16.12.2010, 09:05 Uhr | AFP
Apotheken im Internet sind häufig günstiger, brauchen aber länger (Foto: imago) (Quelle: imago)
Verbraucher können bei rezeptfreien Medikamenten viel Geld sparen, wenn sie Preise vergleichen und den richtigen Anbieter wählen. Eine Stichprobe des WDR ergab Preisdifferenzen von bis zu 86 Prozent zwischen örtlichen und Internet-Apotheken. Aber auch unter den Apotheken vor Ort gab es große Unterschiede.
Ein Warenkorb mit 15 ausgewählten Arzneimitteln kostete in der teuersten Vor-Ort-Apotheke 131 Euro, in der günstigsten 30 Euro weniger. Beim Versandhändler gab es die Medikamente schon für 70 Euro. Auf der Einkaufsliste standen laut WDR typische Erkältungsmittel, gebräuchliche Arzneien wie Schmerzmittel, Blutverdünner, Mittel gegen Konzentrations- und Gedächtnisschwäche, ein Antiallergikum und eine Hautcreme. Diese Waren erwarben die Testeinkäufer in 15 Apotheken in fünf Städten in Nordrhein-Westfalen sowie bei vier Internet-Händlern.
In der Regel hätten die Vor-Ort-Apotheken ihre höheren Preise mit ihrer Beratungsleistung begründet. Tatsächlich aber hätten die meisten Tester die Apotheke völlig ohne Beratung verlassen, berichtete der WDR. In sieben der 15 Fälle hätten die Käufer gar keine Erklärungen zu den Arzneimitteln bekommen. Fünf Apotheker hätten wissen wollen, ob Fragen zur Einnahme bestünden, nur zwei hätten auf mögliche Wechselwirkungen hingewiesen.
Experten zeigen sich von diesem Ergebnis wenig überrascht. Der Informationsfluss vom Apotheker zum Kunden finde "erwiesenermaßen spärlich" statt, sagte die Patientenberaterin der Verbraucherzentrale Hessen, Daniela Hubloher. Auch die Stiftung Warentest deckte in mehreren Untersuchungen Schwächen bei der Beratung zu Medikamenten auf. Verbraucherschützerin Hubloher rät den Verbrauchern zur Eigeninitiative: Sollte die Information nicht vom Apotheker kommen, müssten die Patienten nachfragen, etwa nach Nebenwirkungen, Wechselwirkungen oder Dosierung.
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Versand-Apotheken bieten allerdings auch meist nur eine spärliche Beratung an. Im WDR-Test habe lediglich eine der vier Internet-Apotheken eine Liste mit möglichen Fragen und persönlichen Ansprechpartnern mitgeschickt, teilte der Sender mit. Eine zweite habe ausführlich über Wechselwirkungen informiert. Die übrigen hätten lediglich einen Zettel mit einer Info-Telefonnummer in das Paket gelegt.
Seit 2004 gilt für nicht-verschreibungspflichtige Medikamente keine Preisbindung mehr. Seitdem müssen auch Kassenpatienten über zwölf Jahre diese Arzneien komplett zahlen. Besonders für chronisch Kranke und in der winterlichen Erkältungszeit kann das schnell teuer werden. Trotz der eindeutigen Ergebnisse im WDR-Testkauf sollten Verbraucher aber nicht blind auf das Internet als günstigste Bezugsquelle vertrauen. "Beim Internet muss man genau hinschauen und die Versandkosten hinzurechnen", sagt Hubloher. Diese fielen häufig erst ab einem bestimmten Kaufbetrag weg.
Der Versand hat noch einen weiteren Haken: die Wartezeit. Wer akute Schmerzen oder eine Erkältung hat, wird kaum zwei bis drei Tage bis zur Lieferung warten wollen. Die Internet-Apotheken liefern auch rezeptpflichtige Medikamente. Dabei kommt es jedoch zu einer weiteren Verzögerung, denn das Rezept muss vorab per Post an den Versender geschickt werden. Lokale Apotheken können dagegen selbst Medikamente, die sie nicht vorrätig haben, meist noch am gleichen Tag nachordern.
Vor allem chronisch Kranke können allerdings gut vorplanen. Sie sollten sich rechtzeitig ein neues Rezept ausstellen lassen, wenn ihr Medikament zur Neige geht und es bei einer Versand-Apotheke deutlich günstiger ist.
Seriöse Anbieter geben im Impressum den Namen des Inhabers und die Anschrift der Apotheke an. Der Bundesverband Deutscher Versandapotheken vergibt das Gütesiegel "Sichere Apotheke", das meist direkt auf der Startseite erscheint. Das dem Bundesgesundheitsministerium untergeordnete Deutsche Institut für medizinische Dokumentation und Information (DIMI) führt außerdem ein Register aller zum Versandhandel zugelassenen Apotheken (www.dimdi.de/static/de/amg/var/index.htm). Dort kommen Internet-Nutzer an alle relevanten Informationen über die Apotheke und können so ihre Seriosität prüfen.
Quelle: AFP , t-online.de
Ralf schrieb:
am 16. Dezember 2010 um 18:40:12
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Onlineapotheken
Wo sehen die eigentlich das Problem ? Ich beziehe schon lange Medikamente von Versandapotheken. Natürlich bin ich auch über
diese Medikamente informiert, sei es über den Beipackzettel, den eine meiner bevorzugten Versandapotheken nahezu zu jedem Produkt als PDF zum Herunterladen bereitstellt, oder durch gezieltes Suchen nach näheren Infos im Netz. Ich sehe nicht ein, in eine Vor-Ort-Apotheke zu gehen, die oft die UPF vom Hersteller übernimmt ohne jeglichen Nachlaß. Zu verschenken habe ich nichts
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Gabi schrieb:
am 16. Dezember 2010 um 15:23:49
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@ Karlhahn
ja - wo sind sie??? Die laben sich alle von unseren Geldern und bringen nichts - aber auch gar nichts mehr Gescheites zu Stande.
Deutschland ist einfach nur fertig...
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karlhahn schrieb:
am 16. Dezember 2010 um 14:41:38
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Preisunterschied
Wo sind die Behörden, die es einmal überprüfen und überwachen könnten?
Wo sind sie????????
Würde am besten sein, die
Behörden alle schließen, würde Geld einsparen!
Wo ist die Regierung?
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