14.01.2012, 13:05 Uhr | AFP, t-online.de - sia
Kurswechsel zu mehr Transparenz statt nur Profit unter dem neuen Chef Tim Cook: Der US-Technikriese Apple hat erstmals schlechte Arbeitsbedingungen bei seinen Zulieferern eingestanden. Eine interne Untersuchung, deren Ergebnisse der Konzern jetzt veröffentlichte, zeigt schlimme Missstände bei den meist asiatischen Lieferanten.
Laut der Untersuchung hielten nur 38 Prozent der Zulieferer die von Apple festgesetzte Norm einer maximalen Wochenarbeitszeit von 60 Stunden und einem garantierten freien Tag pro Woche ein. Ein Drittel der Zulieferer waren nachlässig im Umgang mit gefährlichen Substanzen und ebenfalls ein Drittel beachtete die Standards zur Verhinderung von Verletzungen nicht.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, nimmt Apple nach eigenen Angaben seit Jahren regelmäßig Überprüfungen bei seinen Zulieferern vor und hat die Ergebnisse nun in einem 500 Seiten umfassenden Bericht zusammengefasst. Der Konzern fand demnach sechs Fälle von Kinderarbeit sowie 13 Fälle, in denen zuvor Minderjährige als Arbeitskräfte eingestellt worden waren.
Der Apple-Chef verdiente 2011 378 Millionen US-Dollar, umgerechnet rund 295 Millionen Euro. zum Video
Zudem habe Apple in der Analyse weitere Verstöße wie zu schlechte Bezahlung und die Verletzung von Umweltauflagen aufgeführt, die Orte der Verfehlungen jedoch nicht angegeben, hieß es in dem Bericht weiter. "Mit jedem Jahr erweitern wir unser Programm, schauen uns unsere Zuliefererkette genauer an und machen es schwerer, die Auflagen zu erfüllen", erklärte Apple-Chef Tim Cook im Gespräch mit Reuters.
Die Organisation Fair Labor Association, die auf freiwilliger Basis die Einhaltung korrekter Arbeitsbedingungen überprüft, bescheinigte dem US-Technologiekonzern, dass er eine externe Untersuchung eingeleitet habe. Die gesamte Zuliefererkette solle überprüft werden, teilte die Fair Labor Association mit. Innerhalb von zwei Jahren wolle Apple die Normen der Vereinigung einhalten. Damit sei das Hightech-Unternehmen in seiner Branche ein Vorreiter.
Vor zwei Jahren waren gegen den Produzenten von Marktrennern wie iPhone und iPad Vorwürfe laut geworden, nachdem in einer chinesischen Fabrik des taiwanesischen Zulieferers Foxconn eine Reihe von Arbeitern Selbstmord verübt hatten. Im vergangenen Jahr ließ das Unternehmen nach eigenen Angaben 200 Prüfberichte über seine Zulieferer anfertigen.
Um der Kritik wegen der miesen Arbeitsbedingungen bei seinen Vertragspartnern entgegenzutreten, habe Apple jetzt auch erstmals seine weltweite Zuliefererliste offengelegt, meldete Reuters. Sie umfasse Namen von 156 meist in Asien ansässigen Lieferanten. Neben Foxconn sind unter anderem der taiwanesische Konzern Hon Hai Precision und Samsung Electronics aufgeführt. Auch die deutsche Infineon gehört dazu.
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Quelle: t-online.de , AFP
Sylvio schrieb:
am 16. Januar 2012 um 07:46:56
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Kinderarbeit
Ist es nicht trotzdem traurig, dass ein Manager sich solche Summen genehmigt und auf der anderen Seite bei den Arbeitern so
gespart wird?
Solche Unternehmen können das sicherlich auch nicht 100proz. prüfen was die Lieferanten machen.
Kinderarbeit , keine Tarife usw. ist doch leider die Realität.
Gier, Gier und noch mal Gier.
Sie ist der evol. Antrieb und sicher auch der Untergang der Menschen.
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rtom schrieb:
am 15. Januar 2012 um 11:29:38
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Apple
Endlich,da wird es Zeit.Man soll über tote nicht schlecht reden,aber Steve Jobs hat diese Missstände aufgebaut und hatte kein
schlechtes Gewissen damit.Hauptsache die Gewinne sprudeln,wenn die Arbeiter verrecken-egal,dann holen wir neue.Da hat der Tim Cook wohl doch ein Gewissen.
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Peter schrieb:
am 15. Januar 2012 um 10:51:01
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Standards
Finde ich gut, dass sich Apple zu seiner Verantwortung bekennt.
Vorreiter in Technik und bei der Kontrolle von
Arbeitsbedingungen.
Da habe ich mit meinem Mac ein noch besseres Gefühl.
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