28.02.2010, 14:05 Uhr | sky, dpa
Der Militär-Airbus A400M (Foto: imago)Der Pannenflieger A400M kommt nicht aus den Schlagzeilen: Nur drei Wochen nach dem erfolgreichen Jungfernflug droht dem Militärtransporter das Aus. Airbus will mit den Kundenstaaten kurzfristig eine Entscheidung über die Finanzierung erzielen, sagte ein Sprecher dem Nachrichtenmagazin "Focus". Bis Ende Januar fordert Airbus ein Entgegenkommen von den Abnehmern Frankreich und Deutschland. Airbus-Chef Thomas Enders setzte in der Tageszeitung "Die Welt" de facto den Regierungen in Berlin und Paris die Pistole auf die Brust: Entweder es gibt eine Einigung, oder das Projekt stirbt.
"Wir wollen das A400M-Programm zu einem Erfolg führen und sind bereit, auch unsere Verantwortung zu übernehmen und die Lasten zu teilen“, sagte Konzernsprecher Stefan Schaffrath laut "Focus" in Paris. Der Sprecher fügte hinzu: "Aber das Programm braucht eine starke finanzielle Anstrengung der Regierungen, damit es für alle Seiten ein Erfolg wird. Wir hoffen, die Verhandlungen bis Ende des Monats abzuschließen." Und weiter: "Was noch fehlt, ist eine solide finanzielle Basis für die Zukunft“, sagte Schaffrath. Damit forciert Airbus die entscheidende Runde der Verhandlungen.
Zuvor hatte bereits die Airbus-Spitze den Druck erhöht. Airbus-Chef Thomas Enders sagte der Zeitung "Die Welt": "Jetzt ist Zeit für Bewegung, so oder so.“ Das A400M-Programm werde voraussichtlich keinen Gewinn abwerfen. Er könne es aber "nicht verantworten, mit so einem Rüstungsprogramm das ganze Unternehmen und damit auch die zivilen Programme zu gefährden“. Schon vor einem Jahr hatte Enders erklärt, falls die Gespräche scheitern, wolle er das Programm einstellen: "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende".
Am A400M-Projekt hängen rund 40.000 Arbeitsplätze in Europa, davon 11.000 in Deutschland. Das Programm hat gut drei Jahre Verspätung und die Plankosten von 20 Milliarden Euro für die ersten 180 Maschinen werden vermutlich um fast 40 Prozent überschritten. Airbus hat bereits 2,4 Milliarden Euro Rückstellungen gebildet und will die Mehrkosten auf die Abnehmer abwälzen. Deutschland als größter Startkunde beharrt bisher aber auf die Einhaltung des Vertrages.
Als Kompromiss ist seit Monaten die Senkung der Lieferzahlen im Gespräch. Der A400M ist das größte europäische Rüstungsprojekt. Am 11. Dezember hatte das Transportflugzeug nach langer Verzögerung seinen Jungfernflug absolviert. Airbus hat die Fertigung komplett reorganisiert und den Großteil der technischen Probleme gelöst.
Quelle: dpa , t-online.de
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