13.10.2010, 09:09 Uhr | dpa
Volkswirte erwarten goldene Zeiten für die deutschen Arbeitnehmer. Sie sollen vom Aufschwung profitieren und bald mehr Geld in der Tasche haben. Dafür sprechen Deutschlands Wettbewerbsvorteile dank der Lohnzurückhaltung in der Vergangenheit - und die weiter sinkende Arbeitslosigkeit. Der Chefvolkswirt der staatlichen KfW- Bankengruppe, Norbert Irsch, erklärte in Frankfurt: "Damit die Binnenwirtschaft anspringt, wäre eine Tarifrunde mit Lohnerhöhungen von durchschnittlich gut drei Prozent erforderlich."
Nach Überzeugung von Konjunkturexperten der Commerzbank sprechen auch die in Deutschland erwarteten weiter sinkenden Arbeitslosenzahlen für einen Lohnanstieg. Chefvolkswirt Jörg Krämer prognostizierte für 2011 weniger als drei Millionen Arbeitslose in Deutschland. Die Arbeitslosenquote sinke - entgegen dem Trend im Euroraum - von 7,7 Prozent in diesem Jahr auf 7,2 Prozent. Dies wirke sich auf die Löhne aus, erklärte Krämer: "Der große Faktor, der die Löhne treibt, ist die Arbeitslosenquote."
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Da die meisten Tarifverträge erst Ende 2011 auslaufen, werden viele Arbeitnehmer den Aufschwung bei den Gehältern aber erst ein Jahr später spüren - dann aber richtig: "Wir denken, der Lohnauftrieb in Deutschland wird ab 2012 deutlich zunehmen", sagte Commerzbank- Analyst Ralph Solveen.
Zuletzt hatten sich die Tarifpartner in der Stahlindustrie in Nordrhein-Westfalen auf 3,6 Prozent mehr Lohn und Gehalt für die Beschäftigten verständigt. Daraufhin hatte sich Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) für deutlich höhere Löhne in Deutschland ausgesprochen: "Wenn die Wirtschaft boomt, sind auch kräftige Lohnerhöhungen möglich." Der Abschluss in der Stahlbranche habe gezeigt, dass ein fairer Ausgleich möglich ist, an dem sich vielleicht andere Branchen orientieren könnten.
Der Vorstoß brachte Brüderle zwar heftige Kritik ein. Gewerkschaften, Arbeitgeber und Opposition hatten ihm vorgeworfen, er mache es sich mit populären Forderungen nach einem kräftigen Schluck aus der Lohnpulle zu einfach. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stärkte dem Minister hingegen den Rücken.
Im starken zweiten Quartal 2010 hatte der private Konsum leicht zum Aufschwung beigetragen, Lokomotive für das Wachstum von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal waren aber die Exporte. Deutschland wird immer wieder ermahnt, die Binnennachfrage anzukurbeln, weil das Land bisher zu sehr auf Kosten Dritter wachse.
Aus Sicht der Commerzbank hat Deutschland ohnehin viel Spielraum für Lohnsteigerungen. Schließlich seien die Lohnstückkosten seit der Jahrtausendwende in den südlichen Euroländern um 30 bis 40 Prozent gestiegen, während sie in Deutschland kaum zugelegt hätten. Damit habe sich Deutschland einen hohen Wettbewerbsvorteil erarbeitet und bleibe auch auf längere Sicht auf der Überholspur.
Das Gefälle im Euroraum zwinge die südlichen Länder geradezu zur Lohnzurückhaltung, um im Wettbewerb gegenüber Deutschland Boden gutzumachen. Die große Kluft zwischen Deutschland und hoch verschuldeten Ländern wie Spanien, Griechenland oder Irland werde dadurch zwar allmählich schrumpfen - bemerkbar werde sich das jedoch erst in einigen Jahren machen.
Die Commerzbank rechnet in diesem Jahr für die Bundesrepublik mit einem Wirtschaftswachstum von 3,3 Prozent. Für 2011 stellen sie unter anderem wegen der auslaufenden Konjunkturpakete zwei Prozent in Aussicht, sagte Krämer: "Die Wachstumsdelle im erfolgsverwöhnten Deutschland ist ein Luxusproblem."
Quelle: dpa
Gemeinsam sind wir stark schrieb:
am 14. Oktober 2010 um 10:43:06
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@Füße stillhalten--> (Wir haben ziemlich das gleiche Schicksal)
Ein Problem ist auch, dass wir außerdem noch die Politiker mit erhähren
müssen, die sollten mal fleißig mit einzahlen. Ich verstehe sowieso nicht, wieso wir für die mitbezahlen müssen.Die leben in Saus und Braus von unserem Geld, und wir müssen sehen, dass wir uns täglich ernähren können. An den Gepflogenheiten vom Mittelalter hat sich bis heute nichts geändert - mit welchem Recht eigentlich nicht?? Das Volk ist doch die Mehrheit und nicht diese Sesselrumhocker!!
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Füsse still halten schrieb:
am 14. Oktober 2010 um 10:38:30
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@ Gemeinsam sind wir stark
Also, ich sehe nur Einzelkämpfer in diesem Land. Und glauben Sie mir, ich bin ein stark benachteiligter
Zukunftsrentner. Habe eine Ausbildung und 10 Jahre gearbeitet, drei Kinder großgezogen und nun gibt es keine Arbeit mehr. Mein Rentenanspruch ist unter 300 Euro. Ich kann gar nicht so viel essen wie ich kotzen möchte. Im Gegensatz zu mir hat meine 77jährige Mutter eine Witwenrente, eigene Rente und zusatzrente aus dem öffentlichen Dienst. Sie konnte arbeiten, da gab es genügend Arbeit !! Ich b
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Gemeinsam sind wir doch stark! schrieb:
am 14. Oktober 2010 um 10:27:02
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an: @Füsse stillhalten - (wir müssen doch gemeinsam kämpfen)
Irgendwo richtig - aber nicht zu vergessen, dass auch die Rentner nach
Einführung des Euro um die Hälfte der Renten (das Gleiche gilt für Löhne und Gehälter auch) gekürzt wurden. Alles andere haben doch die Preise schon wieder ums Doppelte und Dreifache überstiegen. Wie soll man mit 568 € das alles bezahlen. Kinders denkt doch mal nach, wenn ihr euch jetzt gegen die Rentner stark machen wollt, das fällt doch auch euch dann auf die Füße... Denkt doch mal nach. Wir müssen gemeinsam kämpfen!
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