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Ärztepräsident fordert bis zu 1,5 Milliarden Euro mehr
09.03.2009, 13:45 Uhr | lgs
Niedergelassene Mediziner fordern eine Aufstockung der Honorare. (Quelle: t-online.de)Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe hat eine weitere Aufstockung der Honorare für niedergelassene Mediziner um eine bis 1,5 Milliarden Euro gefordert. Denn statt der nun genannten drei Milliarden Euro Erhöhung kämen 2009 nur 1,2 Milliarden Euro bei den Ärzten an, sagte Hoppe im Deutschlandfunk. Weil davon allein 800 Millionen Euro nach Ostdeutschland flössen und weitere Mittel für Rückstellungen nötig seien, komme "effektiv gegenüber dem Jahre 2008 sogar ein Minus heraus", sagte Hoppe. "Und dieses Minus ist ein Problem."
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Krankenkassen lehnten Aufstockung bereits ab
Die zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung und Krankenkassen vereinbarte Erhöhung um rund drei Milliarden Euro bezog sich auf den Vergleichwert 2007. Im vergangenen Jahr waren - vor Start eines neuen Honorarsystems Anfang 2009 - die Vergütungen nach den alten Regeln bereits unerwartet stark gewachsen. Der Präsident der Bundesärztekammer sagte, dies sei zum Zeitpunkt der neuen Honorarverteilung, die seit dem 1. Januar gilt, noch nicht bekannt gewesen. "Deswegen ist das jetzt ein großes Problem und das Ganze muss eigentlich neu aufgerollt werden", sagte Hoppe. 2008 - und nicht 2007 - sei die richtige Berechnungsgrundlage. Auf die Frage, um welche Summe es gehe, sagte er: "Das müssten genau die eine bis 1,5 Milliarden mindestens sein." Die Krankenkassen haben eine Aufstockung mit Hinweis auf die krisenbedingten Nöte vieler Beitragszahler bereits abgelehnt.
Ärztekammer bei Rechtsverstößen nur letzte Instanz
Zu Sanktionen gegen Ärzte, die von Patienten rechtswidrig Vorkasse für die Behandlung verlangen, äußerte sich der oberste Standesvertreter zurückhaltend. Zuerst seien die Kassenärztlichen Vereinigungen mit ihrem Disziplinarrecht oder die Staatsanwaltschaften am Zuge, erst danach die Ärztekammern mit dem Berufsrecht.
Bundesgesundheitsministerin verteidigt Honorarreform
Die Krankenkassen melden inzwischen Hunderte von Fällen, bei denen Ärzte von Patienten Vorkasse verlangt oder Leistungen eingeschränkt hatten. Viele Ärzte protestieren inzwischen und drohen mit flächendeckenden Praxisschließungen vor der Bundestagswahl. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hatte Probleme in einzelnen Regionen und bei einigen Arztgruppen eingeräumt, die Honorarreform aber insgesamt verteidigt.
Reform sollte Ärzteeinkommen übersichtlicher machen
Mit der Reform wurde nicht nur die Honorarsumme auf bundesweit rund 30 Milliarden Euro aufgestockt. Sie sollte eigentlich auch die Einkommen der Mediziner übersichtlicher und bundesweit einheitlicher gestalten. Statt nach Punkten wird nun in Euro- und Cent-Beträgen abgerechnet. Allerdings sind nun die Bezüge in verschiedene Komponenten aufgeteilt. Neben sogenannten Regelleistungsvolumina - einer Art Grundvergütung - gibt es mehrere Sondertöpfe, aus denen zum Beispiel Vorsorgeleistungen oder ambulante Operationen extra vergütet werden.
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Quelle: t-online.de
, dapd