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Immer weniger Menschen arbeiten Vollzeit
16.12.2009, 09:44 Uhr | CS mit dpa
Die Zahl der Menschen mit Vollzeitjobs nimmt kontinuierlich ab (Foto: imago)Der deutsche Arbeitsmarkt hat im vergangenen Jahrzehnt einen radikalen Umbau durchgemacht. So arbeiten immer weniger Menschen Vollzeit. Wie die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Anfrage der Linkspartei berichtet, sank die Zahl der Vollzeitstellen zwischen Juni 1999 und Juni 2008 um 1,4 Millionen (6 Prozent) auf 22,4 Millionen Menschen. Dies berichtet die "Frankfurter Rundschau" unter Berufung auf die Antwort der Bundesregierung.
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Minijobs auf dem Vormarsch
Dabei verlagerten sich die Vollzeitjobs in Teilzeitbeschäftigungen. Nach Angaben der Bundesregierung wuchs die Zahl der Teilzeitbeschäftigten um 1,3 Milionen (36 Prozent) auf fünf Millionen. Auf dem Vormarsch sind auch Minijobs, deren Zahl innerhalb von sechs Jahren um 29 Prozent auf über sieben Millionen stieg.
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Immer mehr Arbeitnehmer kommen angesichts der Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt mit einer Stelle nicht mehr über die Runden. Nach Angaben der Bundesregierung verdoppelte sich die Zahl der Menschen mit zwei Jobs zwischen 2002 und 2007 auf 1,8 Millionen. Rund 1,3 Millionen arbeiten zu so niedrigen Löhnen, dass sie weiter zusätzliche
Hartz-IV-Leistungen erhalten. "Hartz IV und Leiharbeit haben zu einem Erdrutsch bei den regulären Arbeitsplätzen geführt", sagte die Arbeitsmarktexpertin der Linkspartei, Sabine Zimmermann, der "Frankfurter Rundschau". Die Bundesregierung treibe Millionen Bürger so in "Billigjobs und Armut".
Ausstieg aus Hartz IV schwierig
Zu einer etwas besseren Einschätzung der Arbeitsmarktlage kommt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Demnach haben die Hartz-Reformen zu mehr Beschäftigung geführt. Vor allem die Langzeitarbeitslosigkeit ist nach Angaben von IAB-Chef Joachim Möller spürbar zurückgegangen. Allerdings sei der Ausstieg aus Hartz IV schwierig. Dreiviertel der Hartz-IV-Bezieher bekommen die staatliche Stütze ein Jahr und länger.
Jobs oft unter Qualifikationsniveau
Von denen, die den Ausstieg schaffen, finden rund 50 Prozent einen neuen Job, häufig aber unter Qualifikationsniveau. Die Arbeitsmarktreform, mit der Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammengelegt wurden, war am 1. Januar 2005 in Kraft getreten. Mit der Reform wurde die Zumutbarkeitsschwelle für eine neue Arbeit deutlich gesenkt.
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Quelle: dpa