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US-Behörden lösen Madoffs Firma auf
16.12.2008, 08:16 Uhr | mash
US-Börsenpionier Bernard Madoff (Foto: Reuters)Die Wall-Street-Firma des mutmaßlichen Milliarden-Betrügers Bernard L. Madoff wird aufgelöst, um möglichst viel Geld für seine Opfer herauszuholen. Ein New Yorker Richter gab einem entsprechenden Antrag des US-Anlegerschutzfonds SIPC statt. Es war nach wie vor unklar, wie viel Geld noch übrig ist.
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Betrug mit Schneeballsystem
Madoff selbst hat laut Vorwürfen der US-Behörden den Schaden auf 50 Milliarden Dollar beziffert und gesagt, er habe nur noch 200 bis 300 Millionen Dollar. Der 70-Jährige betrieb nach eigenen Angaben ein sogenanntes Schneeball-System, bei dem Zinsen mit dem Geld immer neuer Investoren bezahlt werden, ohne dass es tatsächliche Gewinne gibt.
Millionenbetrug - Madoffs Schneeballsystem und wie alles aufflog
50 Jahre Freundschaft enden mit Millionenverlust
Die SIPC (Securities Investor Protection Corporation) garantiert bis zu 500.000 Dollar pro Kunde. Die Verluste vieler Betrugsopfer dürften aber zum Teil deutlich höher liegen. Dem "Wall Street Journal" zufolge könnte der 95-jährige Unternehmer Carl Shapiro den höchsten Schaden einer Privatperson erlitten haben: Er hatte insgesamt 545 Millionen Dollar bei Madoff investiert, wie eine Sprecherin der Zeitung sagte. Laut seinem Umfeld könnte es ungefähr die Hälfte von Shapiros Vermögen sein. Er sei mit Madoff 50 Jahre befreundet gewesen und sei erschüttert und traurig, ließ Shapiro mitteilen. Er hatte sein Vermögen seit Ende der 30er Jahre mit der Modemarke Kay Windsor verdient.
Börsenaufsicht in Kritik
Die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) steht mehr und mehr im Fokus - sie muss sich fragen lassen, wie ein derart groß angelegtes Betrugssystem so lange unentdeckt bleiben konnte. Laut "Financial Times Deutschland" hat es angeblich bereits 1992 Hinweise auf illegale Aktivitäten gegeben.
Auch Hollywood-Größen unter Geschädigten
Unterdessen tauchen weitere Namen prominenter Betroffener auf. Neben dem Hollywood-Regisseur Steven Spielberg soll auch sein Geschäftspartner und Chef des Trickfilm-Studios DreamWorks Animation, Jeffrey Katzenberg, unter den Opfern des Schwindels sein, schrieb das "Wall Street Journal". Laut informierten Personen soll Katzenberg mehrere Millionen Dollar verloren haben. Spielberg und Katzenberg nutzen demnach die Dienste desselben Vermögensverwalters. Von dem Milliarden-Betrug an der Wall Street sind auch mehrere europäische Banken massiv betroffen. Am schwersten erwischte es die spanische Santander.
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Quelle: dpa-AFX