
13.01.2012, 19:29 Uhr | Financial Times Deutschland
US-Staatsanleihen würden über kurz oder lang wertlos, tönte der Fondsmanager vor rund einem Jahr. Die Entwicklung der Papiere strafte ihn Lügen und er musste viel Kritik einstecken. Doch Gross zeigt wahre Größe.
Sich Fehler eingestehen zu können ist ein ehrbarer Charakterzug, der scheinbar auch den Mitgründer und Fondsmanager der Pacific Investment Management Company (Pimco), Bill Gross, ziert. Der hat sich nämlich in den letzten Wochen mit US-Anleihen für seinen Total-Return-Fonds eingedeckt. 30 Prozent der insgesamt rund 240 MIlliarden Dollar im Fonds bestünden derzeit aus US-Schuldscheinen, war der Pimco-Website am Donnerstag zu entnehmen.
Einen so hohen Anteil an amerikanischen Schuldscheinen hatte der Fonds zuletzt vor 13 Monaten. Anfang 2011 begann Gross dann, seine Bestände an US-Staatsanleihen sukzessive zu verringern, In zahlreichen Interviews begründete er sein Handeln großspurig damit, dass er für sein Heimatland ziemlich schwarz sehe. Die hohe Verschuldung der USA und die Gefahr, dass das Land seinen Status als Topschuldner mit der Bonitätsnote "AAA" verlieren könnte, mache US-Anleihen auf lange Sicht wertlos, sagte er damals.
Die Spitzennote verloren die USA auch in der Tat wenige Monate später. Aber dennoch entging Gross die größte Rally bei US-Anleihen seit neun Jahren. Sie hätte ihm auf Jahressicht einen Ertrag von 9,8 Prozent eingebracht. Schuld daran war die europäische Schuldenkrise, die Anleger scharenweise in als sicher geltende US-Anleihen trieb. Mit diesem Investoren-Vertrauen in die US-Wirtschaft hatte Gross nicht gerechnet.
Seinen Fehler bemerkte er im vergangenen Herbst - und entschuldigte sich bei seinen Anlegern in einem Brief mit dem Titel "Mea Culpa" dafür, die Lage falsch eingeschätzt zu haben. In seinem letzten Rundbrief an Kunden vom Januar rief er diese dazu auf, US-Staatsanleihen, langfristige indexgebundene US-Schuldtitel, Anleihen "hochwertiger" amerikanischer Unternehmen sowie Regionalanleihen zu kaufen.
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Damit möchte Gross zum einen seinen Ruf als Anleihenkönig verteidigen, den ihm die US-Presse in der Vergangenheit verliehen hatte. Immerhin ist sein Total-Return-Fonds der weltweit größte Anleihenfonds und erwirtschaftete seit der Auflage 1987 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 8,1 Prozent.
Zum anderen wird er es sicherlich auch genießen, seine Kritiker in die Schranken zu weisen, die sich im vergangenen Jahr hämisch über die Sache mit den Staatspapieren geäußert hatten - und als bunter Hund der Finanzindustrie musste Gross auch zuvor schon einiges ertragen.
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Bereits 2006 hatte Richard Fisher, Mitglied des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), Bill Gross als "komischen Kauz" bezeichnet. Das geht aus dem Protokoll einer Fed-Sitzung hervor, das erst kürzlich im Internet aufgetauchte. Fisher sprach dabei über die Wahrnehmung der Fed-Beschlüsse in der Finanzbranche. Bill Gross, so Fisher, sei "zunehmend verwirrt", dennoch hätten seine Worte fast mehr Gewicht als das der Fed und Investoren handelten anhand von Gross' Rundbriefen.
Zumindest seinen Fondsanlegern dürfte Gross mit der Rückkehr zu US-Staatspapieren imponiert haben. Mag Fisher ihm auch Verwirrung vorgeworfen haben, seine Bereitschaft zur Einsicht ist in der Branche nicht alltäglich. Die Fed jedenfalls hat sich noch nie für eine Entscheidung entschuldigt.
Quelle: Financial Times Deutschland
Rainer schrieb:
am 13. Januar 2012 um 20:43:10
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Mea Culpa
Eines der leichtesten Übungen für jemanden der Einsicht zeigt. Aber Gross hatte recht was auch jetzt und langfristig bestätigt
wird. Der Dollar ist überfrachtet mit US-Dollar, Grüner Dollar (Europa), Petro-Dollar und Asien-Dollar. Eine neue Währung ist angezeigt.
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