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Anleger zeigen frühere Premiere-Chefs an

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Anleger zeigen frühere Premiere-Chefs an

15.05.2009, 17:27 Uhr | oca

Insider-Vorwurf: Anzeige gegen Ex-Chefs Börnicke (l.) und Kofler (Quelle: ddp) Insider-Vorwurf: Anzeige gegen Ex-Chefs Börnicke (l.) und Kofler (Quelle: ddp)Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hat die früheren Vorstandschefs des Bezahlsenders Premiere, Georg Kofler und Michael Börnicke, angezeigt. Die Aktionärsschützer werfen den beiden Managern vor, sowohl beim Börsengang der Premiere AG 2005 als auch bei der Kapitalerhöhung 2007 unrichtige Angaben zur Klassifizierung, zur Zählweise und zur tatsächlichen Zahl der Abonnenten des Bezahlsenders gemacht zu haben. Außerdem beschuldigten die Aktionärsschützer Kofler und Börnicke in einer Mitteilung in München des Insiderhandels und empfahlen Anlegern, Schadenersatzansprüche gegen die Manager prüfen zu lassen. Kofler wies die Vorwürfe zurück. Börnicke war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Oberstaatsanwalt Anton Winkler sagte auf Anfrage, bislang liege keine Anzeige vor.

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Abonnentenzahlen wurden geschönt?

Ende März zählte der Pay-TV-Sender nur noch knapp 2,4 Millionen Abonnenten. Der neue Premiere-Chef Mark Williams hatte im Herbst vergangenen Jahres die alte Abonnenten-Zählweise von Kofler und Börnicke über Bord geworfen und den Kundenbestand so um rund eine Million bereinigt. Die SdK wirft dem früheren Management vor, Abonnements einberechnet zu haben, "die entweder überhaupt nicht relevant waren oder keine Umsatzerlöse mehr erwarten ließen".


Kofler: Vorwürfe sind absolut haltlos

Kofler wehrte sich in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur gegen die Vorwürfe. "Die Vorwürfe sind absolut haltlos. Unsere Berichterstattung war stets korrekt und zwar, was die Finanzzahlen angeht als auch, was die Abo-Zahlen angeht. Es war immer klar, dass Premiere eine Strategie verfolgte, die sich auf hohe Abozahlen konzentrierte." Dem Unternehmen seien durch die unterschiedliche Klassifizierung keinerlei Nachteile entstanden. "Die Neuklassifizierung der Abonnenten hat dazu geführt, dass Premiere nicht einen Euro mehr umsetzt oder verdient als vorher." Er habe auf die Strategie einen breiten Durchdringung gesetzt. "Erstmal muss jemand in Deinen Laden kommen, um ihn kennenzulernen."


Nach Börsengang übernahm Börnicke

Der Vorwurf des Insiderhandels grenze an "Rufschädigung", sagte Kofler. Er habe sich stets an die geltenden Vorschriften und Gesetze gehalten. "Ich werde mich dieser Debatte sehr offensiv stellen." Kofler hatte 2002 bei Premiere das Ruder übernommen und den Sender nach der Sanierung 2005 an die Börse gebracht. 2007 hatte sich Kofler bei Premiere verabschiedet und an Börnicke übergeben. Seine Aktien hatte er zuvor verkauft.

Aus Premiere wird Sky Deutschland

Premiere hatte am Donnerstag nach Millionenverlusten und einem Kundenschwund angekündigt, seinen alten Namen abzulegen und sich künftig Sky nennen zu wollen. Der neue Name soll im Juli in der Bundesliga-Pause eingeführt werden. Sky ist eine Marke des Premiere-Großaktionärs Rupert Murdoch, mit der seine Gesellschaft News Corp. bereits in anderen Ländern aktiv ist. Auch der Firmenname Premiere AG soll in Sky Deutschland AG geändert werden, sofern die Aktionäre zustimmen. Am Freitag (15. Mai 2009) informierte der Sender über einen Neuzugang in der Unternehmenskommunikation. Zum 15. Juni übernimmt Hans-Jürgen Croissant den Posten des Senior Vice President Communications. Er soll das bisherige Team um Torsten Fricke verstärken und leiten. Der 44-Jährige kommt von der Kommunikationsagentur Pleon.

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Quelle: dpa , t-online.de

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