Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Wirtschaft > Börse > Aktien >

Abu Dhabi steigt bei Daimler ein

...

Abu Dhabi steigt bei Daimler ein

08.04.2009, 12:55 Uhr | cs

Daimler erhält einen neuen Großaktionär (Quelle: dpa) Daimler erhält einen neuen Großaktionär (Quelle: dpa)Der von der Absatzkrise gebeutelte Autobauer Daimler hat sich ein zweites Emirat als Großaktionär ins Haus geholt. Mit 9,1 Prozent steigt Abu Dhabi zum wichtigsten Anteilseigner auf und verweist den bereits investierten Kuwait auf den zweiten Platz. Der Einstieg spült dem Stuttgarter Autobauer mehrere Milliarden in die Kasse und soll so einen Schub bei Innovationen bringen. Geplant ist, mit den Scheichs ein Elektroauto zu entwickeln.


Ranking - Vorstandsgehälter der DAX-Bosse
Testen Sie Ihr Wissen -Kennen Sie den Daimler-Konzern?

Preisnachlass auf Daimler-Aktien

Der Einsteig geschieht durch die Ausgabe neuer Aktien, durch deren Kauf 1,95 Milliarden Euro in Daimlers Kasse fließen. Der Anteil Kuwaits wird dadurch verwässert und fällt von 7,6 auf 6,9 Prozent. Die staatlich kontrollierte Investmentgesellschaft Aabar zahlt 20,27 Euro pro Daimler-Aktie und damit rund fünf Prozent weniger als der Schlusskurs vom Freitag. Der Preisnachlass habe jedoch nur eine sehr untergeordnete Rolle bei der Entscheidung gespielt, sagte der Aabar-Chef Khadem Al Qubaisi. Ausschlaggebend seien vielmehr das hervorragende Daimler-Management, die guten Autos der Stuttgarter und ihre Technologiekompetenz gewesen. In das Tagesgeschäft wollen sich die Scheichs nicht einmischen. "Im Augenblick beabsichtige ich nicht, einen Sitz im Aufsichtsrat einzunehmen. Vielleicht später einmal." Vielmehr sei man an dem Aufbau einer langfristigen Partnerschaft interessiert. Eine spätere Aufstockung der Beteiligung sei deshalb durchaus denkbar.

Emirat steht hinter Daimler-Strategie

"Wir freuen uns sehr, in Aabar einen neuen Großaktionär begrüßen zu können, der unsere Unternehmensstrategie unterstützt und mit uns gemeinsam strategische Projekte auf den Weg bringt", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche. Der Aufsichtsrat stimmte der notwendigen Kapitalerhöhung um zehn Prozent bereits zu. Bisherige Daimler-Aktionäre konnten bei der Kapitalerhöhung keine Aktien erwerben.

Einstieg zeichnete sich ab

Über einen Einstieg von Abu Dhabi war bereits seit Monaten spekuliert worden. Aabar wird von der staatlichen International Petroleum Investment Company (IPIC) kontrolliert. Diese ist unter den deutschen DAX-Konzernen keine Unbekannte: Im Oktober hatte IPIC die Mehrheit an der Dienstleistungssparte Ferrostaal des Münchener Lkw-Herstellers MAN übernommen. Das Investment-Portfolio von IPIC wird derzeit auf mehr als 14 Milliarden Dollar geschätzt.

Beziehungen festigen

Mit den Investitionen bei Daimler und MAN will die staatliche Investmentgesellschaft auch die Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland festigen. Befürchtungen, deutsches Know-how könnte an den Golf abgezogen werden, trat Al Qubaisi entschieden entgegen. "Wir planen so etwas in keinster Weise. Ganz im Gegenteil: Wir brauchen die deutsche Technologie, um uns zukunftsfähig zu machen."

