
22.02.2011, 10:21 Uhr | Financial Times Deutschland
Skepsis bei Daimler (Foto: ddp) (Quelle: ddp)
Die Autos mit dem Stern sind das wichtigste Geschäft für Daimler. Ausgerechnet die Kernmarke könnte künftig etwas weniger Gewinn abwerfen als jetzt, warnt das Management. Im DAX war die Daimler-Aktie am Mittwoch das Schlusslicht.
Nach dem glänzenden Jahr 2010 plagen das Daimler-Management schon wieder Zukunftssorgen - wenn auch noch auf hohem Niveau. Finanzchef Bodo Uebber warnte bei der Präsentation des Jahresergebnisses, in diesem Jahr könne die Ertragskraft in der Pkw-Sparte sinken.
"Wir werden uns anstrengen, dass wir keinen Knick bei der Rendite von Mercedes-Benz in 2011 haben werden", sagte Uebber, dessen Vertrag am Dienstag vom Aufsichtsrat um drei Jahre bis Ende 2014 verlängert worden war, und fügte hinzu: "Ausgeschlossen ist das aber nicht."
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Daimler hatte am Morgen sein detailliertes Zahlenwerk für 2010 vorgelegt. Viele Anleger machten vermutlich auch Kasse und sicherten sich ihre Gewinne. Denn das Papier legte seit Anfang 2010 kräftig zu - den Kursrückgang eingerechnet um mehr als 46 Prozent.
Die Mercedes-Benz-Pkw liefern dem Konzern rund die Hälfte des Umsatzes und einen Großteil des Gewinns. Zum Ergebnis vor Zinsen und Steuern trägt die Kernmarke rund zwei Drittel bei. Schon zu Jahresende sank in dieser Sparte die Rendite, rechnete Analyst Frank Schwope von der NordLB vor. Die Ebit-Marge habe dort nach den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres bei 8,9 gelegen.
Für das Gesamtjahr gab Daimler diesen Wert nun mit 8,7 an. Schon im Frühjahr 2010 hatte das Daimler-Management bei einer Investorenkonferenz in China gewarnt: Die Mercedes-Benz-Marge werde sinken. Ab dem übernächsten Jahr soll die Sparte nach Planung des Managements nachhaltig eine operative Rendite von zehn Prozent abwerfen. Bis dahin dauert es noch eine Zeit. Aktuell ist dieser Wert nicht zu erreichen - auch weil Daimler nach eigenen Angaben viel Geld für neue Fahrzeuge und umweltschonendere Antriebe ausgibt.
In der Pkw-Sparte seien im vergangenen Jahr 3,1 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investiert worden - und damit 400 Millionen. Euro mehr als 2009, heißt es in der detaillierten Aufschlüsselung der 2010er-Zahlen. Ob solche Investitionen Sinn ergeben oder nicht, interessierte die Börse an diesem Tag nicht. Viele hätten bei der Pkw-Marge "mit einer neun vor dem Komma" im Gesamtjahr gerechnet, sagte ein Händler, der das Jahresergebnis als enttäuschend bezeichnete. Enttäuschend auch deshalb, weil sich der Benz in China prima verkauft. Daimler hätte noch mehr vom China-Geschäft profitieren könne, so die Kritiker.
Wie es in dem asiatischen Land dieses Jahr mit der Autobranche weitergeht, ist insgesamt unklar. Das kommunistische Regime beendete die großzügigen Subventionen für Neuwagenkäufe. In Peking werden die Zulassungen sogar wegen des täglichen Verkehrschaos' eingeschränkt. Der China-Boom dürfte zwar weitergehen - jedoch mit weniger sensationellen Zuwächsen, schätzt die Branche. Und das dürfte dann auch Daimler spüren. Zudem rangierten die Stuttgarter im mittlerweile größten Automobilmarkt der Welt bei den Pkw-Absatzzahlen deutlich hinter der VW -Tochter Audi und etwas hinter BMW, merkt Analyst Schwope an.
