04.04.2011, 15:26 Uhr | dpa, dpa-AFX
Der Automarkt in Deutschland boomt weiter. Im März stiegen die Verkäufe der Autobauer abermals deutlich. Die Neuzulassungen legten im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf 328.000 Wagen zu, wie die Herstellerverbände VDA und VDIK mitteilten. Für die ersten drei Monate 2011 beträgt der Zuwachs insgesamt 14 Prozent auf 763.000 Wagen. Und der Boom soll trotz Japankrise weiter anhalten. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer prophezeit für den weltweiten Autoabsatz ein Rekordjahr.
"Das erste Quartal ist besser gelaufen als wir zu Beginn des Jahres annehmen konnten", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Der VDIK erklärt das anhaltend gute Geschäft mit der anziehenden gewerblichen Nachfrage. Aber auch Privatkäufer entschieden sich wieder häufiger für ein neues Auto. Bei den Privatkunden erwartet VDIK-Präsident Volker Lange einen Marktanteil von rund 50 Prozent für die ausländischen Hersteller. Auch in den kommenden Monaten ist laut Wissmann mit einer steigenden Zahl an Neuzulassungen zu rechnen. Darauf wies der im ersten Quartal um ein Viertel gestiegene Auftragseingang aus Deutschland hin.
Die Produktion lag in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres laut VDA fast wieder auf dem Rekordniveau von 2007. Insgesamt stellten deutsche Hersteller im Inland 1,5 Millionen Wagen her. Der deutsche Automarkt hatte im Krisenjahr 2009 wegen der Abwrackprämie einen Boom erlebt. Im vergangenen Jahr war die Neuwagennachfrage der Privatkäufer dann deutlich rückläufig. Für dieses Jahr rechnen die Verbände wieder mit einem Anstieg der Zulassungen auf mehr als 3,1 Millionen Wagen.
Der Kurssturz an der Tokioter Börse der letzten Tage ist laut Börsenexperte Fidel Helmer eine Chance für den europäischen Automarkt. zum Video
Den prozentual größten Zuwachs unter den deutschen Herstellern verbuchte laut KBA im ersten Quartal Porsche. Der Sportwagenbauer kam auf 4054 Neuzulassungen, fast 40 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Auch die Daimler-Stadtwagenmarke Smart legte kräftig zu. BMW erreichte mit 64.920 verkauften Wagen der Marken BMW und Mini ein Plus von rund 15 Prozent und belegte damit den Spitzenplatz unter den Premiumherstellern. Dahinter folgte die Daimler-Kernmarke Mercedes-Benz mit 62.054 Fahrzeugen (+10,5 Prozent). Die VW-Tochter Audi legte um zwölf Prozent auf 56.515 Wagen zu. Marktführer blieb die VW-Kernmarke mit 166.592 Neuzulassungen im ersten Quartal. Dies entspricht einem Plus von acht Prozent.
Die mit wichtigen Werken in Deutschland vertretenen US-Hersteller Ford und General Motors (GM) wuchsen klar zweistellig. Noch kräftigere Steigerungen verzeichneten Renault zusammen mit der Billigmarke Dacia sowie Hyundai und die japanischen Hersteller Toyota und Nissan.
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Nicht nur in Deutschland boomt der Automarkt. So prognostiziert Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen für 2011 ein Rekordjahr. Und das obwohl die Japankrise den weltweiten Autoabsatz um knapp eine Million Autos verringern wird. Nach einer aktuellen CAR-Studie werden 2011 mit 62,1 Millionen Pkw 5,4 Prozent oder 3,188 Millionen Autos mehr abgesetzt als im Vorjahr. "Der Weltautomarkt erhält durch Japan eine kleine Delle, der weltweite Wachstumskurs gerät aber nicht aus den Fugen", sagte Dudenhöffer.
Die Verkäufe in Japan würden als Nachwirkung der Naturkatastrophe gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Millionen Neuwagen oder 26 Prozent sinken. Dieser Einbruch werde aber durch Zuwächse in den USA, China, Russland, Indien und Deutschland überkompensiert: "Die Auswirkungen der Naturkatastrophe in Japan bleiben über das Gesamtjahr 2011 im Wesentlichen auf Japan konzentriert." Allerdings stehe der Automarkt im hochverschuldeten Japan vor einer mehrjährigen Rezession: "Da der japanische Automarkt zu 95 Prozent von japanischen Autobauern bedient wird, verlieren fast ausschließlich die japanischen Autobauer Verkäufe." Marktführer Toyota werde besonders hart getroffen.
Zwar liefen derzeit bei einigen Autobauern die Bänder wegen Engpässen bei der Lieferung von Elektronikteilen aus Japan langsamer, selbst Kurzarbeit könne nicht ausgeschlossen werden: "Aber in der zweiten Hälfte des Jahres 2011 bleibt Raum, um die Produktionseinbußen außerhalb von Japan wieder aufzuholen." Im Mai werden die Lücken der Zulieferketten wieder geschlossen sein - einerseits durch Japan-Lieferungen und zum anderen durch Lieferungen aus anderen Ländern, sagte Dudenhöffer: "Die Chinesen und Koreaner warten nur darauf, bei Elektronikbauteilen einspringen zu können."
Quelle: t-online.de , dpa-AFX , dpa
Manne schrieb:
am 5. April 2011 um 14:21:09
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Autoabsatz
Wie ist es bei solchen Umsätzen möglich, dass der Staat Kurzarbeitergeld
in Millionen an den VW Konzern gezahlt hat? Wiedermal deutsche Verarsche!
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Johannes schrieb:
am 5. April 2011 um 12:06:56
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Autoboom 2011
Manchmal frage ich mich, warum man manche Teile überhaupt im Ausland fertigen lässt? Bei den heutigen Preisen für eine
Karosse auf vier Rädern, von denen zwei lenkbart sind, kann man auch deutschen Herstellern ein paar Euronen zukommen lassen. Dann gäbe es höchstens noch Schwierigkeiten beim Rohstoffeinkauf.
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Uwe Roder schrieb:
am 5. April 2011 um 10:54:59
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jeden Tag
suche ich den "Boom" ...mein PKW ist i. 17. Jahr und kein Geld in Aussicht für einen Neuen ....Wie machen die das alle ?
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