Karl-Gerhard Eick, Chef von Arcandor, sucht nach frischem KapitalArcandor-Chef Karl-Gerhard Eick erhofft sich von seiner Großaktionärin Madeleine Schickedanz Hilfe für die Rettung des Essener Konzerns. Er glaube nicht, dass die frühere Milliardärin und ihr Umfeld kein Geld mehr hätten, um sich an einer Sanierung von Arcandor zu beteiligen, sagte Eick der "Rheinischen Post". In einem Interview mit der "Bild am Sonntag" hatte sich die Quelle-Erbin erst vor kurzem über ihr den Verfall ihres Vermögens beklagt.
Die Muttergesellschaft von Karstadt und Quelle war in die Insolvenz gerutscht und hatte angekündigt, bis Ende August ein Sanierungskonzept vorzulegen. Um frisches Kapital aufzutreiben, rede er bereits mit einer Handvoll möglicher neuer Investoren im In- und Ausland, sagte Eick. Dazu gehörten auch Private-Equity-Gesellschaften.
Arcandor-Chef verweist auf frühere Hilfen von Schickedanz
Außerdem hofft er auf finanziellen Beitrag von der Großaktionärin: "Frau Schickedanz und ihre Familie waren vor zwei Monaten bereit, sich an einer Kapitalerhöhung von Arcandor zu beteiligen. Es wäre eine wichtige Geste, nach Vorlage des neuen Konzeptes sehr ernsthaft zu prüfen, dieses ebenfalls zu unterstützen."
Schickedanz beklagt Vermögensverlust
Trotz des Appells dürfte Eick zumindest von der Quelle-Erbin keinen großen Beitrag erwarten. Laut Angaben von Frau Schickedanz gegenüber der "Bild am Sonntag" ist ihr Karstadt/Quelle-Aktienpaket nur noch 27 Millionen Euro wert, in Spitzenzeiten betrug der Buchwert über drei Milliarden Euro. Falls die Rettung von Arcandor scheitert, rechnet Schickedanz mit weiteren Verlusten.