06.03.2009, 10:32 Uhr | AFP
Immer mehr Deutsche müssen auch nachts arbeiten (Foto: Imago)
Die Deutschen arbeiten immer mehr im Schichtbetrieb. 15,5 Prozent der Beschäftigten hierzulande arbeiteten im Jahr 2007 regelmäßig oder ständig in Schichten, wie die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Dortmund mitteilte. Das ist der höchste Wert seit Beginn der jährlichen Erhebungen. Bei etwa zwölf Prozent der Arbeitnehmer fiel Sonn- und Feiertagsarbeit an. An Samstagen oder am Abend arbeitete im Jahr 2007 jeder vierte deutsche Arbeitnehmer.
Auch die Situation der 4,2 Millionen Selbstständigen in Deutschland sei von flexiblen und überlangen Arbeitszeiten geprägt. So hätten 46,7 Prozent der Selbstständigen mit Angestellten im Jahr 2007 60 Stunden oder mehr pro Woche gearbeitet. Bei den Selbstständigen ohne Angestellte seien es 30,7 Prozent gewesen.
Zugleich sank die durchschnittliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit 2007 leicht auf 11,8 Tage gegenüber zwölf Tagen im Vorjahr, wie aus dem "Bericht zum Stand von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit" der BAuA hervorgeht. In dem Jahr fielen demnach rechnerisch 1,2 Millionen Erwerbsjahre aus. Die Volkswirtschaft kostete dies demnach rund 73 Milliarden Euro an Bruttowertschöpfung.
Nach wie vor verursachten demnach Muskel- und Skeletterkrankungen etwa jeden vierten der Ausfälle. Der Anteil von Verletzungen und Vergiftungen fiel um einen Prozentpunkt auf 13,8 Prozent. Gut neun Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage sei weiterhin auf psychische und Verhaltensstörungen zurückführen. Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle sank 2007 auf 812, was einem historischen Tiefststand entspreche. Zudem sank die Zahl der Arbeitsunfälle auf 28,1 pro 1000 Arbeitnehmer.
AFP
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