
28.12.2011, 14:06 Uhr | Spiegel Online
"Europa droht eine verlorene Generation": Mit drastischen Worten warnt die EU-Kommission vor steigender Jugendarbeitslosigkeit. Bereits jeder Fünfte unter 25 Jahren findet keinen Job, viele wandern aus - manch einer sogar nach Angola oder Mosambik.
Die EU-Kommission fürchtet um die Zukunft junger Europäer - und drängt den Mitgliedstaaten deshalb Geld auf: Die Länder müssten den Sozialfonds stärker nutzen, noch immer seien 30 Milliarden Euro im Topf, die für Projekte gegen Arbeitslosigkeit gedacht sind.
Der ungewöhnliche Appell ist Teil einer Initiative der Kommission gegen Jugendarbeitslosigkeit. Jeder fünfte Europäer zwischen 15 und 24 Jahren finde derzeit keinen Job, sagte EU-Sozialkommissar László Andor in Brüssel. "Es droht die Gefahr einer 'verlorenen Generation'."
Der ungarische Kommissar verwies darauf, dass junge Menschen Europa bereits verlassen, weil sie hier keine Zukunft mehr sähen. Laut Andor suchen junge Arbeitslose Arbeit "in Ländern wie den Vereinigten Staaten, Kanada, Australien, Brasilien, Angola oder sogar Mosambik". Dieser Trend dürfe sich nicht fortsetzen. Wie viele junge Europäer tatsächlich wegen Perspektivlosigkeit auswandern, sagte Andor allerdings nicht.
Auf Nachfrage sagte eine Sprecherin, es seien vor allem Menschen aus Portugal und Irland betroffen. Während einige junge Portugiesen nach Brasilien, Angola und Mosambik auswandern, strebten Iren nach Kanada, Australien und in die USA. Hintergrund ist, dass in diesen Ländern jeweils ihre Muttersprache gesprochen wird.
Von der Jobmisere seien längst nicht nur gering qualifizierte Arbeitssuchende betroffen, sondern zunehmend auch junge Akademiker. Mehr als ein Viertel der jungen Arbeitssuchenden sei langzeitarbeitslos und finde seit mehr als einem Jahr keine Stelle. Mit weniger als zehn Prozent Jugendarbeitslosigkeit steht Deutschland im europäischen Vergleich relativ gut da.
Die Kommission machte Vorschläge, wie sie in der nächsten Finanzperiode von 2014 bis 2020 Gelder zur Minderung der Jugendarbeitslosigkeit einsetzen will. So sollen Mittel in die Schaffung von Lehrstellen oder die Förderung von Unternehmensgründungen fließen.
Laut EU wären diese Milliarden gut angelegt. Denn die hohe Jugendarbeitslosigkeit verursacht bereits jetzt immense Kosten: Laut Andor verlieren die 27 Staaten der Europäischen Union durch Sozialleistungen und andere Ausgaben zwei Milliarden Euro pro Woche. Das sind etwas mehr als ein Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung der EU.
So hoch ist die Jugendarbeitslosigkeit in Europa1
in der EU, saisonbereinigt2
Ergebnisse der Arbeitskräfteerhebung (Juni 2011)
EU-27-Durchschnitt | 20,5 |
Niederlande | 7,1 |
Österreich | 8,2 |
Deutschland | 9,1 |
Dänemark | 12,3 |
Malta | 12,3 |
Luxemburg | 13,3 |
Tschechische Republik | 16,7 |
Belgien | 18,3 |
Slowenien | 18,4 |
Zypern | 19,6 |
Vereinigtes Königreich3 | 19,6 |
Finnland | 19,9 |
Estland4 | 20,4 |
Frankreich | 22,8 |
Rumänien4 | 22,8 |
Schweden | 23,1 |
Polen | 23,6 |
Ungarn | 24,8 |
Portugal | 26,8 |
Irland | 26,9 |
Bulgarien | 27,3 |
Italien | 27,8 |
Lettland4 | 29,7 |
Litauen4 | 32,6 |
Slowakei | 33,3 |
Griechenland4 | 38,5 |
Spanien | 45,7 |
Quelle: Statistisches Bundesamt/Eurostat, Stand Juli 2011
1 bezogen auf Personen in Privathaushalten im Alter von 15 bis 24 Jahren, ohne Wehrpflichtige und Zivildienstleistende
2 für Deutschland, Finnland, Österreich: Trendschätzung
3 für 2011 Berichtsmonat April
4 für 2011 Berichtsmonat März
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Quelle: Spiegel Online
ein Bayer schrieb:
am 17. Januar 2012 um 15:38:40
(0)
(0)
richtig so
Als Lehrling 1300€ oder mehr Und dan als Gesele Arbeiten um 1000
nur noch Fragezeichen
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Michael B. schrieb:
am 22. Dezember 2011 um 16:45:35
(11)
(6)
Ausland
Wer es hier zu nichts gebracht hat, bringt es in aller Regel im Ausland gleich zwei mal zu nichts. In allen Ländern in denen ich
gelebt habe, gab es für Immigranten nicht mal das Schwarze unter den Fingernägeln. Nur wer eisenhart arbeitet, fleißig und clever ist und noch Geld hat hat Chancen.
Auf jammernde Hartzer wartet jedenfalls kein einziger ausländischer Staat,
sondert befördert sie dahin wo sie hergekommen sind, wenn das Geld aus ist.
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Egon schrieb:
am 22. Dezember 2011 um 15:50:19
(7)
(2)
Junge Menschen kämpfen hier!
Kopf aus den Sand und praktisch kämpfen! Nicht nur, aber auch, Straßendemonstrationen, Bürobesetzungen,
Parteien-, Konzernzentralen und Parlamentsbesetzungen! Notwendig sind Streikaktionen, mit oder ohne die braven staatstragenden Sozialpartner der DGB-Führungen, aber auch. Und vor allem von den jungen Menschen kontrolliert und gegebenenfalls gegen die Gewerkschafts- und Parteienführung. - Insbesondere gegen die Rechten aus SPD, FDP, CDU, CSU und VS-NPD. Junge kämpfen gegen Hundts BDA und BDI.
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