Infineon: Streit um Aufsichtsratsposten (Foto: ddp)Beim Chipkonzern Infineon stehen die rebellischen Aktionäre offenbar kurz vor dem Ziel. Die US-Stimmrechtsberatung Riskmetrics spreche sich gegen den vom Konzern nominierten Aufsichtsratschef Klaus Wucherer aus, berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD) unter Berufung auf eine ihr vorliegende Analyse des Beratungsunternehmens. Auf der Hauptversammlung am 11. Februar sollten die Aktionäre den Gegenkandidaten Willi Berchtold wählen, der aktuell noch Finanzchef des Autozulieferers ZF Friedrichshafen ist. Erstmals werde damit ein designierter Aufsichtsratschef eines DAX-Konzerns durch seine institutionellen Aktionäre gekippt.
Kennen Sie sich aus? - ei-dax-quiz Ranking - Umsatzstärkste Unternehmen Deutschlands Großes Ranking -Die wertvollsten Konzerne weltweit
Problem mit dem Image
Langfristig werde sich Berchtold im Aufsichtsrat von Infineon wahrscheinlich positiv auf den Unternehmenswert auswirken, zitiert die Zeitung aus der Analyse. Die Stimmrechtsberater argumentieren zudem damit, dass das Kontrollgremium des Chipkonzerns in den vergangenen Jahren Glaubwürdigkeit verloren habe.
Anleger folgen meist Rat des Dienstleisters
Die Empfehlung von Riskmetrics spielt laut "FTD" eine entscheidende Rolle, wie der Kampf um die Aufsichtsratsspitze ausgeht. Dem Rat des US-Dienstleisters folgten die meisten angelsächsischen Anleger, die einen großen Teil der Infineon-Aktien halten.
Alte Garde kommt nicht gut an
In der vergangenen Woche hatte der britische Pensionsfonds Hermes per Gegenantrag Berchtolds Wahl vorgeschlagen. Hermes moniert unter anderem, dass Wucherer bereits seit 1999 im Aufsichtsrat von Infineon sitzt und daher nicht für einen Neuanfang stehe. Den früheren Siemens-Vorstand Wucherer wollte Infineon im Einvernehmen mit dem scheidenden, viel kritisierten Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley zum Chefkontrolleur berufen.