
16.03.2011, 16:04 Uhr | Financial Times Deutschland
Nach Erdebeben in Japan: Die Nachfrage nach Geigerzählern in Deutschland ist rasant gestiegen (Foto: dapd) (Quelle: dapd)
Die Atomkatastrophe in Japan versetzt auch die Deutschen in Angst. Hersteller von Geigerzählern kommen mit der Produktion nicht mehr nach - und sprechen von einer "überfallartige Auftragslage".
Deutschland neigt zur Angst, am liebsten zur Atomangst. Das scheint eine Blitzumfrage der ARD zu belegen. Danach halten 70 Prozent der Bundesbürger einen Unfall wie in Japan auch hier für denkbar. Und 39 Prozent der Deutschen fürchten sich vor Radioaktivität aus Japan, die es durch die Luft und in Lebensmitteln bis nach Deutschland schaffen könnte.
Ein weiteres Indiz: Wer in diesen Tagen bei der Gesellschaft für Strahlenschutz anruft, hat meistens Pech. Nur wenige Glückliche hören etwas anderes als das Besetztzeichen, so groß ist der Andrang beim Bürgertelefon der Experten. "Die meisten wollen wissen, was das, was in Japan geschieht, für Deutschland heißt", sagt Behördensprecher Florian Emrich.
Das Land brauche vor allem Hilfsgüter wie Decken, Matratzen und große Wassertanks. zum Video
Verunsicherte Bürger interessiert, ob sie auf bestimmte Lebensmittel verzichten sollen, ob sie Jodtabletten einnehmen oder einen Geigerzähler kaufen sollen. "Wir warnen", sagt Emrich. Die Pillen sind eher gesundheitsschädlich, und die Zähler haben nichts zu messen, denn "hier ist nichts angekommen", sagt Emrich.
Doch die Gefahr, dass Bundesbürger unnötig Geld für einem Geigerzähler ausgeben, ist inzwischen gering. "Ich kann keinen liefern, nicht ein einziges Stück", sagt die Sprecherin des Elektronikhändlers Conrad. Trotzdem wird geordert, die Vorbestellungen liegen "im Hunderterbereich". Wie viele ihre Atompanik mit den 300 bis 500 Euro teuren Geräten bereits behandeln, will man bei Conrad nicht sagen: "Wir veröffentlichen keine Verkaufszahlen." Man arbeitet "mit Hochdruck" daran, Zähler für den ausverkauften Markt aufzutreiben.
Hauslieferant für Conrad ist Gamma-Scout aus Schriesheim bei Mannheim, einer der weltgrößten Hersteller von preisgünstigen Geigerzählern. Die Firma liefert in alle Welt. Vor Japan habe seine Firma pro Jahr mehrere tausend Handgeräte verkauft, sagt der Gründer und Eigentümer Georg Dieter Mirow. Jetzt gebe es eine "überfallartige Auftragslage. Die Nachfrage ist bestimmt 20-mal so hoch wie sonst", sagt der 71-jährige Doktor der Wirtschaftswissenschaften. Mirow baut seit 1995 Geigerzähler. Zu den Anfangsschwierigkeiten gehörte, dass "die Privatleute weniger gekauft haben als erhofft". Jetzt hat sich das Blatt gewendet.
Auch beim Hersteller Graetz Strahlungsmeßtechnik in Altena ist kein Zähler zu bekommen. "Viele mit Familie in Japan wollen ein Gerät mitnehmen", berichtet Martina Pavlidis vom Vertrieb. Aber es gibt auch besorgte "Privatleute, die dem Braten nicht trauen". Für die sei ein Zähler vor allem "eine psychologische Hilfe".
Beim Apothekenverband spricht man inzwischen von "Jodpanik", allerdings eher in den Medien. In den Apotheken bleibt es dagegen ruhig. "Es gibt Steigerungen bei der Nachfrage nach Jod", sagt eine Sprecherin, aber die ist normalerweise auch null. Kein Vergleich zu dem, was etwa bei der Schweinegrippe los sei.
Quelle: Financial Times Deutschland
Geigenzähler schrieb:
am 3. Juni 2011 um 07:34:57
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Fachwissen
Einen Geigerzähler haben und damit korrekte Messwerte zu bekommen sind zwar zwei verschiedene Paar Schuhe. Wie das Beispiel Japan
aber zeigt, sind zahlreiche Zähler sinnvoll, damit die Behörden nicht tatsächliche Verstrahlung herunterspielen können. Als Tschernobyl in die Luft flog, hat z.B. der damalige deutsche Innenminister dafür gesorgt, dass bei uns zunächst keine amtlichen Messwerte bekannt gegeben wurden. Im Ernstfall werden wir verstrahlt und merken es erst, wenn wir tot sind!
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geba schrieb:
am 30. März 2011 um 12:22:06
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Geigerzähler
der Techniker sagt,wer misst misst Mißt.Mit den handelsüblichen Kleingeräten kann so gut wie nichts gemessen werden,was Sinn
hätte.Und die Geräte,die das können, kosten mehrere tausende und man braucht dafür eine spezielle Ausbildung und Personal.Rausgeschmissenes Geld,besser für Spenden ausgegeben
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Und nun schrieb:
am 30. März 2011 um 11:33:59
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Geigerzähler
Aha.... ganz Deutschland rüstet sich aus mit Geigerzählern und Jodtabletten. Und dann????? Was macht Ganzdeutschland, wenn
der Geigerzähler bis zum Anschlag ausschlägt?......... Nichts kann Ganzdeutschland dann machen..... höchstens sich verrückt und vor Angst ins Beinkleid.
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