Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Wirtschaft >

Atomkraftwerke: RWE ertrickst sich 280 Millionen Euro

...

Atomsteuer: RWE ertrickst sich 280 Millionen Euro

04.11.2010, 09:03 Uhr | dpa

RWE tauscht im Atomkraftwerk Biblis B 92 Brennelemente aus - und spart dadurch Millionen (Foto: imago)

RWE tauscht im Atomkraftwerk Biblis B 92 Brennelemente aus - und spart dadurch Millionen (Foto: imago) (Quelle: imago)

Energiekonzerne müssen ab kommenden Jahr zusätzliche Steuern für ihre Atomkraftwerke zahlen. Dem schlägt RWE aber ein Schnippchen und ertrickst sich so 280 Millionen Euro: Kurz vor der Einführung der Atomsteuer tauscht das Unternehmen im Atomkraftwerk Biblis B kurzerhand 92 Brennelemente aus und nutzt damit noch schnell ein Schlupfloch. Denn für die 2010 eingesetzten Brennelemente muss der Konzern keine Steuern zahlen. Nach Informationen der "Frankfurter Rundschau" wollte RWE die Brennelemente erst im Februar 2011 tauschen - Atomkritiker sind empört.

Die neue Steuer auf Brennelemente gilt ab dem 1. Januar 2011 und soll dem Staat 2,3 Milliarden Euro pro Jahr einbringen. Besteuert werden laut dem Gesetz alle Brennelemente, sobald sie "erstmals eingesetzt werden und eine sich selbsttragende Kettenreaktion ausgelöst wird." Das Geld soll zur Haushaltskonsolidierung und für die milliardenschwere Sanierung des maroden Atommülllagers Asse verwendet werden. Nach Angaben des hessischen Umweltministeriums vermeidet RWE durch den vorzeitigen Tausch Steuern in Höhe von 280 Millionen Euro.

Ungewöhnlich viele Brennelemente werden ausgetauscht

Man werde wegen eines "außerplanmäßigen Stillstands" in den nächsten Wochen fast die Hälfte der 193 Brennelemente in der Anlage in Hessen auswechseln, bestätigte der Konzern den Bericht der "Frankfurter Rundschau". Eine RWE-Sprecherin betonte, der Wechsel orientiere sich an technischen Kriterien. "Selbstverständlich werden aber auch ökonomische Kriterien berücksichtigt." Biblis B müsse ohnehin heruntergefahren werden. Grund sei ein Turbinenschaden. "Die Nutzung von Stillständen zum Brennelemente-Wechsel ist nicht ungewöhnlich", so die Sprecherin. Die Anzahl neuer Brennelemente könne deutlich zwischen 50 und 90 schwanken.

Allerdings tauschte RWE in den vergangenen Jahren nur 2001 ähnlich viele Brennelemente aus wie nun im November, berichtete die "Frankfurter Rundschau". Schon im September waren im Block A insgesamt 44 Brennelemente ausgetauscht worden. Biblis A und B sind die ältesten der 17 noch laufenden Atommeiler in Deutschland. Durch den Vorgang werde der nächste Brennelementetausch erst 2012 fällig.

Partner-Angebot
Traum-Job finden
Jobsuche bei t-online.de (Foto: t-online.de)

Sie suchen einen neuen Job? Finden Sie den passenden Job aus fast 60.000 Stellenangeboten. Jobsuche starten

RWE-Chef Jürgen Großmann hatte wiederholt gesagt, dass die Steuer eine große Belastung sei und die Konzerne sehr überraschend getroffen habe. Nach der Verabschiedung durch den Bundestag betonte Großmann, das Ganze befinde sich an der Grenze dessen, "was wir gegenüber unseren Aktionären überhaupt noch vertreten können".

Brennelemente-Steuer soll Milliarden bringen

SPD und Grüne sprachen von Tricksereien, durch die Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) viel Geld entgehe. "Wie dumm muss man eigentlich sein, diesen Konzernen noch irgendwas zu glauben, das sind einfach keine ehrbaren Kaufleute", sagte SPD-Fraktionsvize Ulrich Kelber. Grünen-Chefin Claudia Roth sagte, das passe "in das traurige Bild der gesammelten Verantwortungslosigkeit der politischen wie industriellen Atomlobby". Das Motto laute: "Hauptsache ordentlich Gewinne einfahren, auch wenn dabei Atommüll produziert wird auf Teufel komm raus."