Hauptziel für Daimler-Chef Dieter Zetsche für dieses Jahr ist, "das erreichte Erfolgsniveau nachhaltig zu sichern und wo immer möglich zu steigern". Finanzchef Uebber ergänzte, das Jahr sei "sehr gut angelaufen". Der Absatz von Pkw, Lkw und Transportern habe im Januar "deutlich zugelegt".
Mit 2010 können die Manager alles in allem rundum zufrieden sein. Zetsche selbst sprach von einem "glänzenden Comeback". Nach dem Horrorjahr 2009 und einem Minus von 2,6 Milliarden Euro schaffte der Konzern 2010 unter dem Strich einen Gewinn von 4,7 Milliarden Euro und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 7,3 Milliarden Euro. Auch dieser Wert war 2009 noch tiefrot gewesen - minus 1,5 Milliarden Euro.
Beim Umsatz erreichte Daimler knapp 98 Milliarden Euro - bereinigt um Wechselkurseffekte war das ein Plus von 19 Prozent. 1,9 Millionen Fahrzeuge verkaufte der Konzern - eine Steigerung um 22 Prozent.
Eckpunkte der Jahreszahlen waren schon zuvor bekannt gewesen - weshalb die Erwartungen hoch waren und manch einer wohl mit einer positiven Überraschung gerechnet hatte. Analysten kritisierten, dass vor allem die Ergebnisse für das vierte Quartal unter den Erwartungen lagen. "Die Frage ist, ob das Einmaleffekte sind, oder ob man das bei den künftigen Gewinnen berücksichtigen muss", sagte BHF-Bank-Analyst Aleksej Wunra der Nachrichtenagentur Reuters.
Trotz der gut laufenden Geschäfte denkt das Unternehmen schon wieder an Stellenabbau in der Pkw-Sparte - allerdings nicht in der voll ausgelasteten Montage, sondern in der Verwaltung, die dadurch Kosten sparen und schlankere Strukturen bekommen soll. Für das Abfindungsangebot, für das sich Mitarbeiter freiwillig melden können, seien rund 100 Millionen Euro zurückgestellt worden, sagte eine Unternehmenssprecherin zu Reuters. Gebucht worden seien die Rückstellungen im Schlussquartal - was wiederum die Rendite der ertragsstarken Sparte geschmälert habe.
Das Unternehmen, das zuletzt weltweit rund 260.000 Mitarbeiter beschäftigte, hatte ein solches Programm im vergangenen Jahr angekündigt. Bei Mercedes-Benz Cars in Deutschland arbeiten rund 85.000 Menschen. Wie viele Jobs gestrichen werden könnten, wurde nach Angaben des Unternehmens nicht festgelegt.
Quelle: Financial Times Deutschland
dirtyharry schrieb:
am 16. Februar 2011 um 21:44:46
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blabla
Oh Gott, was hat so manch Schreiber hier Minderwertigkeitskomplexe. Ich möchte nicht mit Euch tauschen müssen.
Und was die andere
Sache angeht. Ich habe hier schon lange die Schnauze voll von diesem Korrupten Staat. Es wird höchste Zeit für eine Revolution!!! Nieder mit dem Kapitalismus !!!!
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el viejo schrieb:
am 16. Februar 2011 um 21:42:54
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Mercedes
Es ist doch immer wieder lustig einige Kommentare zu lesen,mal sehen welche
Automarke jetzt hier am besten abschneiden wird.
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akkufix schrieb:
am 16. Februar 2011 um 21:41:20
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@Bernd:
Porsche ist nicht verkehrt. Aber nach den ganzen Jahren im 911er mag mein Rücken nun etwas mehr Ruhe haben. ;-)
Und seitdem VW die
Finger drin hat, ist Porsche für mich kein Thema mehr. Noch machen sie zwar gute Arbeit. aber warte noch ein paar Jahre, dann sieht es im Innenraum auch nur noch nach Golf aus.
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