18.02.2010, 13:00 Uhr
Das Armutsrisiko ist in Deutschland nirgendwo größer als in der Bundeshauptstadt Berlin. Das geht aus einem von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichten Bundesländer-Vergleich hervor. Danach erhält jeder fünfte Einwohner der Bundeshauptstadt staatliche Unterstützung. Zum Vergleich: In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ist es nur jeder Zwanzigste.
Insgesamt zeigt die Untersuchung ein deutliches Nord-Süd-Gefälle in der Bundesrepublik beim Thema Armut. Überdurchschnittlich hoch ist die soziale Absicherung neben Bayern und Baden-Württemberg in den südlichen Bundesländern Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland. Im Mittelfeld liegen Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen, wo jeweils etwa 10 Prozent der Bevölkerung auf finanzielle Unterstützung vom Staat angewiesen sind.
Deutlich schlechter schneiden die nördlichen Bundesländer und Ostdeutschland ab. Am schlechtesten fällt die Bilanz in Sachsen-Anhalt, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern mit jeweils 17 Prozent und in Berlin aus, wo 20 Prozent der Einwohner staatliche Unterstützung erhalten. Eine Ursache für den großen Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland ist nach Ansicht der Bertelsmann-Stiftung im hohen Anteil junger Alleinerziehender in den neuen Bundesländern zu sehen, da diese tendenziell eher von Armut bedroht sind als Paare.
Dabei schwankt der Anteil junger Alleinerziehender in den westdeutschen Flächenländern zwischen 16,6 Prozent in Baden-Württemberg und 22,3 Prozent im Saarland. In den neuen Bundsländern müssen dagegen durchschnittlich 35 Prozent der unter 20-jährigen Eltern ihre Kinder ohne Partner aufziehen. Insgesamt zeige sich, dass der Aufholprozess in den neuen Bundesländern nur sehr schleppend vorangehe, heißt es in der Studie.
Quelle: t-online.de
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