"Zertifikate Journal" warnt vor dem Crash im Automarkt (Foto: imago)Die Abwrackprämie hat der Automobilbranche einen Absatzrausch beschert. Doch spätestens wenn der Geldfluss der öffentlichen Hand versiegt ist, droht der Branche ein fürchterlicher Kater. Dank der staatlichen Zugabe schnellte in Deutschland die Zahl der Neuzulassungen im ersten Halbjahr um 26 Prozent auf 2,06 Millionen Fahrzeuge empor. Das übertrifft sogar den bisherigen Neuzulassungsrekord aus dem Jahr 1999.
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Weiter Überkapazitäten im Automarkt
Auch in zahlreichen anderen Ländern wie Frankreich, Japan, China und seit Anfang Juli auch in den USA sollen staatliche Prämien die Branche schützen. Dabei wird übersehen, dass sich mit der Abwrackprämie zwar kurzzeitig die Symptome, aber nicht die Ursachen der Misere bekämpfen lassen. Zu denen gehören vor allem die notorischen Überkapazitäten. Deren Bereinigung wird durch die staatlichen Gelder nur aufgeschoben, aber nicht aufgehoben.
Der große Knall kommt erst noch
Spätestens im kommenden Jahr droht der Branche eine Götterdämmerung – mit Werksschließungen, Massenentlassungen und Insolvenzen. In Deutschland etwa erwarten Branchenexperten einen Absatzrückgang von einer Million Fahrzeuge. An der Börse scheint man das drohende Unheil noch weitgehend zu ignorieren. So hat der Sektor seit Anfang März fast 37 Prozent gut gemacht.
Lieber short im Automarkt
Wir raten von Long-Investments in die Autobranche eindringlich ab, zumal die meisten Branchenindizes aufgrund der fundamental völlig irrsinnigen Bewertung von Volkswagen ein zusätzliches Klumpenrisiko bergen. Mehr Sinn macht es, auf eine Korrektur zu spekulieren – etwa mit einem endlos laufenden Turbo Bear der Commerzbank auf den EURO STOXX Automobil & Parts-Index (ISIN DE000CM7REH7).
Video - boerse_stuttgart_tv_fallende_maerkte
Stopp-Kurs setzen
An fallenden Notierungen profitiert man mit einem Hebel von aktuell 3,1. Das Risiko: Geht das Szenario nicht auf, und steigt der Index (aktueller Stand: 195,91 Punkte) bis auf die Stoppschwelle bei 250,00 Punkten wird das Papier sofort fällig und nur noch zu einem Restwert zurückgezahlt. Wir raten daher, bereits knapp über der charttechnischen Widerstandslinie bei 225,00 Zähler die Reißleine zu ziehen.