
23.12.2011, 11:07 Uhr | Financial Times Deutschland
Die Menschen werden immer älter - und ärmer. Die Folgen spürt auch der Immobilienmarkt: Gefragt sind künftig kleine und bezahlbare Objekte.
Der Begriff "demografischer Wandel" ist bei Investoren eigentlich schon längst kein Unbekannter mehr. Doch gerade Privatanleger, die Immobilien als Renditeobjekte erwerben wollen, ignorieren diesen Trend bisher weitgehend. Dabei steht eine Folge der sich verschiebenden Bevölkerungsstruktur und dem daraus entstehenden Druck auf die Sozialsysteme bereits fest: Die Altersarmut in Deutschland wird steigen - und mit ihr die Nachfrage nach kleinen, günstigen Wohnungen.
"In den kommenden Jahren werden immer mehr Menschen mit gebrochenen Erwerbsbiografien in die Rente gehen", sagt Matthias Günther, Wohnungsmarktforscher und Demografie-Experte beim Pestel Institut in Hannover. Dadurch werde die Zahl der Rentner, die auf staatliche Grundsicherung angewiesen sind, bis zum Jahr 2020 im Vergleich zu 2008 auf 930.000 steigen. Das ist ein Plus von 125 Prozent. "Diese Senioren werden sich nur Wohnungen leisten können, deren Miete besonders niedrig ist", sagt Günther. Dadurch werde die Nachfrage nach 1,5- und Zwei-Zimmerwohnungen mit 25 bis 30 Quadratmeter Wohnfläche für Singlehaushalte und bis zu 50 Quadratmeter für Seniorenpaare deutlich steigen.
Sollte die von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vorgeschlagene Grundrentensicherung von 850 Euro pro Monat eingeführt werden, könnten die so gestützten Senioren mit Blick auf andere Lebenshaltungskosten maximal 250 Euro pro Monat für eine Warmmiete aufbringen, rechnet Günther vor. Das ist gesellschaftlich wie ökonomisch brisant: "Minirenten werden in den kommenden Jahren gravierende Auswirkungen auf die Nachfrage an den Wohnungsmärkten haben."
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Zwar flüchten seit Beginn der Finanzkrise immer mehr Privatanleger in Wohnimmobilien. Im Fokus stehen bislang jedoch nur große Wohnungen der gehobenen Klasse in Metropolen. Das hat deren Preise kräftig in die Höhe und die aus den Mieteinnahmen erzielbaren Renditen in den Keller getrieben. "Am Wohnungsinvestmentmarkt erfolgen gegenwärtig überproportionale Kapitalallokationen im Luxussegment der Ballungszentren", sagt Tobias Just, Professor für Immobilienwirtschaft an der Universität Regensburg. "Die Anleger verkennen dabei die Chancen, die kleinere, einfache Wohnungen in mittelgroßen und kleineren Städten bieten."
Dieser Ansicht ist auch Thomas Beyerle, Chefanalyst der Immobiliengesellschaft IVG. "Luxuswohnungen in Metropolen wie München sind inzwischen so teuer, dass die Mietrendite nur noch 2,5 bis drei Prozent beträgt." Hingegen seien kleinere Wohnungen in den ostdeutschen Seniorenstädten Erfurt, Görlitz und Weimar so günstig, dass die erzielbare Mietrendite bei 7,5 bis acht Prozent liege. Die drei Städte haben sich mit speziellen Freizeitangeboten als Seniorenwohnorte etabliert und ältere Neubürger aus Ost- und Westdeutschland gewonnen. Weimar wuchs in den vergangenen zehn Jahren um 8,5 Prozent auf 65.479 Einwohner. In Erfurt betrug das Plus 2,2 Prozent.
"Die im Vergleich zu den Metropolen deutlich geringeren Lebenshaltungskosten werden dafür sorgen, dass auch künftig Rentner in diese Städte ziehen und damit die Wohnungsmärkte stabil halten", sagt Beyerle. Nicht nur das spreche für die Seniorenstädte: "Die Risiken für Investoren sind hier geringer, weil sie hier für den Preis einer Eigentumswohnung in München gleich drei oder vier Wohnungen bekommen", sagt Beyerle. Stehe eine Wohnung wegen eines Mieterwechsels leer, werfen die anderen weiterhin Mieterträge ab.
Viele Anleger scheuen bislang den Kauf von Bestandswohnungen in bei Senioren gefragten Standorten, weil sie hohe Kosten beim altersgerechten Umbau fürchten. Die Bedenken seien übertrieben, meint Günter Vornholz, Professor für Immobilienökonomie an der EBZ Business School. "Die heutigen Rentner sind sehr viel gesünder und rüstiger als früher." Die nötigen Umbauten wie im Bad würden jedoch einige Tausend Euro kosten.
Anleger sollten aber auf die Infrastruktur achten, rät Andreas Schulten, Vorstand der Immobilienforschungsgesellschaft Bulwien Gesa. "Senioren suchen Wohnungen in der Nähe von Ärztehäusern, Apotheken und Einkaufsgeschäften." Zudem sollte eine Bushaltestelle in der Nähe sein. Schulten: "Stimmen diese Rahmenbedingungen, können sich kleinere, günstig vermietbare Wohnungen in Görlitz oder Weimar als weit interessanteres Investment erweisen als Objekte in München oder Hamburg."
Quelle: Financial Times Deutschland
Looser schrieb:
am 7. Februar 2012 um 11:47:10
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Schock nach 20 Jahren
Du kannst machen was du willst, irgeneiner zieht im Hintergrund die Fäden, die dich in die Pleite oder Sklaverei
hinein manöverieren. Schaffst du es bis zur Kiste, haben die Erben das Glück, nicht die Erbauer!
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Ist so schrieb:
am 24. Dezember 2011 um 10:34:58
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@ blinker
...oder man hat für Niedriglohn gearbeitet und / oder nichts geerbt !
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blinker schrieb:
am 24. Dezember 2011 um 08:04:27
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Immobilie
Grundsätzlich kann ich nicht verstehen, warum man eine Immobilie immer in den Vordergrund stellt. Es ist nun mal im Leben so, daß
sich nicht jeder eine Immobilie leisten kann. wäre aus seltsam, erzählt man doch, in Deutschland gäbe es viele arme Menschen. Eine Immobile muss man schon planen, wenn man noch mitten im Beruf steht und die Konsequenzen durchkalkuliert hat. Hat man seine Immobilie bis zum Renteneintritt bezahlt, ist die Sache gelaufen, im anderen Fall, hat man sich verzockt.
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