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Aktienmarkt 2012: Analysten erwarten deutliche DAX-Zuwächse

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Ausblick 2012: Analysten erwarten deutliche DAX-Gewinne

29.12.2011, 20:06 Uhr | dpa-AFX

DAX-Aktien könnten 2012 kräftig zulegen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

DAX-Aktien könnten 2012 kräftig zulegen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nach den Kursverlusten im laufenden Jahr, dürfte es für den DAX 2012 wieder kräftig nach oben gehen. Zwanzig von der Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten rechnen für den Leitindex zum Ende kommenden Jahres im Schnitt mit einem Anstieg auf 6680 Punkte. Gegenüber dem aktuellen Niveau wäre dies ein Plus von circa 15 Prozent. Einfach wird das Jahr für die Anleger dennoch nicht.

Dividendentitel dürften auf Interesse stoßen

Der Optimismus der Fachleute gründet auf der robusten deutschen Wirtschaft und fehlenden Anlagealternativen. Gerade weil einige europäische Staatspapiere entweder ihren Mythos als Zufluchtsort verloren haben, oder - wie etwa die Bundesanleihen - nach Abzug der Inflation gar keine Rendite bringen, könnten deutsche Dividendenwerte im kommenden Jahr auf Interesse stoßen.

Fondsmanager Christian von Engelbrechten von der Anlagegesellschaft Fidelity etwa erwartet, dass der hiesige Aktienmarkt 2012 zwar weiter schwankungsanfällig bleibt, sich insgesamt aber positiv entwickeln wird. Getrieben werde diese Entwicklung unter anderem von gesunden Unternehmensbilanzen und niedrigen Zinsen. "Die Politik hat den Ernst der Lage erkannt - ich bin daher zuversichtlich, dass Strukturreformen angegangen werden und damit das Vertrauen zurückkehrt."

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Deutsche Aktien niedrig bewertet

Auch Aktienmarktstratege Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank äußerte sich erwartungsfroh: "Der große Anteil global operierender Firmen in Deutschland dürfte das Zünglein an der Waage spielen. Sie sollten vom stärkeren Wachstum profitieren, das viele Schwellenländer im Vergleich zur Eurozone und auch den USA im kommenden Jahr erreichen dürften." Deshalb sieht der Experte den deutschen Leitindex Ende 2012 bei etwa 7250 Punkten.

Manche Experten sind noch optimistischer: Der Chefstratege von Silvia Quandt Research, Ralf Grönemeyer, prognostiziert einen DAX-Stand von 7500 Punkten. "Deutsche Aktien sind aktuell ein niedrig bewertetes Investment und dürften wegen der exzellenten Verfassung vieler Unternehmen zunehmend nachgefragt werden", schrieb der Experte in einer aktuellen Analyse. Das zuletzt fehlende Vertrauen in deutsche Aktiengesellschaften dürfte wieder wachsen. Vor diesem Hintergrund würden die Anleger wohl sukzessive Gelder von nur auf den ersten Blick risikolosen Anleihen in Dividendentitel umschichten.

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Rauer Wind im ersten Quartal

Allerdings wird es für den DAX 2012 wohl nicht wie an einem Strich gezogen kontinuierlich nach oben gehen. Vielmehr dürfte den Anlegern mindestens bis ins erste Quartal hinein noch ein rauer Wind um die Nase wehen. Zwar seien Aktien derzeit in der Tat zumeist angemessen bewertet, wenn man die um zyklische Änderungen bereinigten Unternehmensgewinne zugrunde lege, meinten die Experten der Landesbank Hessen-Thüringen. Jedoch "fehlten vorerst die für weitere nachhaltige Kurssteigerungen notwendigen Ertragsperspektiven." Gleichzeitig sorge die Schuldenkrise in Europa noch für Verunsicherung.

Analyst Carsten Klude von der Hamburger Privatbank M.M. Warburg befürchtet, dass das Marktumfeld sogar bis in das erste Halbjahr 2012 hinein besonders schwierig bleiben dürfte. Es sei eine Reihe von negativen Konjunkturdaten zu erwarten und die Unternehmen würden ihre noch optimistischen Einschätzungen zurückschrauben.

