25.10.2010, 08:31 Uhr | dpa-AFX
Getriebeproduktion bei ZF in Friedrichshafen: Arbeitgeber wollen Lohnerhöhungen vermeiden (Foto: imago) (Quelle: imago)
Die Konjunktur in Deutschland läuft wieder deutlich besser, trotzdem sprechen sich führende Arbeitgebervertreter gegen Lohnerhöhungen aus. In der "Bild"-Zeitung erklärte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB), Karl Robl, es gebe "keinen Spielraum für Lohnerhöhungen". Begründung: "Am Bauhauptgewerbe ist der Aufschwung noch nicht angekommen. Betriebe müssen höhere Löhne erstmal verdienen. Können sie das nicht, müssen Arbeitsplätze abgebaut werden."
Der Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, sagte: "Der Aufschwung hat noch längst nicht alle Sparten und Betriebe der Metall- und Elektroindustrie erfasst". Nach dem bisher tiefsten Absturz müssten erst einmal die Betriebe wieder zu Kräften kommen. "Weder Dividenden noch Lohnsteigerungen stehen jetzt im Vordergrund."
Der Verband der Familienunternehmer (ASU) warnt vor Konjunktureinbußen. ASU-Präsident Patrick Adenauer sagte der Zeitung: "Viele Unternehmen schaffen es gerade erst, die Kurzarbeit zu beenden und wieder Weihnachtsgeld zu zahlen. Insofern sind Lohnforderungen, die völlig undifferenziert gestellt werden, ein Risiko für den Aufschwung."
Auch Beschäftigte im Öffentlichen Dienst der Bundesländer können bei den Tarifverhandlungen ab Januar offenbar nicht auf ein Gehaltsplus hoffen. Der Verhandlungsführer der Länder, Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), sagte dem Blatt: "Die Länderfinanzen bieten keinen Spielraum für Lohnerhöhungen." Es bestehe auch kein Nachholbedarf. "Das Lohnniveau bei den Ländern ist in den vergangenen Jahren gestiegen während es in der freien Wirtschaft gefallen ist."
Wirtschaftsminister Rainer Brüderle hofft, dass der gegenwärtige Aufschwung bei den Arbeitnehmern in Form von spürbaren Lohnerhöhungen ankommt. Der FDP-Politiker sagte der "Bild"-Zeitung: "Den fleißigen Menschen in unserem Land gehört der Wirtschaftsaufschwung. Er sollte daher nicht an ihnen vorbeigehen. Über die Lohnerhöhungen entscheiden natürlich die Tarifpartner. Das habe ich immer betont. Gleichzeitig gilt aber auch: Leistung muss sich lohnen. Das gehört zur Sozialen Marktwirtschaft. Und das darf sich in guten Zeiten auch in den Tarifabschlüssen niederschlagen."
Dagegen hatte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) vor einigen Tagen erklärt, die Unternehmen seien als Folge der Krise noch völlig ausgeblutet. Zunächst müssten Investitionen nachgeholt werden.
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Quelle: dpa-AFX , t-online.de
commander stryker schrieb:
am 26. Oktober 2010 um 10:48:09
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Lohnerhöhung
Die Reaktion der Arbeitgeber war doch klar... oder ? Also Leute, wenn es keine Lohnerhöhungen gibt, dann streiken. Aber nicht
so wie immer, also mit ein paar dürftigen Fähnchen und Trillerpfeiffen, sonder schaut mal nach Frankreich, wie die es machen. Die Deutschen sind in der Beziehung viel zu lahm, ohne einen Dauerdruck, der so richtig weh tut, passiert sowieso nichts. Merke: Lieber Lohnerhöhungen für fleißige, anständige Arbeitnehmer, als 140 Milliarden für eine kaputte HRE- Bank...
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Kannitverstahn schrieb:
am 25. Oktober 2010 um 19:41:09
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Lohnerhöhung
Wenn ich die, oft sehr beleidigenden Kommentare ,der Arbeitnehmer über ihre Arbeitgeber lese,denke ich daß es mal Zeit wäre,
daß die Arbeitgeber ( wirkliche Arbeitgeber- nicht angestellte Manager ) die Betriebe mal für ein paar Wochen zumachen würden .Es reicht schon der, der Differenz-Zeitraum zwischen Krankheits- und Urlaubszeiten der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber um die Trillerpfeifen verstummen zu lassen.
So mancher Stänkerer würde sich seinen Arbeitgeber wieder präsent wünschen.
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DerGeölte schrieb:
am 25. Oktober 2010 um 18:05:05
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@alfra
Nur Geduld. Es ist ganz normal, dass ein Wirtschaftsaufschwung erst ganz zum Schluss beim kleinen Mann ankommt. Wichtig ist, dass uns
Frau Merkel aus der Krise geführt hat und uns Vollbeschäftigung beschert hat. Der Rest kommt schon noch.
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