehlt "Finanztest". Die Tester raten außerdem von Anlagen ab, die Sparanlagen mit Fonds verbinden.

Den gesamten Artikel finden Sie in der aktuellen Finanztest (03/2011) oder auf test.de


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Kommentare (35)

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Thema: ""Finanztest": Wie Banken mit schlechten Zinsen werben"

Sparer schrieb: am 4. April 2011 um 16:32:26
(0) (1) Verträge prüfen
Wer glaubt denn, dass Banken keinen Gewinn machen wollen und müssen? Auch Bankmitarbeiter wollen bezahlt werden. Jeder der
hier seinen Kommentar abgibt wird hoffentlich in der Lage sein, Verträge zu prüfen und bei Zweifeln nachzufragen. Und eine einfache Zinsrechnung hat jeder in der Schule gelernt...oder etwa nicht? Anders ist es, wenn das Vertrauen meist älterer Menschen mißbraucht wird um Provisionen einzustreichen - da hilft nur ein Berufsverbot!
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Beobachter schrieb: am 10. März 2011 um 12:37:50
(0) (1) Arglistige Täuschung mit Zinsen
Paßt auf mit Zinsen wie: 6% für ein Jahr. Fußnote die 6% gibts nur für 3 oder 6 Monate. Für den Rest
der Zeit gibts keine Zinsen mehr. Vorsicht auch bei: Festzinsen und Fondsdividenden. Insbesondere wenn Einzahlungsbetrag monatsweise in Fond geschoben wird. Die Verzinsung ist geringer als der Verlust aus den Fonds. Leute die Banken belügen und betrügen uns. Verlangt immer schriftlichen Prospekt, unterschreibt nichts, lest nach, verlangt schriftliche Auskunft. Keine geschlossenen Immobilienfonds!
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Rainer schrieb: am 10. März 2011 um 12:00:28
(0) (1) Banken
Wir werden belogen und betrogen. Promovierte Wildsäue verwenden ihre ganze "Intelligenz" darauf um uns über den Tisch zu ziehen.

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