Bald gibt es kein Normal-Benzin mehr bei Aral (Foto: imago)Deutschlands größte Tankstellenkette Aral will in diesem Jahr an zahlreichen Stationen den Verkauf von Normalbenzin einstellen. Aral-Chef Stefan Brok sagte in Düsseldorf, die Nachfrage nach diesem Kraftstoff sei inzwischen stark gesunken. Der Verkauf werde für die Tochter des des britischen Mineralöl-Konzerns BP damit unrentabel.
Die Konkurrenten Shell und Esso haben Normalbenzin bereits aus dem Programm genommen. Der Absatz von Normalbenzin war eingebrochen, nachdem die Branche im Jahr 2007 die Preise von Super- und Normalbenzin angeglichen hatte. Weil jeder Motor, der laut Herstellervorgaben Normalbenzin braucht, auch mit dem besseren Superbenzin betrieben werden kann, gibt es im Grunde keine Notwendigkeit für Normalbenzin mehr.
Immer weniger Tankstellen bieten Normal an
In allen anderen europäischen Ländern gebe es schon jetzt diese Treibstoffart nicht mehr, betonte Brok. Nach Angaben von Aral entfallen derzeit nur noch 3,5 Prozent des verkauften Treibstoffes auf Normalbenzin. Da die meisten großen Tankstellenbetreiber den Kraftstoff mit 91 Oktan inzwischen aus dem Programm genommen haben, müssen Autofahrer, die Normal bevorzugen, mitunter lange Anfahrtswegen zum Tanken in Kauf nehmen. Immerhin bieten noch viele freie Tankstellen Normal an.
Zuwachs beim Kraftstoffabsatz
Aral profitiert derweil von der gestiegenen Nachfrage nach Kraftstoffen. So stieg der Kraftstoffabsatz 2009 um rund fünf Prozent auf 8,3 Millionen Tonnen. Durch die 2009 gesunkenen Preise für Benzin und Diesel hätten dadurch ihr Auto wieder mehr genutzt. Im Jahresdurchschnitt 2009 kostete ein Liter Superbenzin mit 127,9 Cent rund 11,6 Cent weniger als im Vorjahr. Diesel verbilligte sich sogar um 24,7 Cent auf rund 108,8 Cent je Liter.
Einbußen beim Shopgeschäft
Leichte Umsatzeinbußen musste Aral dagegen im wichtigen Shopgeschäft hinnehmen. Hier sank der Umsatz um 1,4 Prozent auf gut 1,5 Milliarden Euro. Rückläufig war nach Konzernangaben vor allem der Verkauf von Alkoholika, Printmedien und Süßwaren. Dagegen konnte der Kaffeeabsatz deutlich gesteigert werden. Das Shop- und Bistro-Geschäft ist für die Tankstellenunternehmer von zentraler Bedeutung. Denn darauf entfallen 60 Prozent des Gesamtertrages.
Aral vergrößert Tankstellennetz
Trotz der Einbußen im Shop-Geschäft konnte Aral in Deutschland gegen den Markttrend sein Tankstellennetz um mehr als 80 auf gut 2500 Stationen vergrößern. Damit behauptete das Unternehmen nach eigenen Angaben seine Position als Marktführer.
Tankstellensterben verlangsamt sich
Aral und viele andere Tankstellenbetreiber mussten in den vergangenen Jahren viele Tankstellen dicht machen. Allerdings hat sich das Tankstellensterben zuletzt verlangsamt: Insgesamt verringerte sich die Zahl der Stationen von Anfang bis Mitte 2009 nur noch um vier auf 14.882 Tankstellen, wie Aral mitteilte. Dabei handelt es sich um 14.444 Straßentankstellen und 378 Autobahnstationen.