
30.09.2011, 16:32 Uhr | Financial Times Deutschland
Doch kein reicher Russe, sondern ein amerikanischer Finanzinvestor: Der Sportwagenbauer Spyker soll verkauft werden. Damit zerbröselt der Konzern, zu dem auch Saab gehört.
Der Saab-Besitzer Swedish Automobile unternimmt einen neuen Anlauf, um seine Sportwagensparte Spyker zu Geld zu machen. Der Konzernteil gehe an den US-Investor North Street Capital, teilte Swedish Automobile mit. Der anvisierte Preis für die niederländische Luxusmarke liege bei rund 32 Millionen Dollar. Eine entsprechende Übereinkunft mit North Street Capital sei vorläufig, eine Kaufgarantie gebe es zunächst nicht.
Der niederländische Geschäftsführer von Swedish Automobile, Victor Muller, werde Spyker-Chef bleiben. Der in Greenwich im US-Bundesstaat Connecticut ansässige US-Investor North Street verfüge über die notwendigen Ressourcen, um Spyker langfristig zu entwickeln. Aus dem Verkaufserlös will Swedish Automobile Schulden beim Investmentfonds Tenaci Capital begleichen.
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Spyker stellt im rund 65 Kilometer östlich von Amsterdam gelegenen Zeewolde in kleinen Stückzahlen Sportwagen her, die zu den teuersten der Welt zählen. Manche Spyker-Modelle wurden durch Hollywood-Filme bekannt, darunter "The Pink Panther".
Neben Spyker gehört auch die vor dem Aus stehende schwedische Traditionsmarke Saab zu Swedish Automobile. Spyker, später in Swedish Automobile umbenannt, hatte Saab 2010 von General Motors übernommen. Seitdem bemüht sich das angeschlagene Unternehmen um eine Sanierung der Schweden.
Saab ist pleite. Seit Wochen stehen die Bänder still. Teilelieferanten hatten ihre Geschäftsbeziehungen eingestellt, weil die Schweden offene Rechnungen nicht mehr begleichen konnte. Im September hatte ein Berufungsgericht den Antrag des Unternehmens auf Gläubigerschutz stattgegeben und Saab damit mehr Zeit für die von ihm angestrebte Umstrukturierung eingeräumt.
Lange hatte der russische Banker und Geschäftsmann Wladimir Antonow als Spyker-Käufer für rund 15 Mio. Euro gegolten. 2007 wurde das Vermögen des 35-Jährigen, der in London lebt, auf 300 Millionen Dollar geschätzt - damit rangierte er unter den Top 200 in Russland. Woher der Wohlstand stammt, ist unklar. Im Zusammenhang mit einem angestrebten Einstieg bei Saab fand die schwedische Sicherheitspolizei Säpo nach eigenen Angaben Verbindungen zu Mafiakreisen. Außerdem beschuldigte sie Antonow der Geldwäsche.
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Quelle: Financial Times Deutschland
steuermob schrieb:
am 3. Oktober 2011 um 00:50:35
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Spyker
Tja, da hat sich wieder mal jemand verhoben. Der Kleine wollte ganz groß rauskommen und hat sich dafür mit zweifelhaften Figuren
eingelassen und große Töne gespuckt. Jetzt ist Saab und Spyker weg. Man wird sehen, ob der Spyker-Investor ein anderes Kaliber ist. Wenn nicht - um die Spyker-Autos wäre es nicht schade.
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