18.02.2011, 15:36 Uhr | t-online.de/business / sia
Die Fahrt zum Job kostet viele Menschen Nerven. (Foto: imago)
Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) pendelten bereits 2005 39 Prozent der Beschäftigten in Deutschland zum Job - Tendenz steigend. Für den Weg zur Arbeit brauchen sie heute im Schnitt täglich 27 Minuten - ein Fünftel ist sogar länger als eine Dreiviertelstunde unterwegs. Das hat eine Umfrage des Büroraum-Vermittlers Regus ergeben. Die hat darüber hinaus herausgefunden, was beim Pendeln zur Firma am meisten nervt. Wir stellen Ihnen die sieben größten Stressfaktoren vor.
Das Ergebnis der Umfrage überrascht kaum: Am meisten ärgern sich die deutschen Pendler über Verspätungen und Betriebsstörungen bei Bus und Bahn. Darüber hinaus zerren laut der Untersuchung schlecht fahrende und aggressive Autofahrer, die mangelhafte Informationspolitik der Verkehrsunternehmen an den Nerven der Pendler. Faktoren, die laut Regus die Produktivität und Zufriedenheit im Job deutlich beeinträchtigen.
Auch schlechte Luft, laute Handy-Gespräche der Mitfahrer und unangenehme Gerüche in den Öffentlichen Verkehrsmitteln sorgen dafür, dass Berufstätige bereits genervt am Arbeitsplatz ankommen. Belastender als die für den Arbeitsweg benötigte Zeit sind die Erfahrungen während der Fahrt, die die Pendler erschöpft und gestresst im Betrieb erscheinen lassen, so Regus. Das wiederum führe dazu, dass sie im Job nicht die volle Leistung erbringen könnten.
Abhilfe in diesem täglichen Pendel-Dilemma können zum Beispiel flexible Arbeitszeiten schaffen. Wer nicht gezwungen ist, zu den Stoßzeiten des Berufsverkehrs unterwegs zu sein, kommt sicher entspannter am Arbeitsplatz an. Und wenn sich die Arbeitszeit nicht entsprechend verschieben lässt, empfehlen Experten Pendlern, die das Auto nutzen, sich zu einer Fahrgemeinschaft zusammenzuschließen. Es wirkt sich demnach bereits entlastend aus, nicht immer selbst hinter dem Steuer sitzen zu müssen.
Vielleicht gibt es aber auch die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten. Technisch ist das fast immer machbar, und viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern zum Beispiel an, an bestimmten Tagen in der Woche Dienst im Home Office zu machen. Bei besonders langen Fahrtzeiten zum Job kann sich sogar lohnen, eine Zweitwohnung in Nähe des Arbeitsplatzes zu beziehen. Die Vorteile dabei: mehr Freizeit und geringere Fahrtkosten. Den zweiten Wohnsitz können Pendler als doppelte Haushaltsführung steuerlich geltend machen, solange der Hauptwohnsitz als Lebensmittelpunkt beibehalten wird.
An der im dritten Quartal 2010 vom britischen Marktforschungsinstitut MarketingUK durchgeführten Umfrage nahmen mehr als 10.000 Berufstätige aus der internationalen Datenbank von Regus teil, darunter 433 Deutsche. Für die Untersuchung wurde nach der Dauer des einfachen Arbeitswegs und den Hauptursachen für Stress während des Pendelns gefragt. Die Regus-Datenbank umfasst über eine Million Arbeitnehmer weltweit, darunter ein großer Anteil an Führungskräften und Unternehmenseigentümern.
Quelle: T-Online
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