Entgegen aller Behauptungen steigerten die Ärzte ihre Einkommen (Foto: imago)Allem Jammern der Funktionäre zum Trotz: Die Einkommen der niedergelassenen Ärzte sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Das berichtet zumindest die "Süddeutsche Zeitung" und beruft sich auf aktuelle Daten des Statistischen Bundesamts. Demnach wuchsen die Honorare der Mediziner in den vergangen fünf Jahren um 12,7 Prozent. So freuten sich die Ärzte im Jahre 2007 über einen durchschnittlichen Reinertrag von 142.000 Euro im Jahr. Ein Reinertrag ist dabei vergleichbar mit dem Bruttogehalt eines Arbeitnehmers. Und seitdem stiegen die Einkommen kräftig weiter.
Denn in den Zahlen ist der aktuelle Honoraranstieg noch gar nicht enthalten. So bescherte die seit Anfang des Jahres geltende Honorarreform den Ärzten ein Plus von durchschnittlich mehr als sieben Prozent, so Berechnungen der Kassenärztlichen Vereinigung. Damit stiegen die Honorare der Mediziner stärker an als die Bruttoverdienste der Arbeitnehmer in Deutschland. Das durchschnittliche Plus bei den Ärzten betrug pro Jahr 2,4 Prozent, während es bei den Arbeitnehmern bei etwa 2,3 Prozent lag. Ärzte und Verbandsvertreter hatten dagegen immer wieder über angebliche Honorareinbußen geklagt, die sicherlich manche Ärzte auch zu verkraften hatten.
Allerdings verdienen Mediziner höchst unterschiedlich. So steht ein Hausarzt im Schnitt weitaus schlechter da als etwa ein Radiologe. Demnach erzielten Allgemeinmediziner 116.000 Euro, Kinderärzte 124.000 Euro, Augenärzte 170.000 Euro, Orthopäden 186.000 Euro und Radiologen als Spitzenverdiener 264.000 Euro Reinertrag im Jahr. Wer in einem wohlhabenden Teil des Landes praktiziert, nimmt ebenfalls mehr ein als Kollegen in einer ärmeren Region. Das Statistische Bundesamt ermittelte die Daten durch eine Befragung von 5299 Arztpraxen in ganz Deutschland.
Privatpatienten bescheren gute Einnahmen
Rund ein Viertel ihrer Honorare nahmen Ärzte durchschnittlich mit der Behandlung von Privatpatienten ein. Den Rest bekamen sie von den Krankenkassen überwiesen. Damit bescheren die Privatpatienten den Ärzten überdurchschnittlich hohe Einahmen, denn privatversichert sind lediglich zehn Prozent der Bevölkerung.