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Arcandor-Pleite: Staatsanwälte prüfen Middelhoffs Reisekosten

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Middelhoff nutzte Firmenjet für Strecke von 86 Kilometern

12.04.2010, 11:31 Uhr | dpa

Hohe Reisekosten: Ermittlungen gegen Ex-Arcandor-Chef Middelhoff ausgeweitet (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Die Staatsanwälte interessieren sich bei ihren Untreue-Ermittlungen gegen den früheren Arcandor-Chef nicht mehr nur für dessen Immobiliengeschäfte. Laut einem Bericht des "Spiegel" geraten jetzt auch die hohen Reisekosten ins Visier der Ermittler. Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg hatte sich schon im vergangenen Jahr kritisch über den erheblichen Spesen-Aufwand Thomas Middelhoffs geäußert. So soll der Manager sogar für eine Strecke von 86 Kilometern den ihm zur Verfügung stehenden Jet genutzt haben.

Allein im Jahr 2006 800.000 Euro Flugkosten

Bei einer Visite der Ermittler in der Essener Arcandor-Zentrale am vergangenen Mittwoch sei es auch um die auffällig hohen Reisekosten Middelhoffs gegangen, berichtet das Nachrichtenmagazin. Allein im Jahr 2006 soll Middelhoff über 800.000 Euro verflogen haben. Sprecher des Insolvenzverwalters und der Bochumer Staatsanwaltschaft bestätigten am Samstag den Besuch der Ermittler. Das siebenköpfige Ermittlerteam sei mehrere Stunden in der Unternehmenszentrale gewesen.

Vertrag mit der Universität Oxford im Visier der Ermittler

Nach Angaben des "Spiegel" hätten die Ermittler zudem Interesse an einem mit rund 1,5 Millionen Pfund dotierten Vertrag gezeigt, den Arcandor Ende Januar 2008 mit der Universität Oxford abgeschlossen hatte. 715.000 Pfund seien noch kurz vor der Insolvenz von Arcandor überwiesen und von Middelhoff an seinem vorletzten Arbeitstag abgezeichnet worden.

Ermittlungen seit Juli 2009

Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit Juli 2009 gegen Middelhoff. Anlass für die Ermittlungen war ein Immobiliengeschäft, das vor seinem Einstieg als Aufsichtsratschef bei Arcandor getätigt wurde, an dem er aber persönlich beteiligt ist. Es geht um fünf Gebäude, die von dem Konzern für Karstadt-Warenhäuser bei Immobilienfonds angemietet wurden. Die Fonds waren gemeinsam von der Privatbank Sal. Oppenheim und dem Projektentwickler Josef Esch aufgelegt worden. Middelhoff und sein Verteidiger Sven Thomas hatten den Vorwurf der Untreue stets zurückgewiesen.

Middelhoff hatte Aufsichtsrat über Immobilienbeteiligung informiert

Zum eigenen Engagement bei den Fonds hatte Middelhoff gesagt, seine Frau und er hätten als Privatpersonen kleinere Beteiligungen (unter 10 Prozent) an den Esch-Fonds gezeichnet, ohne zu diesem Zeitpunkt zu ahnen, dass er zwei Jahre später in den Aufsichtsrat von KarstadtQuelle gewählt werden würde. Er habe den Aufsichtsrat unmittelbar nach seiner Berufung 2004 über den Sachverhalt informiert. Auch auf der Hauptversammlung 2005 sei kein Fehlverhalten festgestellt worden. Middelhoff war zunächst Aufsichtsratschef und dann ab Mai 2005 Vorstandsvorsitzender. An diesem Montag versammeln sich die Gläubiger in Essen, um dem Insolvenzplan für Karstadt zuzustimmen.



dpa  

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Kommentare (112)

zum Forum

Thema: "Arcandor-Pleite: Staatsanwälte prüfen Middelhoffs Reisekosten"

tezet schrieb: am 11. April 2010 um 10:47:28
(0) (0) Middelhoff
warum eigentlich noch Ermittlungen führen. Solchen Leuten passiert doch eh nichts, und Ermittlungen kosten auch noch Steuergelder.

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piwutz schrieb: am 11. April 2010 um 10:46:53
(0) (0) Middelhoff
Wenn jemand glaubt, dass ein Manager ausschließlich die Geschäfte seiner Firma managt, der glaubt auch, daß ein Zitronenfalter
Zitronen faltet. Unsere Manager und Banker sehen sich halt schon auf einer so abgehobeben Stufe, daß sie fast bei Gott landen, wenn Sie nur den Kopf heben. Weiter so ! Auch Rom ging vor die Hunde, warum nicht auch die Bundesrepublik ?
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Der Verarschte schrieb: am 11. April 2010 um 10:45:41
(0) (0) Manager
Hallo Leute, nur keine Aufregung. Ich kenne genügende Manager die sich bedienen. Und unser Staat (Guten Morgen Frau Merkel) kennt
das und hält still. Viele Minister und Staatssekretäre verdienen ja auch mit.
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