Auch die hessische Opposition reagierte empört. Es sei ratsam, seine Finger nachzuzählen, nachdem man den Atomkonzernen die Hand gereicht habe, meinte der Fraktionsvorsitzende der hessischen Grünen, Tarek Al-Wazir. "Die Gier von RWE kennt offensichtlich keine Grenzen." Die Vorsitzende der Linken-Fraktion, Janine Wissler, betonte, die Brennelementesteuer werde durch die Trickserei von RWE teils ausgehebelt.


Quelle: t-online.de , dpa

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Atomkraftwerke: RWE ertrickst sich 280 Millionen Euro" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Atomkraftwerke: RWE ertrickst sich 280 Millionen Euro" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (94)

zum Forum

Thema: "Atomkraftwerke: RWE ertrickst sich 280 Millionen Euro"

andreas0662 schrieb: am 2. November 2010 um 19:30:47
(0) (0) Atomlobby
weil die in Berlin das das auch nicht wußten. Das ganze war wahrscheinlich vorher schon abgesprochen, dafür gibt es wenn sie
nicht mehr gewählt werden einen schönen Posten in der Atomindustrie
mehr Kommentar melden

Querdenker schrieb: am 2. November 2010 um 19:30:18
(0) (0) Abzocken was das Zeug hält
und die Poltik ist desen mafiosen Strukturen und Handlungsweisen der Energieversorger hoffnungslos ausgeliefert.
Wann traut sich endlich jemand die staatliche Kontrolle von Energieversorgeren anzukündigen und konsquent umzusetzen ? Hier wird ein ganzes Volk abgezockt bis zum Umfallen und die Politik schaut zu bis die ersten Konzerne auch Sprengstoffpakete geliefert bekommen oder Konzernzentralen gestürmt werden. Deutschland was ist aus dir geworden ??
mehr Kommentar melden

Mike Kent schrieb: am 2. November 2010 um 19:29:39
(0) (0) Die Betrüger ...
finden immer Mittel und Wege, um sich zu bereichern. Schlimm daran ist nur, dass die RWE in 2011 die Preise für die
Endverbraucher so erhöhen wird, als wenn diese über 200.000.000,- Euro nicht eingespart würden. Weiterer Nutznießer ist der Staat und zwar über die Steuereinnahmen. Verlierer, wie immer in diesem Land, sind die Menschen - Sie und ich. Sofortige Verstaatlichung aller Systemrelevanten-Industrien und zwar unter Mitkontrolle der Bürger (Bürgervertretung) - ähnlich wie bei VW.
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Shopping

Einkaufswelt
Passform-Mode für Herren
Premium-Mode mit perfekter Passform - von RAPHAELA by BRAX

Die Spezialkollektion für jede Kör-
perform: perfekt für Business und Freizeit. zum XXL-Special

Einkaufswelt
Mode von Laura Kent
Neue Frühlings-Trends von Laura Kent - bei WENZ

Extravagante und schicke Damen-
mode für die neue Saison: jetzt online bestellen. von WENZ

Einkaufswelt
Grills und Gartenkamine
Grills & Gartenkamine von plus.de

Jetzt aus über 150 Marken-Grills den passenden auswählen!
bei plus.de

Einkaufswelt
Alles gut verstaut
Möbel, die viel Stauraum bieten - jetzt bei FASHION FOR HOME

Edle Design-Möbel, die Platz sparen und Stauraum bieten - jetzt günstig!
von FASHION FOR HOME


Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

THW Simulator 2012
THW Simulator 2012 (Quelle: rondomedia)

Fahrzeuge bergen, Brücken bauen und mehr. Jetzt kaufen

Badeurlaub in Kroatien ab 572,- €/P.
Last Minute bei t-online.de Reisen (Quelle: t-online.de)

1 Woche im 4-Sterne- Hotel mit AI und Flug.


Aus anderen Bereichen

Massenansturm wird zur tödlichen Falle
Massenanstrum auf den Mount Everest: Wenn zu viele Menschen bei gutem Wetter den Aufstieg versuchen, kann es an einigen Stellen zum Stau kommen - eine potentiell tödliche Falle bei Wetterumschwung

Mount Everest: weitere Leiche entdeckt. mehr

Explosionsgefahr bei Hertha BSC
Michael Preetz hat in Berlin zwei Abstiege erlebt. (Quelle: imago)

Medien: Manager Preetz soll weg. mehr


Anzeigen

Anzeige

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige