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Peter Hartz entwickelt Projekt für Langzeitarbeitslose
27.11.2008, 10:03 Uhr | bv/ mmr
Peter Hartz (Foto: dpa)Peter Hartz kehrt zurück: Der Schöpfer und Namensgeber der Arbeitsmarktreformen hat ein Konzept für Langzeitarbeitslose entwickelt, um sie wieder näher an den Arbeitsmarkt zu bringen. Im Saarland soll das Konzept bei einem Pilotprojekt auf lokaler Ebene in der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Saarbrücken getestet werden. Das sagte ein Sprecher der zuständigen Regionaldirektion.
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Präsentation am Donnerstag
Einen Starttermin für das Projekt konnte der Sprecher nicht nennen. Die Präsentation des Konzepts sei für diesen Donnerstag geplant. Hartz habe mit Wissenschaftlern ein Konzept entwickelt, um Langzeitarbeitslosen zu einem neuen Job zu verhelfen, sagte der Sprecher. Dabei gehe es in erster Linie darum, für die Betroffenen neue Wege bei der Motivation zur Selbsthilfe zu finden - ergänzend zu den bereits vorhandenen Instrumenten.
Über VW-Affäre gestolpert
Hartz war im Januar 2007 als ehemaliger VW-Arbeitsdirektor in der Affäre um Lustreisen und andere Vergünstigungen für Betriebsräte zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Außerdem zahlte Hartz eine Geldstrafe von insgesamt 576.000 Euro. Der Gesamtschaden, den Hartz bei VW zu verantworten hatte, wurde seinerzeit auf 2,6 Millionen Euro beziffert.
Erwerbslosen-Forum spricht von schlechtem Scherz
Das Comeback des Arbeitsmarktexperten Peter Hartz im Saarland ist sowohl bei Arbeitslosen als auch bei der FDP auf scharfe Kritik gestoßen. Das Erwerbslosen Forum Deutschland sprach am Donnerstag von einem schlechten Scherz und einem Schlag ins Gesicht vieler Hartz-IV-Bezieher. FDP-Generalsekretär Dirk Niebel sagte dem "Hamburger Abendblatt", das Saarland sollte sich "als Experimentierfeld für falsche Heilsbringer zu schade sein".
"Instinktlosigkeit in Sozialbehörden"
"Wir gehen davon aus, dass Peter Hartz Lustreisen für Langzeitarbeitslose und deren Coachs in seinem Konzept nicht vorgesehen hat", kommentierte lakonisch der Sprecher des Erwerbslosen Forums Deutschland, Martin Behrsing. Das Vorhaben der Bundesagentur für Arbeit zeige, welche Instinktlosigkeit inzwischen in Sozialbehörden vorherrsche. Mit Hartz werde nun ausgerechnet die Person ins Boot geholt, für die bei der Verwirklichung von Unternehmenszielen weder moralische Grenzen noch kriminelle Machenschaften ein Tabu seien. Zudem stehe sein Name für die "Hartz-Unreformen", die für viele bittere Armut, Perspektivlosigkeit und Hungerlöhne gebracht hätten. FDP-Generalsekretär Niebel sagte in dem Zeitungsinterview: "Herr Hartz ist angesichts seiner Vorgeschichte der letzte, der mir als Motivationstrainer für Langzeitarbeitslose einfällt."
Für immer mit "Hartz IV" verbunden
Bekannt wurde Peter Hartz als Schöpfer und Namensgeber für die Arbeitsmarktreformen der rot-grünen Bundesregierung unter Ex-Kanzler Gerhard Schröder. Die Vorschläge, die Hartz und die sogenannte Hartz-Kommission machten, wurden aber teilweise nicht umgesetzt oder im politischen Prozess stark verändert. Deshalb ist Peter Hartz nicht glücklich damit, dass die Arbeitsmarkt-Reformen in der Umgangssprache weiterhin seinen Namen tragen, wie er schon vor längerem in Interviews sagte. Die offizielle Bezeichnung für "Hartz IV" lautet "Arbeitslosengeld II".
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Quelle: dapd
, t-online.de