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Arcandor: Aufsichtsratschef geht

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Ermittlungen gegen Handelsunternehmen ausgeweitet

05.10.2009, 11:57 Uhr | dpa-AFX

Keine Ruhe für den Handelskonzern Arcandor. (Foto: Reuters)Keine Ruhe für den Handelskonzern Arcandor. (Foto: Reuters)Die Staatsanwaltschaft in Bochum hat ihre Ermittlungen gegen das insolvente Handelsunternehmen Arcandor ausgeweitet. Bereits letzte Woche erschienen nach "Spiegel"- Informationen zwei Staatsanwälte und vier Zivilbeamte in der Hauptverwaltung des Konzerns in Essen und forderten die 2000 Beschäftigten auf, ihre Dienst-Laptops übers Wochenende abzugeben. Gleichzeitig wurde bekannt, dass Arcandor-Aufsichtsrats-Chef Friedrich Carl Janssen sein Amt niederlegt. Er geht nach Angaben des Insolvenzverwalters zum 1. November.

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Keine Konzernlahmlegung beabsichtigt

Bernd Bienioßek von der Staatsanwaltschaft Bochum bestätigte der dpa den Beschluss zur Datensicherung bei Arcandor. "Es ging uns nicht um eine Lahmlegung des Konzerns." Man habe bei allen notwendigen Überprüfungen versucht, die Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs sicherzustellen.

Insolvenzverschleppung nicht ausgeschlossen

Hintergrund ist wohl das Verfahren gegen den ehemaligen Vorstandschef von Arcandor, Thomas Middelhoff. Ihm wird Untreue vorgeworfen. Darüber hinaus interessiert die Ermittler laut "Spiegel", wie es überhaupt zu der Insolvenz kommen konnte. Die großflächige Sicherstellung von Daten deute darauf hin, dass auch Insolvenzverschleppung nicht ausgeschlossen werde.

Weitere Aufsichtsratsmitglieder verlassen Arcandor

Wie der Insolvenzverwalter mitteilte, gehen neben Janssen auch die Aufsichtsratsmitglieder Ulrich Hocker, Karlheinz Hornung, Michael Stammler und Wilfried Reinhard. Der "Financial Times Deutschland" zufolge begründete Janssen seine Amtsniederlegung damit, dass seine Arbeit durch die Insolvenz des Unternehmens an Gewicht verloren habe. Janssen ist persönlich haftender Gesellschafter der Bank Sal. Oppenheim, die über ihre Industrieholding etwas weniger als ein Viertel der Arcandor-Anteile hält. Sal. Oppenheim wollte sich nicht zu der Personalie äußern.

Arcandor taumelt vor sich hin

Am 1. September war das Insolvenzverfahren für die wichtigsten Arcandor-Gesellschaften, darunter Karstadt Warenhaus, Primondo und Quelle, offiziell eröffnet worden. Damit haben sich auch die Machtverhältnisse in Essen verschoben. Aus dem Arcandor-Vorstand arbeitet nur noch der Chef der Versandhandelssparte, Marc Sommer, weiterhin für das Unternehmen. Die Fäden bei der Sanierung und Verwertung der einzelnen Arcandor-Gesellschaften zieht der Insolvenzverwalter. Die Entscheidungen, was mit Arcandor weiter geschieht, fällt die Gläubigerversammlung.



Quelle: t-online.de , dpa-AFX

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