Air Berlin - einige Flieger bleiben am Boden (Foto: dpa) Weltweit mustern derzeit viele Airlines Flugzeuge aus und legen Strecken still. Grund sind die explodieren Kosten für Kerosin. Jetzt will nun auch die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin Kapazitäten abbauen. Mit Beginn des Winterflugplans am 1. November sollen 14 Kurz- und Mittelstreckenjets weniger eingesetzt werden, teilte Air Berlin mit. Die Kapazität soll insgesamt um zehn Prozent gekürzt werden, bei Langstrecken um 30 Prozent. Auch die Fluggesellschaft TUIfly streicht Strecken und legt drei Flugzeuge still - allerdings erst zum Sommer 2009. Auch hier sind die Treibstoffpreise ein Grund, hauptsächlich geht es aber um die Steigerung der Ertragskraft, sagte ein TUIfly-Sprecher.
Air Berlin löst außerdem die Verwaltung der 2006 übernommenen Tochter dba in München auf - für die verbliebenen 52 Beschäftigten werde ein Sozialplan erstellt. Das Sparpaket soll einen Teil der Belastungen auffangen, die durch die stark gestiegenen Kerosinkosten entstanden sind, sagte Vorstandschef Joachim Hunold. Ziel sei es, die Auslastung zu erhöhen, somit werde nicht unbedingt mit weniger Passagieren gerechnet. Wie viel Air Berlin einsparen will, wurde nicht genau beziffert. Die Treibstoffrechnung dürfte nach früheren Angaben in diesem Jahr aber um 80 Millionen Euro höher ausfallen als noch im März veranschlagt.
Weniger Asien, mehr Florida
Konkret sollen im Winter nur noch 120 Flugzeuge eingesetzt, statt bisher 134. Vor allem ältere Jets mit einem höheren Treibstoffverbrauch werden ausgemustert. Mehrere Strecken nach Asien werden eingestellt. Wegen unsicherer Überflugrechte für Russland könnte ein Umweg nötig werden, der sich aber wegen des teuren Sprits nicht rechne. Die Verbindungen nach Kapstadt und Bangkok werden reduziert. Dagegen will Air Berlin häufiger nach Florida fliegen, weil es dafür eine hohe Nachfrage gibt.
Unterbrecher 70-Tage
Effizienterer Flugplan bei TUIfly
Bei TUIfly hieß es, der Sommerflugplan 2009 sei effizienter und produktiver gestaltet worden. Zu den Strecken, die gestrichen worden seien, zählten etwa die Verbindungen Hannover - Stockholm oder Köln - Linz. Die Zahl der wöchentlichen Verbindungen bleibe aber mit rund 900 in etwa gleich. TUIfly ist eine Tochter des Reiseriesen TUI Travel mit Sitz in London, an dem die TUI AG in Hannover die Mehrheit hält.
Flugtickets werden knapper
Mit den jetzt angekündigten Sparmaßnahmen befinden sich die hiesigen Fluggesellschaften in guter Gesellschaft. Vor allem die US-Fluggesellschaften mussten zuletzt hohe Verluste einräumen und Kapazitäten abbauen. Jüngstes Beispiel ist United Airlines: Die US-Fluggesellschaft will wegen der stark gestiegenen Kerosinkosten bis zu 1600 Stellen abbauen und 100 Flugzeuge stilllegen.