
31.05.2011, 17:37 Uhr | Financial Times Deutschland
Immobilien in London immer teurer (Foto: imago) (Quelle: imago)
Der britische Immobilienmarkt hat sich von den Folgen der Wirtschaftskrise noch immer nicht erholt. Nicht so in der Hauptstadt: Der Durchschnittspreis einer Villa in zentraler Lage steigt täglich um 767 Pfund, das sind zurzeit rund 875 Euro. Schuld sind die Chinesen.
Luxusappartements und Villen in den Nobelvierteln Londons gehen derzeit weg wie warme Semmeln. Dabei ist das Pflaster in Mayfair, Marylebone oder Kensington so teuer wie nie - aus britischer Sicht. Für reiche Investoren in Asien hingegen sind die Preise gegenwärtig durchaus attraktiv. Grund sei das schwache Pfund, heißt es in einer Analyse der Maklerfirma Knight Frank. Allein im Mai stiegen die Preise in den Londoner Nobelvierteln laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg um 1,4 Prozent, so stark wie zuletzt vor einem Jahr.
Der Londoner Häusermarkt koppelt sich laut Knight Frank zusehends vom Rest des Landes ab. Zwar seien nach der Immobilienkrise der Jahre 2007 und 2008 die Preise zunächst landesweit gestiegen, schreibt die Maklerfirma. Damit sei aber Schluss gewesen, nachdem die neu gewählte Regierung des konservativen Premierministers David Cameron im vergangenen Jahr ihren Sparkurs zum Abbau der hohen Staatsschulden angekündigt habe. Einzige Ausnahme: "Die Preise im Zentrum Londons legen weiter kräftig zu." In den vergangenen zwölf Monaten stiegen sie laut Knight Frank um 8,3 Prozent, während die Immobilienpreise landesweit um 1,3 Prozent zurückgingen.
Da sich der von der Maklerfirma erstellte Prime Central London Index auf Anwesen mit einem Wert von durchschnittlich 3,7 Millionen Pfund (4,3 Millionen Euro) bezieht, entspricht der Preisanstieg in den vergangenen zwölf Monaten einer Verteuerung um 767 Pfund pro Tag. Einen erheblichen Beitrag dazu leisten laut Knight Frank internationale Investoren, die rund die Hälfte des Marktes bestimmen. Bezogen auf die in den vergangenen sechs Monaten veräußerten Neubauten lag der Anteil der ausländischen Käufer sogar bei fast 60 Prozent.
Bei den Interessenten handelte es sich überwiegend um Asiaten: 24 Prozent der ausländischen Investoren stammten der Analyse zufolge aus der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong, zehn Prozent aus anderen Teilen Chinas und zwölf Prozent aus Singapur.
Einen wichtigen Grund dafür sieht die Maklerfirma in der für die asiatischen Investoren "günstigen Wechselkursentwicklung". Seit dem Höhepunkt der internationalen Finanzkrise im Herbst 2008 hat das Pfund gegenüber dem Singapur-Dollar fast 40 Prozent an Wert verloren. Gegenüber dem chinesischen Renminbi wertete die britische Währung um 30 Prozent, gegenüber dem Hongkong-Dollar um 20 Prozent ab.
Die meisten asiatischen Länder haben sich von der Weltwirtschaftskrise schnell erholt. Die britische Wirtschaft dagegen kam 2010 nach zwei Jahren Rezession nur auf eine auch im europäischen Vergleich schwache Wachstumsrate von 1,3 Prozent. Überdies schwollen die Staatsschulden wegen der hohen Ausgaben zur Stabilisierung von Banken und Realwirtschaft kräftig an, das Haushaltsdefizit betrug zuletzt mehr als zehn Prozent der Wirtschaftsleistung.
Großbritannien wurde von der Krise besonders hart getroffen, weil parallel zu den Problemen auf den Finanzmärkten ähnlich wie in den USA, Spanien und Irland eine Immobilienblase platzte. Der Wirtschaftsforscher Nick Pearce forderte als Konsequenz aus diesen Erfahrungen eine Einschränkung der Kreditvergabe an Wohungskäufer und Häuslebauer.
Immobilien dürften maximal zu 90 Prozent mit Hypotheken finanziert werden, sagte der Direktor des Institute for Public Policy Research. Zudem sollten Darlehen an Privatleute maximal das Dreieinhalbfache des Haushaltseinkommens ausmachen. Daneben müsse der Bau von Mietwohnungen gefördert werden.
Quelle: Financial Times Deutschland
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Die Spezialkollektion für jede Kör-
perform: perfekt für Business und Freizeit. zum XXL-Special
Extravagante und schicke Damen-
mode für die neue Saison: jetzt online bestellen. von WENZ
Edle Design-Möbel, die Platz sparen und Stauraum bieten - jetzt günstig!
von FASHION FOR HOME
Neuer Besitzer blätterte mehr als 70 Millionen Euro hin. zum Video