Aldi und Lidl senken die Preise (Foto: ddp)Die beiden führenden Lebensmitteldiscounter Aldi und Lidl haben in mehreren Wellen seit Jahresbeginn die Preise von jeweils über 100 Artikeln gesenkt. Aldi Nord zählte am Montag in doppelseitigen Zeitungsanzeigen 117 Produkte auf, deren Preise es seit dem 15. Januar dauerhaft gesenkt hatte. Aldi Süd veröffentlichte eine Liste mit 112 Artikeln. Die Nummer zwei auf dem deutschen Markt, Lidl, warb ebenfalls mit einer Liste von über 100 Artikeln.
Wichtig sind die Preissenkungen nicht nur für Kunden der beiden Discounter, sondern für alle Verbraucher. Die Aktionen der beiden Marktführer bleiben im Lebensmitteleinzelhandel selten ohne Auswirkung. Zu beobachten war dies vor allem im ersten Quartal 2008, als Lidl und Aldi die Preise um mehr als zehn Prozent gegenüber den Vorjahresmonaten anhob und die Konkurrenz nachzog.
Durchschnittspreise sinken
Wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in der aktuellen Ausgabe des "Consumer Index" berichtet, lagen die im Januar 2009 von der GfK ermittelten Durchschnittspreise um 0,6 Prozent unter Vorjahresniveau. Dabei entfällt der größte Rückgang mit 1,3 Prozent auf die Discounter. Hier gibt Lidl den Takt vor. In Märkten mit Vollsortiment gingen die Preise um 0,1 Prozent zurück. Nur in Drogerien wurde ein Anstieg von 0,6 Prozent registriert.
Jeder Fünfte muss sparen
Bei seiner Erhebung greift das Institut auf Preisdaten zurück, die von Verbrauchern direkt nach Einkäufen und Besorgungen über spezielle Scanner eingegeben und gesammelt werden. Zudem werden unter den Teilnehmern regelmäßige Umfragen durchgeführt. Ein Ergebnis davon: Nach eigener Einschätzung konnten sich im Jahr 2008 insgesamt 27 Prozent der Haushalte fast nichts mehr leisten.
Die Lage spitzt sich zu
Die Zahl entspricht 8,2 Millionen Haushalten mit 18,5 Millionen Verbrauchern und ist laut GfK seit dem Jahr 2005 um zwei Prozent gestiegen. Im Vergleich mit dem Jahr 2002 sogar um acht Prozent. Für sechs Prozent dieser 8,2 Millionen Haushalte reicht es vorne und hinten nicht. Sie geben 17 Prozent ihres gesamten Haushaltsbudgets für Güter des täglichen Bedarfs aus, obwohl sie bereits nur die billigsten Produkte einkaufen