Société Générale rechnet mit DAX-Absturz

Es gibt aber auch mahnende Stimmen unter den Finanzexperten: Von allen befragten Analysten am pessimistischsten eingestellt sind die Experten der Société Générale. "Es ist nicht leicht, Kurstreiber zu finden", hieß es in ihrem Marktausblick. Die Probleme der europäischen Regierungen seien bei weitem noch nicht gelöst. Zudem könnte der zuletzt stark gewachsenen chinesischen Wirtschaft eine harte Landung bevorstehen. Deshalb raten die Fachleute, Aktien weiterhin mit Vorsicht zu genießen. Ihrer Ansicht nach dürfte der DAX Ende des ersten Halbjahrs bis auf 4800 Punkte zurückfallen.

Nach Meinung von Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp könnten die Gewinnerwartungen der 30 DAX-Unternehmen in diesem Zeitraum von Januar bis Juni kommenden Jahres um zehn Prozent sinken: "Die Rezession in Deutschland und im Euroraum wird sich in den ersten Monaten 2012 negativ in den Unternehmensbilanzen niederschlagen. Die Unternehmen werden im ersten Halbjahr vorsichtige Ausblicke auf das Geschäftsjahr 2012 geben."

Gute Gelegenheit zum Nachkaufen

Dennoch dürfte der DAX im kommenden Jahr kaum unter seinen Buchwert bei 5200 Indexpunkten fallen, der im Kern die Summe der Vermögensstände aller Mitgliedsunternehmen abzüglich deren Schulden beschreibt, räumte der Fachmann ein. Vielmehr böten sich im Bereich zwischen 5200 und 5500 Punkten gute Nachkaufgelegenheiten. Zum Jahresende erwartet er einen Anstieg des Leitindex auf 6400 Punkte.

Doch am Ende müssen eventuell wie schon 2011 alle Prognosen über den Haufen geworfen werden, wenn der Aktienmarkt erneut von Naturkatastrophen oder anderen unkalkulierbaren Ereignissen durchgeschüttelt wird. Insbesondere könnte die Realität den alten Börsenspruch endgültig entzaubern, dass politische Börsen schnell vorübergehen und insofern "kurze Beine" haben.

Eurokrise könnte Prognosen über den Haufen werfen

"Selten war der Ausblick auf ein neues Jahr so zwiespältig wie heute", meinte etwa Chefvolkswirt Holger Schmieding von der Berenberg Bank. "Und selten hing das Schicksal der Weltkonjunktur so sehr an Entscheidungen, die unsere Politiker und Währungshüter in Deutschland und Europa in den nächsten Monaten treffen müssen."


Quelle: dpa-AFX

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Kommentare (5)

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Thema: "Aktienmarkt 2012: Analysten erwarten deutliche DAX-Zuwächse"

hanssiehtalles schrieb: am 1. Januar 2012 um 14:40:26
(3) (0) Prognose
in 100 Jahren sind alle tot.

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Herb.Auer schrieb: am 1. Januar 2012 um 12:33:32
(3) (1) DAX-Ausblick 2012
Ein Ausblick ist nicht nur gestattet, sondern er muß unbedingt eingefordert werden. dafür sind d Analysten ausgebildet
worden u werden hoch bezahlt. 2005 hatte ich Gelegenheit Herrn Prof Thorsten Polleit in einem kleinen Kreis v 10 Personen zuzuhören. Punktgenau hat er damals in strohtrockener Weise Staatsanleihen analysiert u ehrlich auf d Risiken hingewiesen; insbesondere wg der Politiker. Dem gegenüber empfand er Anleihen / Anteile solventer (DAX)-Konzerne als d wesentlich bessere Wahl.
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alibaba schrieb: am 31. Dezember 2011 um 16:46:17
(11) (0) alle jahre wieder
solche ausblicke sind wie Wetterprognosen über 1 Jahr

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