Finanzinvestor Triton legt Angebot für Karstadt vor
23.04.2010, 17:30 Uhr | dpa-AFX, apn
Noch gibt es bundesweit 120 Karstadt-Filialen (Foto: dpa)Neue Hoffnung für die 25.000 Karstadt-Beschäftigten: Die deutsch-skandinavische Investmentfirma Triton hat ein Kaufangebot für die zahlungsunfähige Essener Warenhauskette vorgelegt. Allerdings verlangt Triton als Bedingung für einen Einstieg weitere Zugeständnisse der Mitarbeiter und der Vermieter, wie ein Unternehmenssprecher am Freitag mitteilte.
Nur ein Angebot für Karstadt
Nach Angaben des Insolvenzverwalters ist es bislang das einzige Angebot. "Wir glauben an das Unternehmen", sagte Triton-Sprecher Max Hohenberg. Zerschlagungsszenarien stünden für Triton nicht auf der Tagesordnung. Zusammen mit dem Kaufangebot habe der Investor auch ein strategisches Konzept vorgelegt. Triton wolle auch frisches Kapital in das Unternehmen stecken.
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Keine Angaben zum Kaufpreis
Für einen Erfolg seien aber die Kooperation aller Beteiligten und weitere Zugeständnisse ihrerseits notwendig. Ziel sei eine Restrukturierung, die Karstadt zukunftsfähig mache. Zum gebotenen Kaufpreis machte der Sprecher keine Angaben. Doch betonte er, der Kaufpreis sei ohnehin zweitrangig, wichtiger sei die Re-Kapitalisierung des Unternehmens. Doch nannte er auch hier keine Summen.
Triton auf Übernahmen spezialisiert
Die 1998 gegründete Investmentfirma Triton ist nach eigenen Angaben auf Unternehmensübernahmen und Restrukturierungen im Industriegüter-, Dienstleistungs- und Konsumgüterbereich spezialisiert. Nach eigenen Angaben verfügt Triton zurzeit über ein noch nicht investiertes Fondsvolumen von rund 2,5 Milliarden Euro.
Insolvenzverwalter will Angebot rasch prüfen
Der Sprecher des Insolvenzverwalters kündigte an, Insolvenzverwaltung und Geschäftsleitung würden die Angebotsunterlagen nun so zügig wie möglich und gründlich wie nötig prüfen. Ziel sei es, sobald als möglich einen Kaufvertrag zu unterzeichnen.
Bis zum Mittag keine Angebote für Karstadt
Die vom Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg gesetzte Frist für die Vorlage von konkreten Kaufangeboten war am Freitagnachmittag um 17.00 Uhr abgelaufen. Noch am Mittag hatte kein Kaufangebot vorgelegen. Görg will die 120 Karstadt-Warenhäuser als Ganzes verkaufen. Der Kaufvertrag soll nach seinen Plänen noch in diesem Monat unterzeichnet werden.
Sechs Interessenten prüften die Bücher
Insgesamt sechs potenzielle Kaufinteressenten hatten in den vergangenen Monaten die Bücher geprüft. Außerdem erwog nach Medienberichten auch die US-Bank Goldman Sachs den Kauf von Karstadt. Zuletzt mutmaßten Beobachter, dass sogar die Gläubigerbank Goldman Sachs zur Not Karstadt kaufen würde, um möglichen Verlusten vorzubeugen.
Gläubigerausschuss entscheidet
Das vorgelegte Konzept muss nun vom Gläubigerausschuss geprüft werden. Sollte der Ausschuss das Angebot ablehnen, droht die Zerschlagung der Warenhauskette. In dem Fall dürfte der Insolvenzverwalter einzelne Filialen an Investoren verkaufen.