Der Bankberater will seine Produkte verkaufen, nicht beraten (Quelle: t-online.de)Bankberater mussten seit Beginn der Finanzkrise massive Kritik einstecken - und haben offenbar wenig Lehre daraus gezogen. Die Qualität der Beratung in den Banken ist "katastrophal", ergab ein gemeinsamer Test der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und der ZDF-Redaktion "WISO". #
Trotz der Finanzkrise und dem daraus folgenden Imageschaden für die Branche gelang es während des Tests einem von 25 Bankangestellten, sich über die finanzielle Situation des Kunden Klarheit zu verschaffen und ihn auf dieser Grundlage richtig zu beraten.
Offene Immobilienfonds: keine Risiken?
Auf der Verkaufsliste standen zwei Produkte ganz oben. In 14 der 25 Gespräche wurden Offene Immobilienfonds als sichere Geldanlage empfohlen - von Risiken für die Wertentwicklung sei dabei keine Rede gewesen, kritisiert der vzbv. In anderen Fällen bewarben die Bankberater Rentenversicherungen. Die Bank kassiere beim Abschluss einer solchen Versicherung meist eine hohe Provision.
Vorbereitung auf Beratungsgespräch wichtig
Das zeigt: Eine gute Vorbereitung auf eine Beratung bei der Bank ist für Kunden weiterhin besonders wichtig. Dabei können Sparer zum Beispiel auf den "Ampelcheck Geldanlage" zurückgreifen. Die Verbraucherzentrale Hamburg veröffentlichte den Ratgeber, damit Verbraucher bei Gesprächen mit ihren Banken die richtigen Fragen stellen können, so Verbraucherschützerin Edda Castelló.
Bewertung nach dem Ampelprinzip
Die Broschüre fasst gängige Anlageformen wie Bundeswertpapiere oder Kapital-Lebensversicherungen in rund einem Dutzend Kategorien zusammen und bewertet sie nach dem Ampel-Prinzip. Rot steht demnach für Gefahr, Gelb für vorhandene Risiken oder Nachteile, mit Grün sind empfehlenswerte oder unbedenkliche Anlageformen gekennzeichnet.
Vier Kriterien geben erste Orientierung
Jede Anlageform wird dabei anhand von vier Kriterien Sicherheit, Rendite, Liquidität und Transparenz bewertet. Zwar könne der Ratgeber eine ausführliche Beratung oder auch das Studium von Fachliteratur nicht ersetzen, er biete aber eine schnelle Orientierung. Bundeswertpapiere beispielsweise, die im Test besonders gut abschnitten, werden demnach von Banken eher selten verkauft. Negativ fiel demzufolge im Ampel-Check die Rürup-Basis-Rente auf, die "viel schlechter ist, als viele denken", sagte Castelló. Der Ratgeber kostet 6,90 Euro. Er kann bezogen werden über die Verbraucherzentrale Hamburg oder über das Internet bei www.vzhh.de bestellt werden.