22.05.2012, 15:23 Uhr
Bulle und Bär (Quelle: imago)
Die Gegenbewegung am Frankfurter Aktienmarkt hält an - obwohl zwischenzeitlich negative Meldungen zu Spanien und Japan bremsten. Der DAX hielt sich am Nachmittag mit einem Prozent im Plus bei 6392 Punkten. Die Wall Street zeigte sich vorbörslich fester. Der MDAX zog derweil um 1,8 Prozent an auf 10.354 Zähler und der TecDAX gewann 0,6 Prozent auf 756 Stellen. Der Bund-Future notierte zuletzt 0,2 Prozent schwächer bei 143,23 Euro, ein Euro wurde für nur noch 1,2746 Dollar gehandelt. Der Preis für ein Fass Rohöl der US-Marke WTI rutschte auf 92,55 Dollar und eine Feinunze Gold verbilligte sich auf 1577 Dollar.
Laut Händler Markus Huber von ETX Capital haben die Sorgen der Anleger vor dem am Mittwoch anstehenden EU-Sondergipfel zur Euro-Schuldenkrise erst einmal nachgelassen. "Wir haben seit dem Ausbruch der Schuldenkrise mehrere Male erlebt, dass die Märkte vor wichtigen Treffen der Politiker und Zentralbanker nach oben ziehen", meinte der Börsianer.
Größere Gewinne im DAX verhinderte jedoch die Abstufung der Kreditwürdigkeit Japans durch die Ratingagentur Fitch um eine Note. Es droht sogar noch eine weitere Herabstufung: Der Ausblick für das Rating sei negativ.
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Ein Händler sprach von einer "Schrecksekunde für die Anleger". Jede kleine negative Nachricht könne die Kurse in dem aktuell nervösen Umfeld sofort belasten. Anderen Börsianern zufolge überraschte zwar der Zeitpunkt der Abstufung, die Tatsache als solche aber nicht. Zudem verlief die jüngste Geldmarkt-Auktion in Spanien eher enttäuschend. Das krisengeschüttelte Euro-Schwergewicht kommt zwar kurzfristig problemlos an frische Mittel - doch der Zinsdruck wird größer.
Auch die US-Aktienmärkte dürften zur Eröffnung an die Vortagesgewinne anknüpfen. Vor Handelsbeginn stand der Future auf den Dow Jones Industrial mit 0,2 Prozent im Plus bei 12.509 Punkten, der Kontrakt auf den NASDAQ 100 notierte 0,3 Prozent fester. Aktuelle Daten zum US-Immobilienmarkt und zum Verbrauchervertrauen in der EU, die für den Nachmittag terminiert sind, könnten im Verlauf frische Impulse liefern. Bei den US-Verkäufen bestehender Häuser für April rechnen Experten im Schnitt mit einem Anstieg von 2,9 Prozent zum Vormonat.
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Viele zuletzt besonders stark von der Schuldenkrise belasteten Branchen gehörten gleichwohl zu den Favoriten. Im Einklang mit Gewinnen bei europäischen Autowerten legten die Titel der Autohersteller BMW, Volkswagen und Daimler zwischen 1,8 und 2,9 Prozent zu. Noch deutlichere Aufschläge von bis zu vier Prozent verbuchten die Titel der im MDAX notierten Autozulieferer Continental, ElringKlinger und Leoni. Ein Händler sagte: "Der Sektor hat Nachholbedarf".
Außerhalb des Autosektors gewannen die besonders stark von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abhängigen Titel des Zementherstellers HeidelbergCement an der DAX-Spitze 2,6 Prozent.
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Die Titel profitierten auch von der Hoffnung auf Wachstumsimpulse aus China und Europa. Nach dem Wahlsieg des neuen französischen Staatspräsidenten Francois Hollande am 6. Mai könnte sich nun eine kleine Wende in der europäischen Konjunkturpolitik anbahnen, sagte Analyst Heino Hamann von der NordLB. Bereits an diesem Mittwoch sollten Hollande zufolge bei einem EU-Sondergipfel in Brüssel "alle Vorschläge, alle Ideen auf den Tisch", um das Wachstum wieder anzukurbeln.
Die Aktien von RWE verbuchten ein Plus von 1,4 Prozent, obwohl der Energieversorger auf Widerstand beim Verkauf der Anteile an den Berliner Wasserbetrieben stößt.
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Bayer sanken um 0,3 Prozent. Der Pharmakonzern hatte mit dem Kassenschlager Nexavar einen Rückschlag erlitten. Das Mittel wird nach dem negativen Ausgang einer Studie wahrscheinlich nicht zum Kampf gegen Lungenkrebs eingesetzt.
Das Schlusslicht im DAX bildeten die Titel des Handelskonzerns Metro mit einem Minus von 2,2 Prozent. Nach den Gewinnen der beiden Vortage bröckelte die Aktie Händlern zufolge belastet von einem negativen Analystenkommentar ab. Die Experten der niederländischen ING hatten ihr Kursziel für die mit "Hold" beurteilten Papiere gekürzt. Für Analyst John David Roeg steht der Handelskonzern vor einem Jahr der Restrukturierung und so dürfte das operative Wachstum im laufenden Jahr schwach ausfallen.
Im MDAX kletterten die Aktien von Hochtief um 2,8 Prozent. Händler verwiesen auf Aussagen zum Ausblick der australischen Tochter Leighton, die den Kurs der Titel stützten. Trotz eines enttäuschenden Jahresstarts hatte deren Chef Hamish Tyrwhitt die Ziele für 2012 bestätigt. Die Leighton-Aktien hatten nach der Meldung in Sydney mehr als drei Prozent gewonnen.
Positive Vorgaben hatte es für den DAX aus Asien gegeben. Die Spekulationen, dass China und Europa Schritte Unternehmen könnten, um das Wirtschaftswachstum zu stützen, hätten den Märkten geholfen, erläuterten Börsianer. Der Nikkei-Index verbuchte zum Schluss ein Plus von 1,1 Prozent auf 8729 Zähler. Der MSCI Asia Apex 50, der die Aktienkurse der 50 größten Unternehmen Asiens exklusive Japan abbildet, stieg um 1,5 Prozent auf 775 Punkte.
Auch an der Wall Street hatte es am Vorabend Gewinne gegeben: Die Hoffnungen auf ein Konjunkturprogramm in China sowie Aussagen auf dem G8-Gipfel zu Griechenland sorgten für gute Laune. Der Leitindex Dow Jones schloss den Handel mit plus 1,1 Prozent bei 12.504 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index stieg um 1,6 Prozent auf 1316 Punkte. An der Nasdaq kletterte der Composite-Index um 2,5 Prozent auf 2847 Zähler.
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Quelle: sky , dpa-AFX , t-online.de
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