15.03.2010, 14:05 Uhr | mmr und bv mit Material von dpa
Durch die Arcandor-Insolvenz verlor die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz Milliarden (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Insgesamt 53 Deutsche finden sich auf der aktuellen "Forbes"-Liste der Milliardäre wieder. Eine der ehemals reichsten Frauen ist diesmal jedoch nicht nicht mehr dabei: Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz. Die Finanzkrise und Management-Fehler rund um den insolventen Handelskonzerns Arcandor (ehemals KarstadtQuelle) ließen die Milliardärin tief stürzen. Ihr Privatvermögen schmolz um rund drei Milliarden Euro. Obwohl sie noch im Jahr 2008 den Platz 277 im berühmten Milliardärs-Ranking belegte, flog sie nun aus den oberen Tausend raus.
Um die Pleite rund um Arcandor, Karstadt und Quelle zu regeln, musste sich Schickedanz von Immobilien trennen. Kurz vor dem Jahreswechsel verkaufte die Quelle-Erbin zwei Villen im noblen Schweizer Ski-Ort St. Moritz. Jetzt muss auch ein 4000 Quadratmeter großes Parkplatz-Grundstück in ihrer fränkischen Heimatstadt Hersbruck verkauft werden. Weitere Villen und Bürokomplexe sollen noch unter den Hammer kommen. Die einst reiche Familie musste in den vergangenen Monaten - zusätzlich zu den Immobilien-Verkäufen - privaten Haus- und Grundbesitz im Wert von 215 Millionen Euro verpfänden. In einem Interview mit "Bild am Sonntag" klagte Schickedanz im vergangenen Jahr über ihr neues Leben, in dem sie mit 600 Euro pro Monat auskommen müsse.
Ein Deutscher hat sich indes in der "Forbes"-Liste deutlich hochgearbeitet. Der medienscheue Chef von Aldi Süd, Karl Albrecht, hat mit seinem (geschätzten) Vermögen in Höhe von 23,5 Milliarden Dollar die Top-10 im Forbes-Ranking erreicht. An der Weltspitze steht der Mexikaner Carlos Slim Helu mit 53,5 Milliarden Dollar. Wir stellen im Folgenden die zehn reichsten Deutschen vor.
Mit deutlichem Abstand folgt auf Karl Albrecht der Versandhaus-Unternehmer Michael Otto. Er wird zusammen mit seiner Familie von "Forbes" auf 18,7 Milliarden Dollar geschätzt. Auf Platz drei folgt dann bereits der Bruder von Karl Albrecht, Theo, der mit seinem Aldi-Nord-Imperium auf 16,7 Milliarden Dollar kommt und zuvor auf Platz 2 gelegen hatte. Während von Michael Otto einige private und soziale Engagements bekannt sind, hüllen sich die Albrecht-Brüder derart in Anonymität, dass es von ihnen noch nicht einmal aktuelle Fotos gibt.
Viertreichste Deutsche ist die Quandt-Erbin Susanne Klatten. Mit ihren BMW- und Altana-Aktien kommt sie insgesamt auf ein Vermögen von 11,1 Milliarden Dollar. Das weckte auch die Begehrlichkeiten einiger Betrüger. Im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass Klatten von einem Liebhaber erpresst worden war. Sie hatte ihm bereits mehrere Millionen Euro gezahlt, bevor sie ihn doch noch auffliegen ließ.
Auf Platz Fünf der "Forbes"-Liste der reichsten Deutschen liegt der Unternehmer und Bankier August von Finck mit geschätzten 7,3 Milliarden Dollar. Ihm gehörte unter anderem die Privatbank Merck Finck & Co.. Der 80-Jährige war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, als bekannt wurde, dass er der FDP vor der Bundestagswahl 1,1 Millionen Euro gespendet hatte. Zu Fincks Imperium gehört auch die Hotelkette Mövenpick - nach der Wahl reduzierte die neue Bundesregierung auf Betreiben der FDP den Mehrwertsteuersatz für Hotelübernachtungen.
Der Name von Klaus Michael Kühne ist unter anderem durch die Lastwagen der Spedition Kühne und Nagel bekannt. "Forbes" zufolge kommt er auf 6,6 Milliarden Dollar, genug für Platz Sechs der reichsten Deutschen. Kühne lebt in der Schweiz, pflegt aber noch intensive Beziehungen zu seiner Geburtsstadt Hamburg. Nur einige hundert Millionen Euro weniger besitzt Curt Engelhorn: 6,3 Milliarden Dollar (Platz 7). Sein Urgroßvater gründete einst die BASF. Engelhorn war an Boehringer Mannheim beteiligt.
Wie bei den Albrecht-Brüdern liegt auch bei den Klattens das Milliardärs-Dasein in der Familie. Susanne Klattens Bruder Stefan Quandt besitzt Anteile an BMW sowie die Holding Delton und kommt damit laut "Forbes" auf ein Vermögen von 5,7 Milliarden Dollar. Auf die gleiche Summe wird "Schraubenkönig" Reinhold Würth taxiert, der seinen Konzern mit 60.000 Mitarbeitern selbst aufgebaut hat.
Auf immerhin fünf Milliarden Dollar beläuft sich das Vermögen von Karl-Heinz Kipp - Platz 10 der reichsten Deutschen. Kipp machte sein Geld mit den Massa-Märkten, die er bereits 1987 verkaufte. Heute lebt er in der Schweiz, wo ihm mehrere Hotels gehören.
mmr und bv mit Material von dpa
leonard schrieb:
am 8. März 2012 um 10:44:25
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forbes
wie tragisch... (NICHT)
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