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American Airlines: Hoffnungsschimmer für insolvente Airline

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Hoffnungsschimmer für American Airlines

16.01.2012, 10:56 Uhr | Financial Times Deutschland

Flugzeuge von American Airlines  (Quelle: imago)

Flugzeuge von American Airlines (Quelle: imago)

Das Ringen um die Zukunft von American Airlines hat begonnen. US-Medien zufolge weckt die insolvente Fluggesellschaft, die Ende November in den Gläubigerschutz flüchtete, reges Interesse: Der Marktführer Delta soll sich für die Nummer vier auf dem US-Markt ebenso interessieren wie der kleinere Wettbewerber US Airways. Auch der Finanzinvestor TPG Capital - dessen Chef David Bonderman unter anderem den Aufsichtsrat von Ryanair führt - soll erste Gespräche führen. Nach der Übernahme von Northwest durch Delta im Jahr 2008 und dem Zusammenschluss von United und Continental 2010 könnte es nun zur letzten großen Fusion oder Übernahme in der US-Luftfahrtbranche kommen.

Warum ist American Airlines trotz der Insolvenz attraktiv?

American Airlines verfügt über ein breites Streckennetz und über Landerechte auf begehrten Flughäfen wie London-Heathrow. Zudem ist die Fluggesellschaft besonders stark im wachsenden Geschäft mit Lateinamerika: Der Kontinent gilt in der Branche als einer der Hoffnungsmärkte. Anders als etwa Europa und Nordamerika ist der Markt noch nicht gesättigt. Die Fluggesellschaft führt zudem - gemeinsam mit British Airways - die Allianz Oneworld an, der sich auch die deutsche Air Berlin im April anschließen will. American Airlines hat - anders als Delta und Continental - noch keine Insolvenz durchlebt. Entsprechend hoffen die Interessenten, dass sich jetzt nicht nur die Kosten senken lassen. Vielmehr könnte American Airlines mit einem Partner das Streckennetz weiter ausbauen.

Viele Partner stehen bereit

Durch einen Zusammenschluss mit Delta würde American Airlines zum Weltmarktführer aufsteigen. Innerhalb des neuen Konzerns bekäme die Fluglinie aber wohl nur die Rolle des Juniorpartners. Zudem bestehen kartellrechtliche Bedenken, denn gemeinsam würden die beiden Gesellschaften 35 Prozent des nordamerikanischen Marktes beherrschen. Delta hatte sich schon 2008 mit Northwest zusammengeschlossen und befördert jährlich 163,8 Millionen Passagiere. Um diese Bedenken auszuräumen, könnte Delta womöglich nur Teile des Geschäfts übernehmen, wodurch American Airlines faktisch zerschlagen würde.

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Bei einem Zusammenschluss mit dem deutlich kleineren Rivalen US Airways hingegen könnte American Airlines die Führung für sich beanspruchen. Gemeinsam würden beide über einen Marktanteil von 22 Prozent verfügen - und damit zu Delta und United Continental aufschließen. Denkbar ist auch, dass TPG und US Airways zusammen bei American Airlines einsteigen. Der Finanzinvestor verfügt bereits über Erfahrungen in der Luftfahrtindustrie: Bonderman kaufte 1993 schon die ebenfalls insolvente Fluglinie Continental.

Sanierungsplan ermöglicht Verkauf

Mit einem Abschluss wird frühestens in ein paar Monaten gerechnet. Bis Ende des Monats muss AMR, der Mutterkonzern von American Airlines, der mit rund 30 Milliarden Dollar verschuldet ist, zunächst einen detaillierten Sanierungsplan vorlegen. Erst wenn die Fluglinie umfassend saniert ist, würde sich eine Übernahme lohnen. American Airlines muss jetzt die Flotte stutzen, neue Tarifkonditionen mit den Gewerkschaften und günstigere Leasingverträge für die Flugzeuge aushandeln.

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Handel der Aktie wurde eingestellt

Es sind bislang wenig Details an die Öffentlichkeit gedrungen. Fest steht, dass der Flugbetrieb von der Insolvenz nicht betroffen ist. Der bislang auffälligste Schritt war, dass der Handel der Aktie zum Jahreswechsel nach 72 Jahren eingestellt wurde. Die Aktionäre könnten somit leer ausgehen, warnte der Vorstand. Den hohen Schulden stehen Vermögenswerte in Höhe von geschätzt 25 Milliarden Dollar gegenüber.

Ein großer Deal wird noch erwartet

Die Zahl der großen Fluggesellschaften hat sich in den USA von sieben auf vier verringert. Weitere Übernahmen durch die beiden großen Airlines sind nun aus kartellrechtlichen Gründen kaum mehr möglich. Umso ehrgeiziger ist der US-Airways-Chef Doug Parker: "Einen großen Deal" gebe es noch, sagte er erst im vergangenen Jahr - und an dem wolle er auch beteiligt sein. Ansonsten dürfte sich die Konsolidierung in den kommenden Jahren auf kleinere und regionale Gesellschaften beschränken.

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Quelle: Financial Times Deutschland

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