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Arcandor: Konkurrenten wollen Pleite-Konzern fleddern

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Konkurrenten wollen Pleite-Konzern fleddern

22.02.2010, 16:32 Uhr | Spiegel Online

Ausverkauf bei Arcandor: Ohne Schamfrist teilt die Konkurrenz die Filetstückchen unter sich auf (Quelle: imago) Ausverkauf bei Arcandor: Ohne Schamfrist teilt die Konkurrenz die Filetstückchen unter sich auf (Quelle: imago)Gerade erst hat Arcandor Insolvenz angemeldet - da plant die Konkurrenz schon die Zerschlagung. Otto will große Teile der Versandhandelssparte, Rewe interessiert sich für die Reisetochter Thomas Cook, Metro hofft auf die Karstadt-Warenhäuser. Spiegel Online analysiert die Pläne der Wettbewerber.

Insolvenzverwalter übernimmt die Macht

Für die Mitarbeiter ist es ein schwerer Schlag, für die Konkurrenz ein gefundenes Fressen: Der marode Handelskonzern Arcandor meldet Insolvenz an. Bis zuletzt hatte das Management auf Staatshilfe gehofft - vergebens. Die Macht im Unternehmen übernimmt jetzt ein Insolvenzverwalter.

Konkurrenz reibt sich die Hände

Für die Konkurrenten eröffnen sich damit völlig neue Chancen. Ihr Ziel: Arcandor zerschlagen. Otto, Rewe, Metro - sie alle wollen von der Insolvenz profitieren. Wie Pleitegeier teilen sie Arcandor unter sich auf, eine Schamfrist warten sie nicht ab. Jeder pickt sich die Rosinen heraus. Nach dem Motto: Nimmst du dies, nehme ich mir das.

Trennung der drei Sparten von Arcandor steht bevor

56.000 Menschen arbeiten bei Arcandor. Doch wie lange wird es ihr Unternehmen noch geben? Fest steht: Der Konzern weckt große Begehrlichkeiten. Allerdings nicht als Ganzes, sondern nur in Einzelteilen. Das bedeutet: Die drei Sparten - Warenhäuser, Versandhandel und Reise - könnten bald getrennte Wege gehen.

Einsparpotenzial in dreistelliger Millionenhöhe

Als erster wagte sich Metro-Chef Eckhard Cordes hervor. Schon vor Wochen erhob er Anspruch auf die Karstadt-Filialen. Sein Plan: eine Fusion mit der eigenen Marke Kaufhof und die Gründung einer "Deutschen Warenhaus AG". Wer in dem neuen Komplex das Sagen haben soll, steht für Cordes fest: natürlich Metro. Aus Sicht von Metro macht das Vorhaben Sinn. Für Kaufhof fiele die leidige Konkurrenz weg, unrentable Häuser könnte man zusammenlegen, und die teure Karstadt-Zentrale ließe sich ebenfalls einsparen. Die Commerzbank hat das Szenario bereits durchgerechnet - und ein Einsparpotential von rund 300 Millionen Euro ermittelt. Diese Erwartung spiegelt sich auch an der Börse wider: Die Metro-Aktie kletterte am Dienstag zunächst deutlich nach oben.

Karstadt-Filialen in Deutschland Karstadt-Filialen in Deutschland

Edelkaufhäuser bringen noch mal Extraprofit

Für Arcandor hingegen wäre der Verlust der Warenhäuser ein herber Schlag. Karstadt ist die bekannteste Marke des Konzerns, mit dem Unternehmen hat die Firmengeschichte 1881 begonnen. Doch damit nicht genug. Auch die Edelkaufhäuser von Arcandor könnten den Eigentümer wechseln. Das KaDeWe in Berlin, das Alsterhaus in Hamburg, das Oberpollinger in München: Sie alle sind hochrentabel, haben einen guten Ruf - und locken Interessenten an. Vielleicht hat Metro-Chef Cordes Verwendung für die Konsumtempel, vielleicht findet sich aber auch ein anderer Käufer. Klar ist nur eins: Arcandor dürfte die Gewinnbringer kaum behalten.

Filetstück Thomas Cook

Das Gleiche gilt für die profitable Reisesparte Thomas Cook. Arcandor ist an dem Unternehmen mit 52 Prozent beteiligt. Synergien gibt es kaum, beide Unternehmen arbeiten getrennt voneinander. Ein Verkauf wäre also leicht möglich - und ist auch wahrscheinlich.

