03.09.2010, 15:52 Uhr | dpa-AFX, dpa
Längere Laufzeiten der Kernkraftwerke: Im Gespräch ist derzeit ein Zeitraum von 10 bis 15 Jahren. (Foto: ddp)
Das Bundesumweltministerium sieht nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) haarsträubende Fehler in dem Atomenergiegutachten, auf das Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Forderung nach längeren Laufzeiten der Kernkraftwerke stützt. Eine interne Einschätzung des Ministeriums werfe den Autoren sogar Manipulation vor, schreibt die Zeitung.
So sollen die Kosten des Klimaschutzes für die privaten Haushalte mit fast 2000 Euro pro Jahr durch höhere Mieten und Verkehrskosten viel zu hoch angesetzt sein. Dem Umweltministerium zufolge seien Extremfälle "offensichtlich bewusst ausgewählt worden", um "Klimaschutz und Umstrukturierung der Energieversorgung zu diskreditieren".
Zudem hätten die Gutachter trotz anderslautenden Auftrags nur die Kosten und nicht die Nutzen einer ambitionierten Klimapolitik betrachtet. Wegen fragwürdiger Annahmen zur Strompreisbildung schnitten Szenarien mit langen Laufzeiten der Kernkraftwerke besser ab.
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Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) wies die Darstellung des Berichts zurück. "Das Gutachten zählt zu den akzeptierten Grundlagen der politischen Entscheidungsfindung der Bundesregierung", sagte er nach Angaben einer Sprecherin vom Donnerstagabend. "Es wird von mir nicht infrage gestellt. Das zitierte Papier ist mir nicht bekannt. Es ist inhaltlich nicht maßgeblich."
Die Konzerne E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall müssen dem Bericht zufolge mit einer neuen Kernbrennstoffsteuer von 220 Euro je Gramm Uran oder Plutonium rechnen. Damit sollen pro Jahr 2,3 Milliarden Euro in die Staatskasse fließen. Allerdings solle die Erhebung der Steuer befristet werden. Die Koalitionsspitzen wollen nach Informationen der Deutschen Presseagentur am Sonntag den Streit um längere Laufzeiten der Kernkraftwerke beilegen. Im Gespräch ist ein Zeitraum von 10 bis 15 Jahren. Dabei soll auch geklärt werden, wie viel die Stromkonzerne für längere Laufzeiten bezahlen müssen.
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Quelle: dpa , dpa-AFX
ehr schrieb:
am 10. September 2010 um 17:27:26
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AKW
Schon solange es AKW's gibt, ist die Endlagerung in Deutschland ungeklärt. Dabei ist es dringend erforderlich. Jeder produziert Müll -
aber niemand will eine Deponie vor seiner Haustür.
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Theodor schrieb:
am 4. September 2010 um 16:47:16
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nebulös
Was in dem Gutachten steht, wissen wir nicht. Somit wissen wir auch nicht wer - wen - wie beeinflussen bzw. "über den Tisch zu
ziehen versucht". Eines ist sicher: die KKW-Betreiber werden in nichts investieren, das sich nicht "lohnt". Die Rahmenbedingungen ändern sich mit dem Standpunkt der jeweiligenRegierung und sind damit höchst unzuverlässlich zum Schaden des Industriestandortes Deutschland. Die Rechnung hierfür werden wir noch erhalten.
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MiBA schrieb:
am 4. September 2010 um 12:26:57
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@Detlef
Ob in einem dunklen Raum 1 Glühbirne brennt oder 10000 deshalb wird es draussen nicht heller. Ob in einem Strahlengesicherten Raum 1
Fass Atommüll steht oder mehrere muss nicht bedeuten, dass ausserhalb die Strahlung zunimmt. Was meine "Wertstofftheorie" angeht, sufen Sie doch mal unter dem Begriff " Transmutation ". Ich bin kein Atomfreak aber lasse mich auch nicht in Panik versetzen. So - jetzt gehe ich strahlungsfrei einkaufen.
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