Der deutsche Export leidet weiter unter der Wirtschaftskrise (Foto: dpa)Die Wirtschaftskrise hat der deutschen Exportbranche den schlimmsten Absturz in der Geschichte der Bundesreplik beschert: Im ersten Halbjahr dieses Jahres sackten die Ausfuhren um 23,5 Prozent ab. Damit bescheinigen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes dem deutschen Außenhandel eine desaströse Halbjahresbilanz. Vor allem die Ausfuhren ins EU-Ausland und nach Russland brachen regelrecht ein. Nun hoffen die Unternehmen auf einen Aufschwung im zweiten Halbjahr, der sich langsam auch ankündigt.
Deutschlands ehemalige Vorzeigebranche und Konjunkturmotor der vergangenen Jahre leidet weiter unter der Krise. Vor allem die Exporte in die EU-Staaten gingen mit einem Minus von rund einem Viertel besonders stark zurück. Aber auch der Handel mit Russland stürzte dramatisch ab (minus 38,9 Prozent). Dagegen entwickelte sich das Geschäft mit China verhältnismäßig gut und sank nur um 3,6 Prozent. Insgesamt verkauften deutsche Unternehmen Waren im Wert von 391,2 Milliarden Euro ins Ausland. Zugleich sanken die deutschen Importe gegenüber dem ersten Halbjahr 2008 um 18,2 Prozent auf 333,5 Milliarden Euro.
Exporte in die EU leiden unter der Krise
Wichtigste Handelsregion ist für Deutschland nach wie vor die EU. Hier verkauften deutsche Konzerne Waren im Wert von 249,8 Milliarden Euro und damit 24,3 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Vor allem der Handel mit Irland (minus 41,3 Prozent), Spanien (minus 38,2 Prozent) und Großbritannien (minus 27,8 Prozent) litt im ersten Halbjahr unter der Wirtschaftskrise. Alle drei Länder sind in besonderem Maße von der Krise gebeutelt und stecken immer noch in einer tiefen Rezession.
Exporte erholen sich langsam
Allerdings könnte sich die prekäre Lage auf dem deutschen Exportmarkt erholen. So zeigen mittlerweile zahllose Wirtschaftsindikatoren nach oben. Experten sehen hier das beherzte Eingreifen der Industrieländer mit Konjunkturprogrammen und Leitzinssenkungen am Werk. Bereits im Juli erholten sich die Exporte in Deutschland wieder. So stiegen sie kalender- und saisonbereinigt im Vergleich zum Vormonat um 2,3 Prozent. Dennoch lagen sie auch im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 18,7 Prozent niedriger. Von einer Entwarnung für den Exportsektor kann bislang also keine Rede sein.