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Arbeitsmarkt: Hunderttausende neue Stellen erwartet

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DIHK rechnet mit Hunderttausenden neuen Jobs

20.10.2010, 13:53 Uhr | oca, dapd, dpa-AFX

DIHK: Wirtschaft will 2011 rund 300.000 neue Stellen schaffen (Foto: dpa)

Der DIHK verspricht für 2011 ein kleines Jobwunder (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Goldene Zeiten für den deutschen Arbeitsmarkt: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht die Arbeitsmarktentwicklung deutlich positiver und rechnet mit rund 300.000 neuen Stellen im Jahr 2011. Laut einer Umfrage unter 28.000 Firmen habe die deutsche Wirtschaft massiv Neueinstellungen in Aussicht gestellt, berichtet die "Bild"-Zeitung. Neue Jobs sollen vor allem in der Gesundheitswirtschaft, bei Zeitarbeitsfirmen und IT-Unternehmen entstehen. Des Weiteren beurteilen die Unternehmen ihre Geschäftslage deutlich besser als noch im Frühsommer.

Vor allem in den Branchen Pflege, Pharma und Medizintechnik werde es etwa 60.000 neue Stellen geben, schrieb die "Bild". Auch die Zeitarbeitsfirmen wollen offenbar massiv einstellen. So sollen rund 50.000 neue Jobs entstehen. Dienstleister für Forschung und Entwicklung sowie IT-Unternehmen rechneten mit 25.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen. Werbung, Marktforschung und Unternehmensberatung erwarteten ebenfalls 25.000 neuen Stellen. Im Handel prognostizierte der DIHK 20.000 neue Arbeitsplätze, im Maschinenbau und in der Elektrotechnik jeweils 15.000. Die restlichen Stellen verteilen sich auf andere Branchen.

Unternehmen deutlich optimistischer

Die Beschäftigungsabsichten der Unternehmen verbesserten sich laut der Umfrage erneut merklich. "Die Drei-Millionen-Grenze bei der Arbeitslosenzahl wird in Kürze unterschritten", prognostizierte der DIHK. Laut der Umfrage haben 19 Prozent (zuvor: 16 Prozent) der Unternehmen höhere Beschäftigungspläne und 12 Prozent (15 Prozent) geringere. Der größte Beschäftigungsimpuls komme von den mittelgroßen Unternehmen. Betriebe aus Industriebranchen wie Metallerzeugung, Elektrotechnik und Maschinenbau wollten verstärkt Personal aufbauen.

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Zudem werde die exportgetriebene Erholung in den nächsten Monaten zu einer weiteren Stärkung der Binnenwirtschaft führen. "Viel spricht dafür, dass die Wirtschaftsleistung in Deutschland 2011 wieder an das Vorkrisenniveau anknüpfen kann", betonte der DIHK.

Laut Umfrage beurteilen inzwischen 38 Prozent der Unternehmen die wirtschaftliche Lage als gut, gegenüber 28 Prozent bei der vorangegangenen Erhebung. Wie schon im Sommer sehen 33 Prozent der Unternehmen bessere Geschäftserwartungen, schlechtere erwarten noch 11 Prozent nach zuvor 14 Prozent. "Die Konjunktur steht auf festem Grund", erklärte die Kammerorganisation in der Umfrage, die Ende August und im September durchgeführt wurde und für die mehr als 28.000 Antworten ausgewertet wurden.

Sorge um US-Konjunktur

Die Beurteilung der Geschäftslage in allen Wirtschaftszweigen befinde sich mittlerweile "auf dem Niveau konjunktureller Hochphasen". Besonders deutlich habe sie sich in konsumnahen Branchen wie dem Gastgewerbe oder der Touristik verbessert. Der Einzelhandel sei mit seiner geschäftlichen Situation sogar so zufrieden wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Auch die Bauunternehmen vermeldeten Spitzenwerte.

In den allgemeinen Konjunkturoptimismus mische sich allerdings auch "ein Schuss Unsicherheit", denn wegen der bislang kaum in Gang gekommenen Konjunktur in den USA, in Japan und Teilen Europas fürchte die Industrie eine verringerte Dynamik. "Für die deutsche Konjunktur bedeutet das aber noch keinen Rückschlag", unterstrich der DIHK. Der angesprungene Investitions-, Beschäftigungs- und Konsumzyklus trage für mehrere Quartale.

Weniger als drei Millionen Arbeitslose

Im September waren laut Bundesagentur für Arbeit (BA) noch 3,031 Millionen Menschen ohne Arbeit. Das waren 315.000 weniger als vor einem Jahr und 157.000 weniger als im August. Die Zahl der Arbeitslosen könnte bis Jahresende unter die Marke von drei Millionen sinken, schätzt der Vorstandschef der BA, Frank-Jürgen Weise. Auch die Bundesregierung wertete die Entwicklung als Zeichen für einen robusten Aufschwung und sieht Chancen für einen "goldenen Herbst" am Arbeitsmarkt.

Und auch die Bundesregierung zeigt sich optimistisch: Nach ihren Schätzungen soll das Wachstum in diesem Jahr auf mehr als drei Prozent klettern. "Ich gehe davon aus, dass wir eine drei vor dem Komma schaffen werden", sagte Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) der "Eßlinger Zeitung". Die genaue Prognose will der Minister nach Abschluss interner Berechnungen am Donnerstag vorlegen. Im Frühjahr war die Bundesregierung noch von 1,4 Prozent Wachstum ausgegangen. Die Wirtschaftsforschungsinstitute schraubten ihre Prognose in der vergangenen Woche auf 3,5 Prozent hoch. "Jetzt kommt es darauf an, dass wir dafür sorgen, Fachkräfte und Flexibilität zu haben sowie Forschung und Entwicklung zu stärken", sagte Brüderle der Zeitung. Der Mangel an Fachkräften sei "ein ernstes Problem".


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Quelle: dpa-AFX , dapd

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Kommentare (206)

zum Forum

Thema: "Arbeitsmarkt: Hunderttausende neue Stellen erwartet"

HANNES schrieb: am 20. Oktober 2010 um 19:44:00
(0) (0) Zeitarbeit
Für ungelernte und Hartz4 Bezieher ist die Zeitarbeit die einzige Chance,wieder in Arbeit zu kommen. Man kann sich da beweisen
und hat eine Chance zur Festanstellung.
mehr Kommentar melden

Schakal schrieb: am 20. Oktober 2010 um 19:29:44
(0) (0) Zeitarbeitsfirmen
Zeitarbeit ist nicht gleichzusetzen mit Zeitarbeitsfirmen. Wenn die Wirtschaft wirklich nachhaltig boomen würde, bräuchte
man keine Zeitarbeitsfirmen! Wer etwas anderes behauptet, sollte sich Gedanken über sein Wissen und Verstand machen. Wer clever genug ist, braucht weder einen Fallmanager noch eine Zeitarbeitsfirma die einen Teil seines Gehaltes für sich beansprucht. Wer sich mit guten Produkten an der Wertschöpfung beteiligt wird nicht auf billige Tagelöhner der ZAF zurückgreifen.
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Erich schrieb: am 20. Oktober 2010 um 19:19:46
(0) (0) Zeitarbeit
Ich arbeite schon 5 Jahre bei der Zeitarbeit und verdiene 1050 Euro netto. Damit bin ich zufrieden, weil ich keine Ausbildung
habe. Als Hartz4 Empfänger hätte ich viel weniger und es wäre nicht mein selbstverdientes Geld. Ich habe noch so was wie Stolz.
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