
29.12.2011, 16:17 Uhr | Financial Times Deutschland
Die Arbeitslosenzahl sinkt seit vielen Monaten, der Aufwärtstrend erweist sich trotz Staatsschuldenkrise als robust. Die Bundesagentur hat deshalb weniger zu tun - und spart sich viele hundert Millionen Euro Personalkosten.
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will wegen sinkender Arbeitslosenzahlen bei ihrer Verwaltung kräftig Personal einsparen. Bis zum Jahr 2015 sollten 17.000 Stellen abgebaut werden, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise der "Financial Times Deutschland" (FTD). "Das Einsparpotenzial wollten wir benennen, bevor jemand kommt und sagt: Ihr macht euren Job nicht", so Weise. "Wir werden dafür die Führungsstrukturen und die Logistik stark vereinfachen müssen. Wir bleiben aber an allen Standorten und werden ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen." Finanziell werde ab 2015 pro Jahr eine Milliarde Euro eingespart. "Wir haben damit einen ausgeglichenen Haushalt."
Die Bundesagentur ist mit 114.000 Beschäftigten - Vollzeit- und Teilzeitstellen - eine der größten Behörden Deutschlands. Allein für die Verwaltung gab sie laut Geschäftsbericht 2010 rund 7,4 Milliarden Euro aus. Weise hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen als eiserner Sparer und Reformer gemacht - und will nun den Schwung auf dem Arbeitsmarkt nutzen, um die Behörde erneut umzubauen.
So sollen einige Standorte zusammengefasst werden. "Wir werden von 176 Geschäftsstellen auf 154 gehen." Trotzdem soll auch in ländlichen Gebieten die intensive Betreuung der Arbeitslosen sichergestellt werden. "Wir werden teilweise sehr flexibel sein müssen und in ländlichen Gebieten uns zum Beispiel drei Tage die Woche bei der Sparkasse einmieten", kündigte Weise an.
Zum Stellenabbau und zum Sparkurs beitragen soll außerdem die Umstellung auf elektronische Akten - allein beim Arbeitslosengeld führt die Behörde 22,2 Millionen Kundenakten. "Das wird die Sachbearbeitung wesentlich vereinfachen, weil kein Papier bewegt wird", so Weise. Das Projekt E-Akte wird derzeit in der Regionaldirektion Thüringen und Sachsen-Anhalt getestet. Da es um sensible Daten geht, hat die BA auch den Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar eingeschaltet.
Ein stärkerer Personalabbau ist Weise zufolge nicht möglich. "Man hätte noch mehr rationalisieren können, aber mir ist es sehr wichtig, die persönliche Betreuung zu erhalten." Zwar gibt es mit derzeit rund 2,7 Millionen Arbeitslosen weit weniger als noch vor fünf Jahren. Wer aber in der momentan guten Konjunktur keinen Arbeitsplatz finde, "der hat wirklich ein Problem - wie einen fehlenden Schulabschluss oder geringe deutsche Sprachkenntnisse. Diesen Menschen zu helfen wird für uns schwieriger und teurer", sagte Weise. Zudem wechselten Beschäftigte häufiger als früher in Arbeitslosigkeit und wieder in Jobs.
Trotz der erwarteten Einsparungen durch den Umbau rechnet Weise nicht mit großen finanziellen Spielräumen seiner Behörde. "Rücklagen kann ich bei dem aktuellen Beitragssatz nicht aufbauen. Wir verlieren ja sukzessive bis 2015 die Co-Finanzierung durch den halben Mehrwertsteuerpunkt, den nun die Kommunen bekommen - das bedeutet ab 2015 jedes Jahr vier Milliarden Euro weniger Einnahmen."
Der BA-Chef trat Sorgen entgegen, dass die Euro-Krise zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland führen könnte - trotz der Prognose von Ökonomen, dass die Wirtschaft hierzulande im kommenden Jahr kaum noch wachsen dürfte. "Die strukturellen Änderungen hin zu mehr Dienstleistung stärken personalintensive Branchen und werden dazu führen, dass Beschäftigung selbst bei geringem Wirtschaftswachstum hält oder wächst", sagte Weise voraus. Für Jüngere könnte die demografische Entwicklung sogar eine positive Entwicklung haben. Anders bei den älteren Arbeitslosen: "Wenn das Wirtschaftswachstum nachlassen würde, wird es aber für Ältere, die keine Arbeit haben, noch schwieriger werden."
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Quelle: Financial Times Deutschland
Caca schrieb:
am 5. Januar 2012 um 13:07:48
(1)
(1)
Arbeitsagentur
Hier ziehen aber einige Suffis rüchtig vom Leder und vergessen, dass sie ohne diese Agentur hungern müssten und auch ein
Problem hätten, täglich an ihr Oettinger zu kommen.
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lotte schrieb:
am 30. Dezember 2011 um 11:08:07
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(0)
arbeitsagentur
die Arbeitsagentur beschäftigt zig tausend Befristete, ist doch kein Problem alle wieder gehen zu lassen. Habe es selbst
erlebt!!! Die Befristeten gehen auch mit Grippe zur Arbeit, bekommen Weihnachten keinen Urlaub ( damit die Festangestellten Urlaub nehmen können )usw. Ganz zu schweigen, das die befristet Beschäftigten nach kurzer Einarbeitung auf die armen Arbeitslosen losgelassen werden!!! Habe keinen einzigen erlebt, der nach 2 Jahren Befristung ( trotz aller Anstrengung ) übernommen wurde
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Lara schrieb:
am 23. Dezember 2011 um 18:01:27
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Fass ohne Boden
Stellen sollten wie es früher üblich war in Stellenanzeigen veröffentlicht werden
so wurde jede stelle die offen war
besetz der Arbeitnehmer konnte alles Ruck
Zuck Lohn Urlaubstage Überstunden usw. in paar min. abklären Aber das scheinen Arge,Jobvermittler,sonstige gar nicht zu wollen warum wohl
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