
20.08.2011, 11:47 Uhr | Spiegel Online
Experten fürchten Zerfall der Euro-Zone (Quelle: imago)
Der Streit ums Griechen-Pfand ist äußerst heikel für Europa. Denn er rüttelt an einem gerade erst etablierten Prinzip: Alle für einen. Dass EU-Länder füreinander haften, war lange durch den Maastricht-Vertrag ausgeschlossen. Spätestens durch die Beschlüsse des letzten Euro-Gipfels im Juli wurde aber de facto der Weg in eine Haftungsgemeinschaft eingeschlagen. Die Pfand-Forderungen zeigt nun, wie widerwillig viele Länder diesen Weg gehen.
Wenn schon der Widerstand gegen einen Rettungsschirm derart groß ist, lässt sich erahnen, wie groß er erst beim Versuch sein wird, gemeinsame Anleihen der Euro-Staaten (Euro-Bonds) einzuführen. Schließlich sollen auch hier Länder mit höchster Bonität für Pleitekandidaten bürgen. Die Niederlande begründeten ihre Forderung nach einem Pfand bereits mit der Sorge um ihre eigene Top-Note.
Daniel Groß hat zumindest die Hoffnung, dass sich die Pfand-Forderungen nicht auf andere Krisenländer ausweiten. "Griechenland wird in der Euro-Zone als weit größerer Krisenfall gesehen als Portugal oder Irland. Wenn die Länder vernünftig bleiben, werden sie anderen Problemstaaten nicht auch noch Pfand-Pflichten aufzwängen."
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Auch IW-Ökonom Matthes warnt vor einer Ausweitung der Pfand-Regelung. "Wenn sich das durchsetzt, ist Europa kurz davor, baden zu gehen", sagt er. Zwar werde sich die deutsche Regierung, die sich bislang nicht zu dem Streit geäußert hat, kaum den Forderungen anschließen. Es ist jedoch fraglich, ob das Parlament ein Rettungspaket absegnen würde, bei dem sich fünf Euro-Mitgliedstaaten aus der Verantwortung stehlen.
Angesichts der wachsenden Euro-Skepsis in Deutschland ist laut Matthes sogar noch ein schlimmeres Szenario möglich: "Man kann nur hoffen, dass in Deutschland niemand eine Partei wie die 'Wahren Finnen' gründet."
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1. Teil: Euro-Länder spielen sich als Pfandleiher auf
2. Teil: Was genau fordert Finnland?
3. Teil: Warum gibt es Nachahmer?
4. Teil: Wie teuer wird der Streit für Europa?
5. Teil: Bricht jetzt die Euro-Zone auseinander?
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Quelle: Spiegel Online
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