Reisekonzern betont Unabhängigkeit

Bereits am Montag konnte man deutliche Absetzbewegungen der Tochter Thomas Cook von der Mutter Arcandor beobachten. Der Reisekonzern teilte in einer Erklärung mit: "Thomas Cook ist ein eigenständiges und profitables Unternehmen, das an der Londoner Börse notiert ist." Die Sparte ("Neckermann Reisen", "Bucher Last Minute") sei "sowohl operativ als auch finanziell unabhängig von Arcandor".

Rewe zeigt Interesse

Ein möglicher Käufer hat sich schon gemeldet: der Handelsgigant Rewe. Thomas Cook sei "eine interessante Marke", deren Entwicklung man sorgfältig beobachte, sagte ein Rewe-Sprecher am Montag. Laut "Handelsblatt" wurde Rewe bereits bei Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick vorstellig. Zu Rewe gehören aktuell die Marken Atlas-Reisen und Tjaereborg. Damit ist das Unternehmen die Nummer drei auf dem deutschen Touristikmarkt, zusammen mit Thomas Cook könnte man zu Marktführer TUI aufschließen.

Verkauf für Sanierung des Restkonzerns unabwendbar

An der Börse hat Thomas Cook einen Wert von rund einer Milliarde Euro, ohne Wirtschaftskrise wären es vermutlich einige hundert Millionen Euro mehr. Zwar ist die Verhandlungsposition von Arcandor angesichts der eigenen Notlage schlecht. Trotzdem hat ein künftiger Insolvenzverwalter wohl kaum eine andere Wahl: Er muss Thomas Cook verkaufen - nur so kann er die nötigen Mittel für eine Sanierung des Restkonzerns aufbringen.

Versandhandel: fröhliches "Halali" kann beginnen

Und die Schnäppchenjagd geht weiter. Besonders hart trifft es vermutlich die Sparte Versandhandel - sie könnte völlig zerfleddert werden. Der Unternehmensbereich trägt den Namen Primondo, den Ex-Konzernchef Thomas Middelhoff ebenso künstlich erschaffen hat wie den von Arcandor selbst. Zu Primondo gehören der Universalversand Quelle, die Spezialversender Baby Waltz, Hess Natur und Madeleine sowie der TV-Verkaufskanal HSE24.

Otto Gruppe steht bereits in Kontakt

Großes Interesse an Teilen der Sparte hat die Otto Gruppe. Der familiengeführte Handelsriese hat nach Informationen von manager-magazin.de bereits Kontakt mit dem Arcandor-Management aufgenommen. Ein Otto-Sprecher sagte: "Wir schauen uns die Entwicklung an, insbesondere die Spezialversender wären für uns unter Umständen von Interesse."

Quelle-Versand ist ungeliebtes Kind

Nur den Quelle-Versand will Otto nicht haben - die Sparte gilt als altmodisch. Experten monieren, dass sich Quelle kaum auf das Internetgeschäft eingestellt hat. In Zukunft könnte der Bereich daher Probleme bekommen - trotz erfolgreicher Expansion in Osteuropa.

Todesstoß für Arcandor

Interesse hat Otto dafür an einem anderen Filetstück: der Kaufhaussparte Karstadt Sport. Die 29 Standorte passen dem Familienunternehmen gut ins Konzept: Otto könnte die Häuser mit den eigenen Sport-Scheck-Filialen verschmelzen, es gäbe enorme Synergieeffekte. Für Arcandor wäre dies vermutlich der Todesstoß. Sollten alle Kauf- und Verkaufspläne realisiert werden, bliebe vom Gesamtkonzern kaum etwas übrig. Die Warenhäuser - bei der Konkurrenz. Das Reisegeschäft - bei einem neuen Eigentümer. Der Versandhandel - in seine Einzelteile aufgelöst.

Retten, was zu retten ist

Am Ende könnte Arcandor nur noch aus Quelle bestehen, samt einigen wenigen Randbereichen. Keine guten Aussichten für die Mitarbeiter, ein schlagkräftiger Konzern sieht anders aus. Ob es tatsächlich so weit kommt, hängt nun vom Insolvenzverwalter ab. Er muss die Interessen der Gläubiger vertreten, mit harter Hand sanieren - und retten, was zu retten ist.


Quelle: Spiegel Online

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