Drucken
Karstadt und Kaufhof könnten nach Amerika gehen
21.03.2010, 10:23 Uhr | dpa, bv
Kaufhof und Karstadt: Warenhaus-Ehe wieder im Gespräch (Foto: ddp)US-Investoren wollen angeblich die angeschlagene Kaufhaus-Kette Karstadt des Handelskonzerns Arcandor kaufen - und die Kaufhof-Warenhäuser von Metro gleich mit. Das schreibt die "Bild am Sonntag" (BamS) unter Berufung auf eigene Informationen. Insgesamt gehe es um 233 Kaufhäuser, 120 von Karstadt und 113 von Galeria Kaufhof. Interessant ist die Sache deshalb, weil Metro ebenfalls Interesse an Karstadt gezeigt hatte, sich zuletzt aber keine großen Hoffnungen mehr machte, zum Zug zu kommen.
Ranking - Die wertvollsten deutschen Marken
Ranking - Das verdienen die DAX-Bosse
Quiz - Welcher Konzern sitzt wo?
Milliardäre - Forbes-Liste
Kaufhof steht selbst zum Verkauf
Zudem steht Kaufhof selbst bereits seit 2008 auf der Verkaufsliste von Metro, weil sich das Geschäft im Unterschied zu anderen Metro-Töchtern nicht für eine schnelle Auslandsexpansion eigne. In Deutschland hat Kaufhof 126 Filialen, darunter 113 Warenhäuser, in Belgien 15. Der Verkauf von Karstadt an Kaufhof scheiterte bisher daran, dass der Karstadt-Insolvenzverwalter die Kette nur als Ganzes abgeben wollte, während sich Metro nur für einen Teil interessierte.
Metro: "Keine konkreten Gespräche"
Ein Metro-Sprecher sagte zudem der "BamS": "Unabhängig vom Insolvenzverwalter reden wir mit vielen Interessenten, die solch ein Geschäft gerne machen wollen. Es gibt derzeit aber keine konkreten Verkaufsgespräche." Der Wert der gesunden Kaufhof-Kette liegt laut dem Zeitungsbericht bei zwei bis drei Milliarden Euro. Auch Karstadt habe einen Wert, weil es derzeit schwarze Zahlen schreibe, sagte der Beauftragte des Karstadt-Insolvenzverwalters, Rolf Weidmann, der Zeitung.
Sechs Interessenten für Karstadt
Laut "Bams" gibt es derzeit sechs Kaufinteressenten für Karstadt, die mit den Decknamen Boston, Amsterdam, Paris, Seoul, Toronto und Budapest gekennzeichnet wurden. Wer sich dahinter genau verbirgt, ist nicht bekannt. Es seien aber auch die US-Investoren dabei, die Karstadt und Kaufhof im Doppelpack wollten.
Große Warenhaus-Ehe mit Fragezeichen
Der Insolvenzverwalter von Karstadt hatte angekündigt, Karstadt als Ganzes bis Ende April zu verkaufen. Die Idee einer großen Warenhaus-Ehe war in der Vergangenheit unterschiedlich beurteilt worden, da in vielen Städten Karstadt und Kaufhof gemeinsam vertreten sind. Auf der einen Seite wurden Massenentlassungen befürchtet, auf der anderen Seite wurde der Erhalt vieler Arbeitsplätze herausgestellt.
Quelle: dpa
, t-online.de