Elektroautos gemeinsam entwickeln

Daimler will mit seinem neuen Großaktionär auch im Tagesgeschäft zusammenarbeiten: Gemeinsam soll die Entwicklung von Elektroautos sowie von Verbundwerkstoffen vorangetrieben werden. "Über konkrete Projekte wird gerade gesprochen", sagte ein Sprecher. Auch Al Qubaisi bekräftigte, genaue Inhalte der künftigen Partnerschaft müssten nun nach und nach sondiert werden. In Abu Dhabi selbst sollen junge Leute für die Autoindustrie ausgebildet werden.

Daimler kämpft mit Absatzeinbruch

Der Stuttgarter Autobauer steht vor einem schweren Jahr und kalkuliert mit weniger Verkäufen und dadurch auch weniger Gewinn. Für das erste Quartal hat Zetsche bereits einen operativen Verlust angekündigt. In den ersten zwei Monaten des Jahres war der Pkw-Absatz um über ein Viertel zurückgegangen. Die Lkw-Sparte bereitet sich gar auf ein Absatzminus von bis zu 50 Prozent vor. Trotz geplanter milliardenschwerer Einsparungen will der Daimler-Chef aber Produktinnovationen nicht vernachlässigen.

"Daimler ist eine Marken-Ikone"

Bereits im vergangenen Jahr hatte Daimler gelitten: Während der Umsatz leicht auf 95,9 Milliarden Euro zurückging, brach der Überschuss um fast zwei Drittel auf 1,4 Milliarden Euro ein. Das schreckte den neuen Investor aber nicht ab. "Daimler ist eine Marken-Ikone und ein finanziell starkes Unternehmen, das weltweit für Spitzenleistungen bekannt ist", begründete Al Qubaisi das Engagement. Der bisher größte Anteilseigner Kuwait ist seit 1974 im Unternehmen engagiert. Zuletzt hatte es auch hier Spekulationen gegeben, das Emirat könne seinen Anteil ausbauen.

Daimler-Aktien profitieren nur kurz

Die Aktien von Daimler waren in Reaktion auf den Einstieg der Scheichs zunächst stark gefragt und legten zeitweise gut acht Prozent zu, rutschten aber im Handelsverlauf wieder ab. Der Einstieg der Araber geschehe zur rechten Zeit, da Automobilaktien dazu neigten, den Gesamtmarkt in einem ersten Aufschwung nach einem langen Bärenmarkt zu schlagen, kommentierte ein Börsianer. Und gegenwärtig befinde sich die Weltwirtschaft wohl in der letzten Phase der Rezession. Analyst Alexander Neuberger beließ seine Einschätzung der Daimler-Aktien auf "Outperform". Der Einstieg von Abu Dhabi stärke die Kapitalbasis der Stuttgarter.

Mehr Themen:
Autokrise - Pkw-Absatz bei Daimler rauscht weiter in die Tiefe
Ehemalige Erzrivalen - Daimler und BMW wollen enger kooperieren


Quelle: dpa-AFX , t-online.de

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Abu Dhabi steigt bei Daimler ein" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Abu Dhabi steigt bei Daimler ein" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (0)

zum Forum

Thema: "Abu Dhabi steigt bei Daimler ein"

Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr
Aus anderen Bereichen

Ex-BVB-Großaktionär ist verschwunden
Florian Homm, 2004 als Großaktionär auf der Hauptversammlung von Borussia Dortmund (Quelle: dapd)

Die Welt jagt einen Börsenbetrüger. mehr

Hertha zieht die Fortuna vors Sportgericht
Hertha-Manager Michael Preetz: "Ein regulärer Spielbetrieb war für uns nicht mehr möglich."

Berlin kämpft um eine neue Chance. mehr

Was jeden dritten Schlaganfall auslöst
Ist die Halsschlagader verkalkt, steigt auch das Schlaganfallrisiko. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Ursache liegt oft im Hals. mehr

"Katastrophen-Update" legt Windows-PC lahm
Avira-Update legt Windows lahm (Quelle: t-online.de)

Peinlicher Fehler bei Viren-Killer. mehr


Anzeigen

Anzeige

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige