Quelle fehlt das Geld für den Druck des neuen Katalogs (Quelle: dpa) Früher wurde der Katalog noch in der Nachbarschaft herumgereicht und lag früher oder später auf fast jedem Küchentisch. Heute nennt sich Quelle "das größte Homeshopping-Unternehmen in Europa" und setzt vor allem auf das Internet. Das Versandhaus arbeitet unter dem Dach der Primondo-Gruppe, in der der Arcandor-Konzern seine Versand-Aktivitäten gebündelt hat. Primondo beschäftigt knapp 20.000 Menschen in 28 Ländern; bei der Quelle GmbH arbeiten rund 8000 Beschäftigte, die zuletzt einen Jahresumsatz von 2,9 Milliarden Euro erwirtschafteten.
Am 9. Juni stellte die Arcandor AG in Essen Insolvenzantrag für sich und die Töchter Karstadt, Primondo und Quelle. Seitdem zittern die Angestellten um ihre Arbeitsplätze. Quelle befindet sich ohnehin mitten in einer tiefgreifenden Umstrukturierung, die in den vergangenen Jahren zu scharfen Einschnitten geführt hat. Ziel ist die strategische Neuausrichtung auf das Internet-Geschäft, in dem nach Überzeugung des Managements die Zukunft des Versandhandels liegt. In der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres 2008/09 (30. September) gab es Online-Bestellungen für 720 Millionen Euro, das waren 24 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Quelle ist über 80 Jahre alt
Gegründet wurde Quelle von dem Fürther Kaufmann Gustav Schickedanz (1895-1977). Als "Geburtstag" gilt der 26. Oktober 1927, an dem das Unternehmen in das Handelsregister am Amtsgericht Fürth eingetragen wurde. Der erste Katalog wurde als "Führer durch die Sorgen des täglichen Lebens" angepriesen. Quelle wuchs schnell und begann auch nach dem Zweiten Weltkrieg rasch wieder zu florieren. Nach dem Tod des Firmengründers führte dessen Witwe Grete Schickedanz (1911-1994) das Unternehmen weiter. 1999 fusionierte Quelle mit Karstadt zum KarstadtQuelle-Konzern, der später in Arcandor umbenannt wurde. Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz, die Tochter von Gustav und Grete Schickedanz, ist Großaktionärin bei dem Unternehmen.